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	<title>Atheisten Österreich Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-30T08:15:05Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=241</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
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		<updated>2026-04-02T19:54:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */ Aktualisierung 2. 4. 2026&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt und im Sommer 2024 unter 50 % gefallen ist. In Österreich sind also mehr Menschen nicht katholisch als katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2026-Q2.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (im zweiten Quartal 2026: 9,225 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 1. 1. 2026&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.449.000&lt;br /&gt;
|48,2 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2024 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|240.000&lt;br /&gt;
|2,6 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2025 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|796.000&lt;br /&gt;
|8,6 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.090.000&lt;br /&gt;
|33,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis, konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen. Dies dürfte auch seither ähnlich liegen, da einerseits Austritte aus christlichen Kirchen neue Konfessionsfreien erzeugen, andererseits durch Migration aus Ländern mit orthodoxer und islamischer Mehrheit diese Religionsgemeinschaften wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://wasglaubtoe.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_wasglaubtoe/Was_glaubt_OEsterreich_Endbericht_Quantitativer_Teil.pdf &amp;quot;Was glaubt Österreich?&amp;quot; 2024] ===&lt;br /&gt;
Diese Studie basiert auf einer Befragung von 15- bis 75-jährigen Menschen, für diese Altersgruppen repräsentativ.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Frage Q115, Formale Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
!Religionsgemeinschaft&lt;br /&gt;
!Anteil (%)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Keine&lt;br /&gt;
|39,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Evangelisch AB, HB&lt;br /&gt;
|3,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Freikirchen&lt;br /&gt;
|0,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Islamisch&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Katholisch&lt;br /&gt;
|39,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Weiß nicht/keine Angabe&lt;br /&gt;
|7,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Andere&lt;br /&gt;
|0,8&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese Studie ist wegen der Altersbeschränkung nicht für die Bevölkerung repräsentativ. Sie zeigt auch stark abweichende Werte von den anderen, besser abgesicherten Bevölkerungsanteilen aus anderen Erhebungen. Dieser Studie zufolge wäre mittlerweile die Gruppe der Konfessionsfreien größer als die der KatholikInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell mehr als 3 Mio. Menschen, etwas über 33 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Statistik-Server ====&lt;br /&gt;
Unter https://statkb.at/ gibt es unter anderem den zeitlichen Verlauf der Veränderungen in der Konfessions(nicht)zugehörigkeit, Diagramme und Statistiken zu anderen Themen.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2026-Q2.png&amp;diff=240</id>
		<title>Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2026-Q2.png</title>
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		<updated>2026-04-02T19:50:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=239</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=239"/>
		<updated>2026-01-01T23:00:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */ Aktualisierung 1. 1. 2026&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt und im Sommer 2024 unter 50 % gefallen ist. In Österreich sind also mehr Menschen nicht katholisch als katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2026-01.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2026: 9,22 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 1. 1. 2026&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.471.000&lt;br /&gt;
|48,5 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2024 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|242.000&lt;br /&gt;
|2,6 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2024 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|796.000&lt;br /&gt;
|8,6 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.061.000&lt;br /&gt;
|33,2&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis, konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen. Dies dürfte auch seither ähnlich liegen, da einerseits Austritte aus christlichen Kirchen neue Konfessionsfreien erzeugen, andererseits durch Migration aus Ländern mit orthodoxer und islamischer Mehrheit diese Religionsgemeinschaften wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://wasglaubtoe.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_wasglaubtoe/Was_glaubt_OEsterreich_Endbericht_Quantitativer_Teil.pdf &amp;quot;Was glaubt Österreich?&amp;quot; 2024] ===&lt;br /&gt;
Diese Studie basiert auf einer Befragung von 15- bis 75-jährigen Menschen, für diese Altersgruppen repräsentativ.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Frage Q115, Formale Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
!Religionsgemeinschaft&lt;br /&gt;
!Anteil (%)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Keine&lt;br /&gt;
|39,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Evangelisch AB, HB&lt;br /&gt;
|3,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Freikirchen&lt;br /&gt;
|0,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Islamisch&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Katholisch&lt;br /&gt;
|39,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Weiß nicht/keine Angabe&lt;br /&gt;
|7,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Andere&lt;br /&gt;
|0,8&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese Studie ist wegen der Altersbeschränkung nicht für die Bevölkerung repräsentativ. Sie zeigt auch stark abweichende Werte von den anderen, besser abgesicherten Bevölkerungsanteilen aus anderen Erhebungen. Dieser Studie zufolge wäre mittlerweile die Gruppe der Konfessionsfreien größer als die der KatholikInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 3,06 Mio. Menschen, etwas über 33 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Statistik-Server ====&lt;br /&gt;
Unter https://statkb.at/ gibt es unter anderem den zeitlichen Verlauf der Veränderungen in der Konfessions(nicht)zugehörigkeit, Diagramme und Statistiken zu anderen Themen.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2026-01.png&amp;diff=238</id>
		<title>Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2026-01.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2026-01.png&amp;diff=238"/>
		<updated>2026-01-01T22:59:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien In Österreich&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=237</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=237"/>
		<updated>2025-11-04T18:19:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Hinweis über Kursiv entfernt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Diese Daten werden gelegentlich auch von der sogenannten &amp;quot;Unabhängigen&amp;quot; &amp;quot;Opferschutzkommission&amp;quot; veröffentlicht. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistiken geben meistens eine Prozentverteilung der Jahrzehnte vor 2000 und dann die Kategorie &amp;quot;Seit 2000&amp;quot; (mittlerweile 25 Jahre) an. Zeitweise wurden andere Zeiträume angegeben. Die absoluten Zahlen pro Periode sind aus den Prozentwerten abgeleitet. Die Aufteilung auf Jahrzehnte hat sich immer wieder geändert, und nicht alles wurde zeitlich zugeordnet, die Summe der Periodenzahlen entspricht also häufig nicht der Gesamtsumme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verantwortung für die Lieferung der Daten und aller Auslassungen und Ungereimtheiten liegt beim Medienreferat der Bischofskonferenz. Nicht alle gemeldeten und positiv entschiedenen Fälle betreffen sexuelle Gewalt: Betroffene berichten auch über andere Gewalt oder sowohl sexuelle als auch andere Gewalt ([https://archive.ph/nXTCb 27 % sexuelle Gewalt, 11 % sexuelle und körperliche Gewalt]).&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Verlauf der von den Ombudsstellen der Bischofskonferenz gemeldeten Fälle und Zahlungen&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Datum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle positiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;entschieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1950-1979&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1980-1999&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Summe Zahlungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neuem Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle pro Woche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106074434/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98967.html 2010-12-31]&lt;br /&gt;
|499&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106085630/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/95030.html 2011-12-31]&lt;br /&gt;
|516&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 6.400.000&lt;br /&gt;
|€ 12.403&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106083655/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98966.html 2012-04-03]&lt;br /&gt;
|683&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|581&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 8.000.000&lt;br /&gt;
|€ 11.713&lt;br /&gt;
|€ 9.581&lt;br /&gt;
|12,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20161108052135/https://www.ombudsstellen.at/ 2016-03-11]&lt;br /&gt;
|1.455&lt;br /&gt;
|1,0 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|15&lt;br /&gt;
|€ 22.000.000&lt;br /&gt;
|€ 15.120&lt;br /&gt;
|€ 18.135&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20180906071914/https://www.ombudsstellen.at/ 2018-07-11]&lt;br /&gt;
|1.812&lt;br /&gt;
|0,9 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 25.600.000&lt;br /&gt;
|€ 14.128&lt;br /&gt;
|€ 10.084&lt;br /&gt;
|2,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20190208200118/https://www.ombudsstellen.at/ 2019-01-11]&lt;br /&gt;
|1.974&lt;br /&gt;
|0,8 %&lt;br /&gt;
|1.644&lt;br /&gt;
|235&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 27.300.000&lt;br /&gt;
|€ 13.830&lt;br /&gt;
|€ 10.494&lt;br /&gt;
|6,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20200810235648/https://www.ombudsstellen.at/ 2020-02-29]&lt;br /&gt;
|2.305&lt;br /&gt;
|1,2 %&lt;br /&gt;
|1.934&lt;br /&gt;
|334&lt;br /&gt;
|28&lt;br /&gt;
|€ 30.700.000&lt;br /&gt;
|€ 13.319&lt;br /&gt;
|€ 10.272&lt;br /&gt;
|5,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20220218063857/https://www.ombudsstellen.at/ 2021-12-31]&lt;br /&gt;
|2.642&lt;br /&gt;
|1,4 %&lt;br /&gt;
|2.206&lt;br /&gt;
|391&lt;br /&gt;
|37&lt;br /&gt;
|€ 33.600.000&lt;br /&gt;
|€ 12.718&lt;br /&gt;
|€ 8.605&lt;br /&gt;
|3,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20230528051453/https://www.ombudsstellen.at/ 2022-12-31]&lt;br /&gt;
|2.759&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.290&lt;br /&gt;
|419&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|€ 34.660.000&lt;br /&gt;
|€ 12.563&lt;br /&gt;
|€ 9.060&lt;br /&gt;
|2,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240226201600/https://www.ombudsstellen.at/ 2023-12-31]&lt;br /&gt;
|2.905&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.382&lt;br /&gt;
|471&lt;br /&gt;
|44&lt;br /&gt;
|€ 35.760.000&lt;br /&gt;
|€ 12.310&lt;br /&gt;
|€ 7.534&lt;br /&gt;
|2,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240826001402/https://www.ombudsstellen.at/ 2024-06-30]&lt;br /&gt;
|3.013&lt;br /&gt;
|1,6 %&lt;br /&gt;
|2.462&lt;br /&gt;
|491&lt;br /&gt;
|48&lt;br /&gt;
|€ 36.560.000&lt;br /&gt;
|€ 12.134&lt;br /&gt;
|€ 7.407&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://archive.ph/nXTCb 2025-05-31]&lt;br /&gt;
|3.214&lt;br /&gt;
|2,3 %&lt;br /&gt;
|2.610&lt;br /&gt;
|530&lt;br /&gt;
|74&lt;br /&gt;
|€ 37.700.000&lt;br /&gt;
|€ 11.730&lt;br /&gt;
|€ 5.672&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mitte der 2010er-Jahre wurden nach einem anfänglich hohen Aufkommen eher weniger Fälle verarbeitet, 2019-2020 war es wieder intensiver, danach wieder weniger. In den letzten beiden Jahren sind die Meldungen und ihre Bearbeitung wieder auf einem höheren Niveau, auf fast jeden Werktag kommt eine (4,2 pro Woche).&lt;br /&gt;
[[Datei:Fälle pro Woche.png|alternativtext=Liniendiagramm: Entschiedene Fälle pro Woche im Zeitverlauf|zentriert]]&lt;br /&gt;
Bemerkenswert (wenn auch nicht überraschend) ist das starke Ansteigen der Fälle seit 2000. Diese können im Allgemeinen noch nicht verjährt sein. Diese Zahl ist zwischen 2020 und 2025 in fünf Jahren aufs mehr als Zweieinhalbfache gestiegen, von 28 auf 74. Es werden aber auch noch ältere Fälle gemeldet. Die Fälle ab 2000 sind hervorgehoben, weil diese im Normalfall noch nicht verjährt sind, strafrechtliche Ermittlungen also möglich und für die Staatsanwaltschaften verpflichtend wären. Die Unterlagen zu diesen Straftaten müssten regelmäßig beschlagnahmt werden, damit die [https://www.oesterreich.gv.at/de/lexicon/O/Seite.991418 Offizialdelikte] (sexuelle und andere Gewalt an Minderjährigen) strafrechtlich verfolgt werden können.&lt;br /&gt;
[[Datei:Positiv erledigte Fälle.png|alternativtext=Liniendiagramm des Verlaufs der insgesamt erledigten Fälle|zentriert|Verlauf der insgesamt erledigten Fälle und der Fälle seit 2000]]&lt;br /&gt;
Die bewilligten Zahlungen werden im Zeitverlauf immer kleiner. In den USA sind gerichtlich ausgefochtene Schadenersatzzahlungen von 200.000 $ und darüber üblich, in Deutschland wurden auch bereits Zahlungen über 50.000 € zugesprochen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Zahlungen im Zeitverlauf.png|alternativtext=Liniendiagramm der Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf|zentriert|Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf]]&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zahlung pro Fall&amp;quot; ist die Summe der Zahlungen dividiert durch die insgesamt positiv erledigten Fälle. Die &amp;quot;Zahlung pro neuem Fall&amp;quot; wird aus der Differenz der Zahlungen und der Fälle zwischen den Veröffentlichungsstichtagen errechnet. Hier ist der stark fallende Mittelwert besonders auffällig, nach 2020 ist er unter 10.000 gefallen, und das bei starker Inflation seit 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtsumme der Zahlungen der Kirche an die Opfer über mehr als 15 Jahre beträgt aktuell 37,7 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa das Doppelte dieser Summe [[Finanzierung durch den Staat|überweist die Republik Österreich]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;jedes Jahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; an die römisch-katholische Kirche.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=236</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=236"/>
		<updated>2025-10-31T07:35:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Korrektur Tabellen-Überschrift, kleine Ergänzungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Diese Daten werden gelegentlich auch von der sogenannten &amp;quot;Unabhängigen&amp;quot; &amp;quot;Opferschutzkommission&amp;quot; veröffentlicht. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistiken geben meistens eine Prozentverteilung der Jahrzehnte vor 2000 und dann die Kategorie &amp;quot;Seit 2000&amp;quot; (mittlerweile 25 Jahre) an. Zeitweise wurden andere Zeiträume angegeben, die &amp;#039;&amp;#039;kursiv&amp;#039;&amp;#039; geschriebenen Prozentwerte wurden aus den Daten davor weitergeführt und aufgeteilt. Die absoluten Zahlen pro Periode sind aus den Prozentwerten abgeleitet. Die Aufteilung auf Jahrzehnte hat sich immer wieder geändert, und nicht alles wurde zeitlich zugeordnet, die Summe der Periodenzahlen entspricht also häufig nicht der Gesamtsumme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verantwortung für die Lieferung der Daten und aller Auslassungen und Ungereimtheiten liegt beim Medienreferat der Bischofskonferenz. Nicht alle gemeldeten und positiv entschiedenen Fälle betreffen sexuelle Gewalt: Betroffene berichten auch über andere Gewalt oder sowohl sexuelle als auch andere Gewalt ([https://archive.ph/nXTCb 27 % sexuelle Gewalt, 11 % sexuelle und körperliche Gewalt]).&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Verlauf der von den Ombudsstellen der Bischofskonferenz gemeldeten Fälle und Zahlungen&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Datum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle positiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;entschieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1950-1979&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1980-1999&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Summe Zahlungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neuem Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle pro Woche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106074434/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98967.html 2010-12-31]&lt;br /&gt;
|499&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106085630/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/95030.html 2011-12-31]&lt;br /&gt;
|516&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 6.400.000&lt;br /&gt;
|€ 12.403&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106083655/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98966.html 2012-04-03]&lt;br /&gt;
|683&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|581&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 8.000.000&lt;br /&gt;
|€ 11.713&lt;br /&gt;
|€ 9.581&lt;br /&gt;
|12,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20161108052135/https://www.ombudsstellen.at/ 2016-03-11]&lt;br /&gt;
|1.455&lt;br /&gt;
|1,0 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|15&lt;br /&gt;
|€ 22.000.000&lt;br /&gt;
|€ 15.120&lt;br /&gt;
|€ 18.135&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20180906071914/https://www.ombudsstellen.at/ 2018-07-11]&lt;br /&gt;
|1.812&lt;br /&gt;
|0,9 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 25.600.000&lt;br /&gt;
|€ 14.128&lt;br /&gt;
|€ 10.084&lt;br /&gt;
|2,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20190208200118/https://www.ombudsstellen.at/ 2019-01-11]&lt;br /&gt;
|1.974&lt;br /&gt;
|0,8 %&lt;br /&gt;
|1.644&lt;br /&gt;
|235&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 27.300.000&lt;br /&gt;
|€ 13.830&lt;br /&gt;
|€ 10.494&lt;br /&gt;
|6,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20200810235648/https://www.ombudsstellen.at/ 2020-02-29]&lt;br /&gt;
|2.305&lt;br /&gt;
|1,2 %&lt;br /&gt;
|1.934&lt;br /&gt;
|334&lt;br /&gt;
|28&lt;br /&gt;
|€ 30.700.000&lt;br /&gt;
|€ 13.319&lt;br /&gt;
|€ 10.272&lt;br /&gt;
|5,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20220218063857/https://www.ombudsstellen.at/ 2021-12-31]&lt;br /&gt;
|2.642&lt;br /&gt;
|1,4 %&lt;br /&gt;
|2.206&lt;br /&gt;
|391&lt;br /&gt;
|37&lt;br /&gt;
|€ 33.600.000&lt;br /&gt;
|€ 12.718&lt;br /&gt;
|€ 8.605&lt;br /&gt;
|3,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20230528051453/https://www.ombudsstellen.at/ 2022-12-31]&lt;br /&gt;
|2.759&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.290&lt;br /&gt;
|419&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|€ 34.660.000&lt;br /&gt;
|€ 12.563&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|2.905&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.382&lt;br /&gt;
|471&lt;br /&gt;
|44&lt;br /&gt;
|€ 35.760.000&lt;br /&gt;
|€ 12.310&lt;br /&gt;
|€ 7.534&lt;br /&gt;
|2,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240826001402/https://www.ombudsstellen.at/ 2024-06-30]&lt;br /&gt;
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|1,6 %&lt;br /&gt;
|2.462&lt;br /&gt;
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|€ 36.560.000&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|[https://archive.ph/nXTCb 2025-05-31]&lt;br /&gt;
|3.214&lt;br /&gt;
|2,3 %&lt;br /&gt;
|2.610&lt;br /&gt;
|530&lt;br /&gt;
|74&lt;br /&gt;
|€ 37.700.000&lt;br /&gt;
|€ 11.730&lt;br /&gt;
|€ 5.672&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mitte der 2010er-Jahre wurden nach einem anfänglich hohen Aufkommen eher weniger Fälle verarbeitet, 2019-2020 war es wieder intensiver, danach wieder weniger. In den letzten beiden Jahren sind die Meldungen und ihre Bearbeitung wieder auf einem höheren Niveau, auf fast jeden Werktag kommt eine (4,2 pro Woche).&lt;br /&gt;
[[Datei:Fälle pro Woche.png|alternativtext=Liniendiagramm: Entschiedene Fälle pro Woche im Zeitverlauf|zentriert]]&lt;br /&gt;
Bemerkenswert (wenn auch nicht überraschend) ist das starke Ansteigen der Fälle seit 2000. Diese können im Allgemeinen noch nicht verjährt sein. Diese Zahl ist zwischen 2020 und 2025 in fünf Jahren aufs mehr als Zweieinhalbfache gestiegen, von 28 auf 74. Es werden aber auch noch ältere Fälle gemeldet. Die Fälle ab 2000 sind hervorgehoben, weil diese im Normalfall noch nicht verjährt sind, strafrechtliche Ermittlungen also möglich und für die Staatsanwaltschaften verpflichtend wären. Die Unterlagen zu diesen Straftaten müssten regelmäßig beschlagnahmt werden, damit die [https://www.oesterreich.gv.at/de/lexicon/O/Seite.991418 Offizialdelikte] (sexuelle und andere Gewalt an Minderjährigen) strafrechtlich verfolgt werden können.&lt;br /&gt;
[[Datei:Positiv erledigte Fälle.png|alternativtext=Liniendiagramm des Verlaufs der insgesamt erledigten Fälle|zentriert|Verlauf der insgesamt erledigten Fälle und der Fälle seit 2000]]&lt;br /&gt;
Die bewilligten Zahlungen werden im Zeitverlauf immer kleiner. In den USA sind gerichtlich ausgefochtene Schadenersatzzahlungen von 200.000 $ und darüber üblich, in Deutschland wurden auch bereits Zahlungen über 50.000 € zugesprochen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Zahlungen im Zeitverlauf.png|alternativtext=Liniendiagramm der Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf|zentriert|Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf]]&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zahlung pro Fall&amp;quot; ist die Summe der Zahlungen dividiert durch die insgesamt positiv erledigten Fälle. Die &amp;quot;Zahlung pro neuem Fall&amp;quot; wird aus der Differenz der Zahlungen und der Fälle zwischen den Veröffentlichungsstichtagen errechnet. Hier ist der stark fallende Mittelwert besonders auffällig, nach 2020 ist er unter 10.000 gefallen, und das bei starker Inflation seit 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtsumme der Zahlungen der Kirche an die Opfer über mehr als 15 Jahre beträgt aktuell 37,7 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa das Doppelte dieser Summe [[Finanzierung durch den Staat|überweist die Republik Österreich]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;jedes Jahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; an die römisch-katholische Kirche.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=235</id>
		<title>Kindesmissbrauch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=235"/>
		<updated>2025-10-30T18:01:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Die &amp;quot;Unabhängige Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite enthält Informationen und Medienberichte über Kindesmissbrauch durch Angehörige von Kirchen und Religionsgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die katholische Kirche hat das Problem, dass sie mit dem Zölibat die gesunde menschliche Sexualität ihrer Pfarrer unterbindet bzw. Männer mit sexuellen Störungen selektiert, was in einigen Fällen zu Verbrechen führt. Die Fälle sind jedoch nicht auf die katholische Kirche beschränkt: in charismatischen Sekten und in einem stark religiös geprägten Umfeld, wo Kritik generell schwere Folgen nach sich zieht und starke Hierarchien bestehen, findet Kindesmissbrauch im Verborgenen statt. Die Opfer haben keine Möglichkeit, oder sie werden unter Druck gesetzt, die Verbrechen nicht an staatliche Behörden zu melden. Siehe z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Colonia_Dignidad Colonia Dignidad] (evangelikal), [https://www.tagesspiegel.de/politik/universitaet-utrecht-stellt-bericht-vor-jahrelanger-missbrauch-der-zeugen-jehovas-gerichtlich-bestaetigt/25467818.html Zeugen Jehovas]. Religionsgemeinschaften sind ein Umfeld, in dem die Geistlichen mit so viel unverdientem Vertrauensvorschuss ausgestattet werden, dass teilweise Eltern ihren eigenen Kindern nicht glauben, wenn diese von Missbrauch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spezielle an der katholischen Kirche ist, dass sie bislang in vielen Ländern, auch in Österreich, eine strafrechtliche Verfolgung der Täter durch staatliche Behörden häufig verhindern konnte, indem sie ihren Einfluss auf die Politik geltend machte. Stattdessen verspricht sie eine interne Aufklärung, erfüllt das Versprechen jedoch nur zögerlich oder unvollständig. So kann sie in den meisten Fällen die Aufarbeitung aufschieben, bis die Fälle verjährt sind. Die &amp;quot;Strafen&amp;quot; für die Täter waren typischerweise mild, z. B. Versetzung in ein anderes Gebiet, wo die Missbrauchsfälle dann weitergingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersichten ===&lt;br /&gt;
Wikipedia (Englisch): [[wikipedia:Catholic_Church_sexual_abuse_cases_by_country|Catholic Church sexual abuse cases by country]] - &amp;quot;We know now that in the last 50 years somewhere between 1.5% and 5% of the Catholic clergy has been involved in sexual abuse cases&amp;quot;, adding that this figure was comparable to that of other groups and denominations.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wikipedia (Deutsch): [https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche]: Historische Aufarbeitung des Themas bezogen auf viele Länder, sehr viele Referenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== International ===&lt;br /&gt;
2021-01-19 [https://www.kath.ch/newsd/hans-zollner-kirche-muss-beim-kinderschutz-aktiv-mitwirken/ Hans Zollner: Kirche muss beim Kinderschutz aktiv mitwirken] - Jesuit Hans Zollner, Mitglied der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen: &amp;quot;Wir übernehmen keine Verantwortung – sondern drucksen rum und setzen unsere Karrieren und Reputation an die erste Stelle. Die Leute innerhalb und ausserhalb der Kirche nehmen uns nicht mehr ab, dass wir es ernst meinen mit Aufarbeitung und Prävention. Wenn wir hier nicht tun, was wir sagen, wie sollen die Leute dann glauben, was wir über Jesus, die Erlösung, die Sakramente sagen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
2023-12-01 [https://www.derstandard.at/story/3000000197869/sieben-jahre-haft-in-missbrauchsprozess-in-krems Sieben Jahre Haft im Missbrauchsprozess in Krems] - &amp;quot;Dem Mitglied einer Kirchengemeinschaft im Waldviertel waren die Kinder beziehungsweise Jugendlichen von den Eltern zur Aufsicht anvertraut worden. Im Rahmen von Übernachtungen dürfte es beim 33-Jährigen zu Hause zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.&amp;quot; - Was es für eine &amp;quot;Kirchengemeinschaft&amp;quot; war, steht nicht im Artikel. Die Kronen-Zeitung [https://www.krone.at/3182995 schreibt], es sei eine &amp;quot;freikirchliche Pfingstgemeinde&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-11-25 [https://archive.ph/qtKxo Tirol: Ordensmann wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt] - &amp;quot;Wegen schweren sexuellen Missbrauchs ist am Mittwoch ein 66-jähriger Mann in Innsbruck verurteilt worden. Der Ordensbruder aus einem Kloster in Osttirol war wegen sexueller Übergriffe auf eine minderjährige Ministrantin angeklagt, berichtet der ORF Tirol. Das Urteil auf dreieinhalb Jahre Haft ist noch nicht rechtskräftig.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-16 Aktualisierung zur vorherigen Eintragung: Auf der Ombudsstellen-Seite wurde die Anzahl der Fälle ohne Notiz herunterkorrigiert. Wahrscheinlich war die hohe Steigerungszahl ein Irrtum. Nach der neuen Angabe wären es &amp;quot;nur&amp;quot; 0,3 positiv erledigte Fälle pro Tag im Zeitraum zwischen Jänner und Juli. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-09-03 Aktuelle Statistik von den &amp;quot;[https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich]&amp;quot; - Seit der letzten Aktualisierung per 31. 12. 2021 sind 325 Fälle hinzugekommen. Das entspricht 1,53 positiv erledigten Fällen (also wo die Kirche Gewalt oder sexuellen Missbrauch zugibt und entschädigt) pro Tag, Wochenenden und Feiertage eingeschlossen. Diese Zahl lag im 4. Quartal 2021 noch bei genau einem Fall pro Tag. Die Verteilung der Fälle auf einzelne Jahrzehnte oder andere Periode wird nicht mehr ausgewiesen, damit ist die unabhängige Ermittlung von nicht verjährten (also noch strafbaren) Fällen nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-03 [https://www.queer.de/detail.php?article_id=37854 Vergewaltigungsvorwurf gegen Altbischof Küng bleibt ohne Folgen] - &amp;quot;Die kriminalpolizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Übergriffen des Bischofs um eine &amp;quot;versuchte Vergewaltigung&amp;quot; gehandelt hatte. Da die Vorwürfe bereits verjährt waren, kam es jedoch zu keinem Strafprozess.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019-02-24 [https://www.derstandard.at/story/2000098516137/missbrauchsopfer-man-muss-den-taten-oeffentlichkeit-geben Missbrauchsopfer - &amp;quot;Staatliche Justiz muss sich um kirchliche Verbrechen kümmern&amp;quot;] - &amp;quot;Doch egal, welche Richtlinien der Papst vorgebe, stünden ihm unzählige Geistliche gegenüber, die Täter decken würden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014-05-07 [https://www.derstandard.at/story/1399462403531/seit-2003-feuerte-der-vatikan-848-priester Seit 2003 feuerte der Vatikan 848 Priester] - &amp;quot;Zugleich verwahrte er [Erzbischof Tomasi, Anm.] sich gegen die Forderung, der Vatikanstaat müsse strafrechtlich gegen katholische Kirchenmitarbeiter weltweit vorgehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013-06-26 [https://www.derstandard.at/story/1371169864574/missbrauch-wien-ist-anders Missbrauch: Wien ist anders] - &amp;#039;Die Republik gibt sich sehr zufrieden, wenn sie sich hinter dem Feigenblatt einer kirchlich berufenen Arbeitsgruppe, der &amp;quot;Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft&amp;quot;, verstecken kann. Jene  kirchliche Arbeitsgruppe - im Volksmund auch &amp;quot;Klasnic-Kommission&amp;quot; genannt - die im Jahr 2010 errichtet wurde, begann ihr Dasein, so waren und sind viele Kommentatoren einig, als genialer Schachzug der katholischen Kirche Österreichs. &amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2010-04-01 [https://www.derstandard.at/story/1269448675303/missbrauchs-kommission-opferbeauftragte-klasnic-beginnt-arbeit Opferbeauftragte Klasnic beginnt Arbeit] - &amp;#039;Bei Kirchenkritikern ist die Wahl von Klasnic nicht unumstritten, da sie unter anderem als Vorsitzende des Dachverbandes &amp;quot;Hospiz Österreich&amp;quot; enge Kontakte zur Kirchenleitung pflegt. Auch die  &amp;quot;[http://betroffen.at/ Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt]&amp;quot; bekräftigte ihre Kritik an der Klasnic-Kommission. Von der früheren Landeshauptfrau sei wenig Wille zur Aufklärung zu erwarten.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004-09-02 [https://www.derstandard.at/story/1726270/sexskandale-ohne-ende Sexskandale ohne Ende] - &amp;quot;Auch in Österreich schädigten (vertuschte) Sexaffären das Image der Kirche, Höhepunkt war 1995 der Fall des mittlerweile verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer, der einen ehemaligen Schüler unsittlich berührt haben soll. Aber auch weniger prominente Geistliche mussten sich Vorwürfen stellen, doch nur wenige sich vor Gericht verantworten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die &amp;quot;Unabhängige Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die Skandäle wurde 2010 die Opferschutzanwaltschaft oder -kommission eingerichtet - auf Initiative und aus Mitteln der katholischen Kirche, mit einem starken personellen Naheverhältnis zu eben dieser. Seither macht sie ihre Arbeit im Stillen und informiert gelegentlich wortkarg auf [http://www.opfer-schutz.at/ ihrer Webseite]. Die Leitung der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Kommission wird alle fünf Jahre von den Vorsitzenden der Bischofs- und der Ordenskonferenz eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betroffenen werden von der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Opferschutzanwaltschaft an die Ombudsstellen bei den Diözesen verwiesen. Dort müssen sie mit Kirchenmitarbeitern interagieren, ihre Angelegenheit wird in der Diözese in einer &amp;quot;Diözesanen Kommission&amp;quot; behandelt und geht erst nach diesen zwei kircheninternen Schritten an die &amp;quot;Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; weiter. Gleichzeitig hat man das System so spezifisch aufgesetzt, dass Betroffene sexueller Gewalt in anderen Glaubensgemeinschaften keinen Ansprechpartner -- zumindest nicht die Opferschutzanwaltschaft -- haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/200423-10jahreUOK.html Nach 10 Jahren, bis April 2020] hat die Kommission 2.305 Fälle positiv entschieden (also Missbrauch festgestellt). (Insgesamt gab es 2.496 Betroffenen-Meldungen, also wurden 92,35 % positiv entschieden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast 84 % der Fälle betreffen die 1950-er- bis 1970-er-Jahre. Nur 28 Fälle sollen die zwanzig Jahre seit 2000 betreffen. Die Opfer waren zu 65 % männlich, 35 % weiblich. 78 % erlitten körperliche, 77 % psychische und 30 % sexuelle Gewalt (mit der Möglichkeit von Mehrfachnennungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurden Entschädigungen und therapeutische Hilfeleistungen in der Höhe von 30,7 Mio. € zuerkannt. Die katholische Kirche zahlt diese aus einer eigens eingerichteten Stiftung; die ca. 3 Mio € an jährlichen Zahlungen weist sie in [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen ihren Rechenschaftsberichten] nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/150408-apa.html?SWS=f76d2a8d7b17b680a288b19b889e2369 Nach 5 Jahren], bis um 4. 4. 2015 waren es &amp;quot;rund 1700&amp;quot; Fälle. In den ersten fünf Jahren also ca. 340 Fälle pro Jahr, danach in 5 Jahren 605, also &amp;quot;nur mehr&amp;quot; ca. 120 Fälle pro Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommission scheint sehr gut darin zu sein, die Fälle mit den Opfern so zu klären, dass sie nicht in die Medien kommen - jedenfalls ist öffentlich praktisch nichts wahrnehmbar. Dies verhindert aktuell eine Austrittswelle wie 2009-2010 in Österreich und 2020-2022 in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre trotzdem wünschenswert, eine ähnliche Transparenz wie in Deutschland zu pflegen: ohne öffentlichen Druck ist es weiterhin sehr schwierig, die Kirche zur Änderung ihrer Verfahren und tatsächlicher Transparenz zu zwingen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz]] auf einer regelmäßig aktualisierten Statistik-Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
2023-07-02 [https://archive.ph/DudY7 Organisierter Missbrauch im Erzbistum Berlin - Im schwarzen Regime der grauen Schwestern] - &amp;quot;Prügel, Hetzjagden, Gruppenvergewaltigungen im Pornokino: Was Grundschüler in den Sechzigerjahren durch Priester und Ordensschwestern erduldet haben sollen, war mutmaßlich perfide geplant.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-28 [https://hpd.de/artikel/offenbar-durchsuchungen-staatsanwaltschaft-im-erzbistum-muenchen-21096 Offenbar Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft im Erzbistum München] - &amp;quot;Tatsächlich ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München als Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen. Es mutig zu nennen, wie aus manchen Kreisen zu hören ist, wäre jedoch verfehlt. Für einen weltanschaulich neutralen Staat ist dies lediglich das normale und juristisch korrekte Vorgehen, wenn es darum geht, Straftäter ausfindig zu machen und einer gerechten Strafe zuzuführen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-20 [https://weltanschauungsrecht.de/meldung/zusammenfassung-des-beitrags-lothar-jaeger-bemessung-des-schmerzensgeldes-nach-vergewaltigung-und Zusammenfassung des Beitrags von Lothar Jaeger: „Bemessung des Schmerzensgeldes nach Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker“] - &amp;quot;Auf knapp 10 Seiten kritisiert Jaeger mit guten Argumenten die bisherige ungenügende Rechtsprechungspraxis, legt präzise Kriterien fest und sieht insbesondere eine (gewisse) Vergleichbarkeit zu den sehr hohen Entschädigungsbeträgen, die zur Genugtuung nach Persönlichkeitsverletzungen ausgesprochen wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-03 [https://www.spiegel.de/panorama/justiz/katholische-kirche-kommission-bewilligte-bislang-40-millionen-euro-fuer-missbrauchsopfer-a-50ca948c-30e1-4c70-9ea5-854d81132900 Kommission bewilligte bislang 40 Millionen Euro für Missbrauchsopfer] - &amp;quot;Mehr als 1800 Opfer von sexuellem Missbrauch sind bisher von der katholischen Kirche entschädigt worden – der Großteil davon im vergangenen Jahr.&amp;quot; Zum Vergleich im zehnmal kleineren, aber stärker katholischen Österreich: 2.709 entschädigte Fälle mit 34 Mio. €, also deutlich weniger pro Person (Stand: 31. Juli 2022). Daten von den [https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen der Bischofskonferenz].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-31 [https://www.die-tagespost.de/kirche/aktuell/schlussstrich-in-weiter-ferne-art-234628 Schlussstrich in weiter Ferne] - &amp;quot;Wo haben Betroffene von sexuellem Missbrauch bereits die Möglichkeit, sich in die Aufarbeitung einzubringen? Welche Bistümer haben wissenschaftliche Studien zur Erforschung des Missbrauchsgeschehens in Auftrag gegeben oder schon vorgelegt? Und wie viele Fälle sind in diesem Jahr neu bekannt geworden, welche Entschädigungssummen wurden gezahlt? Die „Tagespost“ hat sich mit diesen Fragen an alle deutschen Bistümer gewendet. Bis auf Eichstätt, Limburg und Magdeburg liegen aus allen Diözesen Antworten vor.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-27 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/katholische-kirche-116-neue-missbrauchs-hinweise-in-bayern,TR6Lc9a Katholische Kirche: 116 neue Missbrauchs-Hinweise in Bayern] - &amp;quot;Demnach sind bundesweit in den Personalakten von 1946 bis 2014 insgesamt 1.670 Kleriker wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Es gab 3.677 Opfer. Im Jahr 2020 machten die Ordensgemeinschaften öffentlich, dass sich bei ihnen weitere 1.412 Betroffene gemeldet haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-17 [https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2022/10/17/mgen-155-sternsinger-langjahriger-prasident-ist-missbrauchstater/ Sternsinger: Langjähriger Präsident ist Missbrauchstäter] - &amp;quot;Nun ließ es sich nicht mehr vertuschen: Monsignore Pilz, über Jahre gern gesehener Gast in Kanzler- und Bundespräsidialamt, war gewohnheitsmäßiger Missbrauchtäter.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-08-10 [https://www.spiegel.de/panorama/lateinamerika-bischof-emil-stehle-schuetzte-missbrauchstaeter-vor-strafverfolgung-a-0e61583e-92b3-4705-bcda-1f5c6bf04776 Bischof schützte Missbrauchstäter vor Strafverfolgung] - &amp;quot;Eine neue Untersuchung bestätigt Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe gegen den Lateinamerika-Bischof Emil Stehle. Er soll Sexualstraftäter gedeckt und sich selbst den Ruf eines »Tätschlers« erworben haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-03-09 [https://taz.de/Sexualisierte-Gewalt-in-der-Kirche/!5839622/ Sexualisierte Gewalt in der Kirche: Mangelhafte Kontrollen] - &amp;quot;Welche Bedeutung hat Bedauern, wenn keine strengen Präventionsmaßnahmen folgen? Nach einer Recherche des WDR werden in den 27 deutschen katholischen Bistümern trotz der erschreckenden Gutachten zur sexualisierten Gewalt durch Priester die Täter nur unzureichend kontrolliert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-02-16 [https://www.krone.at/2629491 Missbrauchsprozess gegen Priester stark erweitert] - &amp;quot;Die Missbrauchsklage gegen einen katholischen Priester vor dem Landgericht Köln ist am Mittwoch um 85 Tatvorwürfe erweitert worden. 70 Fälle davon betreffen Kinder, 15 Jugendliche. ... Die mutmaßlichen Taten fanden von 2002 bis 2018 statt. ... Kirche hätte Taten verhindern können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-20 [https://westpfahl-spilker.de/wp-content/uploads/2022/01/WSW-Gutachten-Erzdioezese-Muenchen-und-Freising-vom-20.-Januar-2022.pdf Westpfahl Spilker Wastl Rechtsanwälte: Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Bereich der Erzdiözese München und Freising von 1945 bis 2019] (PDF) - &amp;quot;Zu nennen ist hier zunächst der Klerikalismus, der zumindest einen adäquaten Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs verhindert hat. Eng verbunden damit ist die systemisch bedingte Angst und Hilflosigkeit im Umgang mit die Institution Kirche betreffenden Skandalen, die zu einem geradezu paranoiden Verhalten im Hinblick auf die eigentlich gebotene Transparenz im Interesse des aus subjektiver Sicht über allem stehenden – vermeintlichen – Schutzes der Institution führt. - Hinzu kommen grundlegende Mängel des kirchlichen Strafrechts, die damit verbundene unzureichende innerkirchliche Rechtskultur sowie Defizite im Zusammenhang mit der Gewährleistung der notwendigen Sachkompetenz bei der Besetzung diözesaner Führungsebenen. Zwingend gebotene Anforderungen, wie ausreichende Kompetenz, beispielsweise im Personalbereich, wurden nicht erfüllt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-12 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/erzbistum-muenchen-missbrauch-unter-den-augen-der-bischoefe,SuCT7HX Erzbistum München: Missbrauch unter den Augen der Bischöfe] - &amp;quot;Nach und nach kam ans Licht: H. konnte sich jahrzehntelang an Jungen vergehen, weil die Kirchenleitung wegsah. Statt den Pfarrer anzuzeigen oder kirchenrechtlich zu belangen, wurde er versetzt. Die BR Recherchen zeigen: Ranghohe Kirchenmänner hatten dabei vor allem das Image der Institution im Blick – und vergaßen die Opfer.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-04 [https://www.zeit.de/2022/02/sexueller-missbrauch-kirche-priester/komplettansicht In der Verantwortung] - &amp;quot;Der Fall des Priesters Peter H. zeigt, wie der Klerus sexuellen Missbrauch von Kindern vertuschte. Interne Kirchendokumente aus München und Rom belegen das. Und sie belasten Papst Benedikt XVI.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-12-28 [https://www.feinschwarz.net/wahrheit-und-gewissen/ Wahrheit und Gewissen] - &amp;quot;Die katholische Kirche ist ein Verantwortungsverdunstungsbetrieb. Über der Wirklichkeit liegt ein spiritueller Nebel-Schleier.&amp;quot; ... &amp;quot;Franziskus, der Letztverantwortliche, hat offenkundig kein Interesse daran zu klären, was wirklich geschehen ist, wer wie schuldig geworden ist, und daraus personelle Konsequenzen zu ziehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-24 [https://www.sueddeutsche.de/politik/priester-kindesmissbrauch-nichten-prozess-koeln-1.5471503 Priester soll seine Nichten missbraucht haben] - &amp;quot;Allzu oft muss sich ein katholischer Priester wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs nicht vor einem irdischen Gericht verantworten. Mit U.s Fall hat sich sogar der Papst beschäftigt, er steht beispielhaft für das &amp;quot;System der Unzuständigkeit&amp;quot;, das das im März veröffentliche Missbrauchsgutachten dem Erzbistum Köln bescheinigt; der Fall wird in dem Gutachten auf mehr als 20 Seiten thematisiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-19 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/wie-die-evangelische-kirche-missbrauchsaufarbeitung-verschleppt,Souy6Cb Wie die evangelische Kirche Missbrauchsaufarbeitung verschleppt] - &amp;quot;Wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer ist, lässt sich nur mutmaßen. Belastbare Zahlen, wie sie die katholische Bischofskonferenz mit der MHG-Studie vorgelegt hat, gibt es in der evangelischen Kirche noch nicht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-17 [https://hpd.de/artikel/kirche-muss-wegkommen-einzelfallmythos-19883 &amp;quot;Die Kirche muss wegkommen vom Einzelfallmythos&amp;quot;] - &amp;#039;Es sei ein grundsätzlicher Fehler, &amp;quot;sich hinter den Kollegen von der katholischen Kirche zu verstecken&amp;quot;, sagte ein Vertreter des &amp;#039;&amp;#039;Netzwerks Betroffenenforum&amp;#039;&amp;#039;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-09-14 [https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bistum-hildesheim-missbrauchsstudie-kirche-schuetzte-taeter-statt-kinder.0c34f87f-190c-4e84-baed-34449b4c9efc.html Bistum Hildesheim: Missbrauchsstudie: Kirche schützte Täter statt Kinder] - &amp;quot;Wenn Priestern sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, sind sie früher im Bistum Hildesheim nur in eine andere Gemeinde versetzt worden. Von der Kirche gab es Zuwendung und Schutz für die Täter, während die Betroffenen keine Hilfsangebote erhielten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-17 [https://www.youtube.com/watch?v=KrV-aMC87G4&amp;amp;t=71s Zeugen Jehovas - Missbrauch vertuscht?] (Video) - &amp;quot;Bei der Recherche für diese Doku stoßen wir auf Hinweise, dass in der Wachtturmgesellschaft, der Organisation hinter den Zeugen Jehovas, eine ausgeklügelte Paralleljustiz unter dem Mantel der Bibel existiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-18 [https://www.derstandard.at/story/2000125155902/gutachten-zu-missbrauch-sieht-202-beschuldigte-inerzbistums-koeln-entlastet-aber Gutachten zu Missbrauch sieht 202 Beschuldigte in Erzbistum Köln, entlastet aber Kardinal Woelki] - &amp;quot;Zwei hohe Würdenträger wurden von ihren Ämtern suspendiert. Die Missbrauchsopfer waren laut Gutachten mehrheitlich Burschen. Bei 63 Prozent der Beschuldigten handelt es sich um Kleriker, großteils Priester.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-22 [https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/erzbistum-koeln-missbrauch-anzahl-100.html Missbrauch im Erzbistum Köln - Zahl der Opfer wohl höher als bislang gedacht] - &amp;quot;Vier Wochen vor der Vorlage eines Rechtsgutachtens zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln sind laut einem Zeitungsbericht erste Zahlen zu Tätern und Opfern bekannt geworden, die um mehr als das Doppelte über den bisherigen Angaben des Erzbistums liegen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-16 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/missbrauch-und-zuhaelterei-bei-den-niederbronner-schwestern,SOQWb9o Missbrauchsvorwürfe gegen Niederbronner Schwestern] - &amp;quot;Die Stadt München bestätigt auf Nachfrage des BR die Misshandlungen durch Schwester M. und eine weitere Niederbronner Schwester. Auch zwei Angestellte der Stadt München stünden im Fokus der Vorwürfe mehrerer Betroffener.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-05 [https://hpd.de/artikel/missbrauch-den-zeugen-jehovas-systematische-vertuschung-18962 Missbrauch bei den Zeugen Jehovas: Systematische Vertuschung] - &amp;quot;Einem Verdacht wird aber nur nachgegangen, wenn es neben dem Kind mindestens einen weiteren Zeugen gibt (&amp;quot;Zwei-Zeugen-Regel&amp;quot;). Andernfalls wird die Sache &amp;quot;in Jehovas Hände&amp;quot; gegeben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-01 [https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/01/sexueller-missbrauch-minderjaehrige-erzbistum-berlin.html Missbrauch im Bistum Berlin: Gutachten macht mindestens 121 minderjährige Opfer aus] - &amp;quot;Die Kirchenleitung habe eine größere Empathie für die Täter als für die Opfer gehabt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-06 [https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/keine-einsicht-in-gutachten-erzbistum-100.html Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit Verschwiegenheitserklärung] - Eigentlich war geplant, das Gutachten ganz zu veröffentlichen, jetzt wird es beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-04 [https://hpd.de/artikel/lautes-schweigen-18851 Lautes Schweigen] - &amp;#039;Sie zeigten sich auch überrascht darüber, &amp;quot;wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen&amp;quot;. Dies – so Strafrechtler – habe möglicherweise seinen Grund in einer in Deutschland herrschenden &amp;quot;intuitiven Vorstellung von der sakrosankten Eigenständigkeit der Kirche&amp;quot;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Irland ===&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123255085/tausende-kinder-starben-im-20-jahrhundert-in-irischen-mutter-kind Tausende Kinder starben im 20. Jahrhundert in irischen Mutter-Kind-Heimen] - &amp;quot;Die Heime wurden von der Regierung kontrolliert und von religiösen Organisationen geleitet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
2021-06-28 [https://www.derstandard.at/story/2000127789515/hunderte-missbrauchsfaelle-in-polens-katholischer-kirche Hunderte Missbrauchsfälle in Polens katholischer Kirche] - &amp;quot;Einige der gemeldeten Taten liegen nach Angaben der Kirche Jahrzehnte zurück. Es gebe aber auch eine nicht unerhebliche Zahl sexueller Übergriffe, die in den vergangenen Jahren begangen worden seien. Zudem gebe es vermutlich noch eine hohe Dunkelziffer, sagte Żak.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123279744/polnische-kirche-praesentiert-kindesmissbrauch Polnische Kirche präsentiert Kindesmissbrauch-Analyse] - &amp;quot;Nach 2010 sind laut der Statistik aber fast ebenso viele Mädchen wie Burschen von Kindesmissbrauch in der Kirche betroffen. Seit 2011 waren 70 Opfer demnach zwischen 15 und 18 Jahre sowie 41 unter 15 Jahre alt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
2021-10-05 216.000 [https://religion.orf.at/stories/3209052/ Missbrauchsopfer in katholischer Kirche Frankreichs] - Nach der Präsentation des Berichts ist die Anzahl der Opfer massiv höher: 216.000 (bzw. auf 330.000 geschätzt inkl. aller kirchlicher Einrichtungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-10-03 [https://orf.at/stories/3230955/ Tausende Pädophile in Frankreichs katholischer Kirche seit 1950] - &amp;quot;Die Untersuchungen zum Missbrauchsskandal in der Kirche hätten ergeben, dass es seither zwischen 2.900 und 3.200 pädophile Priester oder andere pädophile Kirchenmitglieder gegeben habe, sagte der Leiter der Untersuchungskommission, Jean-Marc Sauve.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-03 [https://religion.orf.at/stories/3205072/ Kirchenexperte: 10.000 Missbrauchsopfer möglich] - &amp;quot;Die Zahl der geschätzten Opfer beziehe sich auf den Zeitraum seit 1950. Die Kommission wurde demnach 2018 nach mehreren Skandalen eingerichtet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ungarn ===&lt;br /&gt;
2021-05-28 [https://www.feinschwarz.net/missbrauch-kath-kirche-ungarn/ Die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs und die ungarisch-katholische Kirche] - &amp;quot;In meinem Heimatland existiert bis jetzt weder eine theologische, noch eine psychologisch-psychiatrische Aufarbeitung des Themas spiritueller und sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Es ist trotz der in den letzten ein, zwei Jahren eingeführten kirchlichen Maßnahmen bis heute immer noch stark tabuisiert. Deswegen ruft das Buch schon vor seiner Veröffentlichung äußerst heftige Reaktionen im medialen Bereich hervor und ich werde als Autorin von vielen regierungsnahen und rechtskonservativen Medien vehement angegriffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-04-14 [https://444.hu/2021/04/14/uristen-eletem-elso-csokja-egy-pappal-volt (Ungarisch: Mein Gott, der erste Kuss meines Lebens war mit dem Pfarrer)] - Erste Meldung 2003, aber die Kirchenbehörden haben dem Opfer nicht geglaubt. Erst 2015 wurde der Pfarrer aus dem Verkehr gezogen. Nach den Medienberichten haben sich noch 20 Betroffene gemeldet. Strafe: darf nicht mehr Pfarrer sein. Gegen das Opfer läuft noch ein Gerichtsverfahren wegen Stalking der Kirchenoberen, weil er beharrlich auf ein Treffen mit dem Kardinal bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-26 [https://insighthungary.444.hu/2021/02/26/hungarian-catholic-church-leaders-filed-charges-against-a-victim-of-sexual-abuse Hungarian Catholic Church Leaders Filed Charges Against a Victim of Sexual Abuse] - &amp;quot;Sexual abuse of minors by clergy in Hungary has not been well documented, especially in the period prior to the breakup of the Eastern Bloc: before 1990, there are almost no documented cases of sexual abuse by Hungarian priests, largely due to that period&amp;#039;s lack of independent courts or a genuine press, and to the church&amp;#039;s longstanding efforts to keep such cases quiet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.spiegel.de/panorama/spanien-justiz-untersucht-kindesmissbrauch-in-katholischer-kirche-a-3465cbf7-dc0d-45cf-b7e5-47ca2302d553 Spaniens Justiz untersucht Kindesmissbrauch durch Geistliche] - &amp;quot;In Spanien hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits 2019 gewarnt, dass die Maßnahmen der Kirche zur Aufdeckung und Vermeidung von sexuellem Kindesmissbrauch »unzureichend« seien. Die Kirche wurde damals aufgefordert, jeden Verdacht ohne »interne Überprüfungen oder Filter« vor Gericht zu bringen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-18 [https://hpd.de/artikel/spanische-bischofskonferenz-gibt-220-gemeldete-missbrauchsfaelle-2001-19300 Spanische Bischofskonferenz gibt 220 gemeldete Missbrauchsfälle seit 2001 zu] - &amp;quot;Die spanische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;El País&amp;#039;&amp;#039; berichtet jedoch über andere Zahlen: Ihre eigene Datenbank kommt auf über 300 Fälle mit über 800 Betroffenen und 54 Kardinälen, Bischöfen und Priestern, die an der Vertuschung des Missbrauchs beteiligt gewesen sein sollen, sowie 69 Fälle, in denen Priester nach einer Anzeige einfach an einen anderen Ort versetzt worden seien.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigtes Königreich ===&lt;br /&gt;
2021-09-04 [https://www.iicsa.org.uk/news/inquiry-report-finds-child-sexual-abuse-most-major-uk-religions Inquiry report finds child sexual abuse in most major UK religions] - &amp;quot;The report finds that organisational and cultural barriers to reporting child sexual abuse within religious organisations and settings are numerous, varied and difficult to overcome. These include victim-blaming, an absence of discussion around sex and sexuality, and discouraging external reporting, thus prioritising the organisation’s reputation above the needs of victims of sexual abuse.&amp;quot; (Der Bericht beschreibt, dass in religiösen Organisationen und Strukturen mehrere, vielschichtige und schwer überwindbare organisatorische und kulturelle Hürden für die Meldung des sexuellen Missbrauchs von Kindern existieren. Die Liste beinhaltet: Die Schuld dem Opfer zu geben; keine Diskussion über Sexualität; das Abraten von externer Meldung, und somit die Priorisierung des Rufes der Organisation über die Bedürfnisse der Opfer des sexuellen Missbrauchs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Israel ===&lt;br /&gt;
2022-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000132501539/metoo-prominente-ultraorthodoxe-juden-des-missbrauchs-beschuldigt Prominente ultraorthodoxe Juden des Missbrauchs beschuldigt] - &amp;quot;Im vergangenen Jahr wurden vermehrt Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen mehrere führende Persönlichkeiten der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Israel erhoben&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuseeland ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.derstandard.at/story/2000133023033/missbrauchsvorwuerfe-gegen-jeden-siebten-dioezesanpriester-in-neuseeland Missbrauchsvorwürfe gegen jeden siebten Diözesanpriester in Neuseeland] - &amp;quot;Zum Kreis der mutmaßlichen Täter gehören demnach 14 Prozent aller katholischen Diözesanpriester des Untersuchungszeitraums sowie acht Prozent aller männlichen und drei Prozent aller weiblichen Ordensmitglieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
2022-08-05 [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-mormon-churchs-help-line-keeps-sex-abuse-victims-in-danger/ The Mormon Church’s ‘help line’ keeps sex abuse victims in danger] - Die Mormonen in den USA betrieben eine Hotline für die Meldung problematischer Ereignisse. Einzige Aufgabe dieser Hotline war, den Anrufenden zu versprechen, dass die Leitung der Kirche sich ums Problem kümmern wird, und dann nichts zu tun. Dadurch konnten Menschen nach der Meldung jahrelang weiter Kinder vergewaltigen. Priorität der Mormonen war immer der Schutz des Ansehens der Kirche, nicht der Schutz der Kinder. Kirchenangehörige sind in Arizona auch nicht verpflichtet, sexuellen Missbrauch zu melden. Die Hotline wurde 1995 eingerichtet, vorher war die Anweisung, dass die Oberen die Meldungen an die Polizei weiterleiten -- die Einführung der Vertuschungs-Hotline hat die Situation also aktiv verschlechtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-05-28 [https://static1.squarespace.com/static/6108172d83d55d3c9db4dd67/t/628bfccb599a375bece1f66c/1653341391218/Guidepost+Solutions+Independent+Investigation+Report_.pdf The Southern Baptist Convention Executive Committee’s Response to Sexual Abuse Allegations and an Audit of the Procedures and Actions of the Credentials  Committee] - Die &amp;quot;Southern Baptist Convention&amp;quot; ist ein loser Zusammenschluss von baptistisch-evangelikalen Gemeinden im Süden der Vereinigten Staaten. Nachdem die vielen Vorwürfe nicht mehr zu ignorieren waren, haben sie eine externe Untersuchung des sexuellen Missbrauchs (von Kindern und Erwachsenen) und die fehlende Reaktion auf Meldungen desselben beauftragt. Dies ist das Ergebnis. Die Gruppe, die die Untersuchung durchgeführt hat, fand über 700 Beschuldigte bzw. Täter. Der Unterschied zur katholischen Kirche ist der höhere Anteil von Erwachsenen und Frauen, die diesen zum Opfer fielen und die Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinden. Gemeinsam haben beide die Vertuschungsmethoden: Priester hin und her versetzen, intern Listen führen, aber nicht die Polizei einzuschalten, die Opfer niedermachen usw. Das Hauptziel ist nicht der Schutz der Opfer, sondern des Rufs der Organisation und die Vermeidung von Verantwortung. Zusammenfassung von [https://onlysky.media/ccassidy/southern-baptist-sex-abuse-report/ Captain Cassidy], [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-southern-baptist-sex-abuse-report-ignored-the-most-important-solution/ Hemant Mehta] und der [https://ffrf.org/news/news-releases/item/41048-new-report-details-southern-baptists-despicable-treatment-of-sex-abuse-victims Freedom from Religion Foundation].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Portugal ===&lt;br /&gt;
2023-02-13 [https://www.derstandard.at/story/2000143488165/knapp-5-000-kinder-in-katholischer-kirche-portugals-missbraucht Knapp 5.000 Kinder in katholischer Kirche Portugals missbraucht] - &amp;quot;Es habe aber seit den 1950er-Jahren wohl viel mehr Fälle gegeben, denn bei den 4.815 handle sich um &amp;quot;eine absolute Mindestzahl&amp;quot;, sagte Ausschuss-Koordinator Pedro Strecht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kenya ===&lt;br /&gt;
2023-04-27 [https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/missbrauch-kenia-sternsinger-kirche-100.html Deutscher Ex-Oberministrant: Angeklagt wegen Missbrauchs in Kenia] - Der Beschuldigte sitzt in Kenya in Untersuchungshaft. Er hat in Deutschland schon in den 1980er-Jahren Jugendliche sexuell missbraucht, die Fälle sind von der deutschen Kirche auch bestätigt, nur hat man ihm nicht das Handwerk gelegt und sein &amp;quot;Missionsprojekt&amp;quot; in Kenya, wo die neuen Missbrauchsfälle passierten, noch aktiv unterstützt. Die Strafverfolgungsbehörden in Kenya gehen nach mindestens zehn Fällen immerhin gegen den mutmaßlichen Täter vor.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kindesmissbrauch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verbrechen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=234</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=234"/>
		<updated>2025-10-30T17:59:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Ergänzung sexuelle und körperliche Gewalt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Diese Daten werden gelegentlich auch von der sogenannten &amp;quot;Unabhängigen&amp;quot; &amp;quot;Opferschutzkommission&amp;quot; veröffentlicht. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistiken geben meistens eine Prozentverteilung der Jahrzehnte vor 2000 und dann die Kategorie &amp;quot;Seit 2000&amp;quot; (mittlerweile 25 Jahre) an. Zeitweise wurden andere Zeiträume angegeben, die &amp;#039;&amp;#039;kursiv&amp;#039;&amp;#039; geschriebenen Prozentwerte wurden aus den Daten davor weitergeführt und aufgeteilt. Die absoluten Zahlen pro Periode sind aus den Prozentwerten abgeleitet. Die Aufteilung auf Jahrzehnte hat sich immer wieder geändert, und nicht alles wurde zeitlich zugeordnet, die Summe der Periodenzahlen entspricht also häufig nicht der Gesamtsumme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verantwortung für die Lieferung der Daten und aller Auslassungen und Ungereimtheiten liegt beim Medienreferat der Bischofskonferenz. Nicht alle gemeldeten und positiv entschiedenen Fälle betreffen sexuelle Gewalt: Betroffene berichten auch über andere Gewalt oder sowohl sexuelle als auch andere Gewalt ([https://archive.ph/nXTCb 27 % sexuelle Gewalt, 11 % sexuelle und körperliche Gewalt]).&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Verlauf der von den Ombudsstellen der Bischofskonferenz&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Datum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle positiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;entschieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1950-1979&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1980-1999&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Summe Zahlungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neuem Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle pro Woche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106074434/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98967.html 2010-12-31]&lt;br /&gt;
|499&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106085630/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/95030.html 2011-12-31]&lt;br /&gt;
|516&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 6.400.000&lt;br /&gt;
|€ 12.403&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106083655/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98966.html 2012-04-03]&lt;br /&gt;
|683&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|581&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 8.000.000&lt;br /&gt;
|€ 11.713&lt;br /&gt;
|€ 9.581&lt;br /&gt;
|12,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20161108052135/https://www.ombudsstellen.at/ 2016-03-11]&lt;br /&gt;
|1.455&lt;br /&gt;
|1,0 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|15&lt;br /&gt;
|€ 22.000.000&lt;br /&gt;
|€ 15.120&lt;br /&gt;
|€ 18.135&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20180906071914/https://www.ombudsstellen.at/ 2018-07-11]&lt;br /&gt;
|1.812&lt;br /&gt;
|0,9 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 25.600.000&lt;br /&gt;
|€ 14.128&lt;br /&gt;
|€ 10.084&lt;br /&gt;
|2,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20190208200118/https://www.ombudsstellen.at/ 2019-01-11]&lt;br /&gt;
|1.974&lt;br /&gt;
|0,8 %&lt;br /&gt;
|1.644&lt;br /&gt;
|235&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 27.300.000&lt;br /&gt;
|€ 13.830&lt;br /&gt;
|€ 10.494&lt;br /&gt;
|6,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20200810235648/https://www.ombudsstellen.at/ 2020-02-29]&lt;br /&gt;
|2.305&lt;br /&gt;
|1,2 %&lt;br /&gt;
|1.934&lt;br /&gt;
|334&lt;br /&gt;
|28&lt;br /&gt;
|€ 30.700.000&lt;br /&gt;
|€ 13.319&lt;br /&gt;
|€ 10.272&lt;br /&gt;
|5,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20220218063857/https://www.ombudsstellen.at/ 2021-12-31]&lt;br /&gt;
|2.642&lt;br /&gt;
|1,4 %&lt;br /&gt;
|2.206&lt;br /&gt;
|391&lt;br /&gt;
|37&lt;br /&gt;
|€ 33.600.000&lt;br /&gt;
|€ 12.718&lt;br /&gt;
|€ 8.605&lt;br /&gt;
|3,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20230528051453/https://www.ombudsstellen.at/ 2022-12-31]&lt;br /&gt;
|2.759&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.290&lt;br /&gt;
|419&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|€ 34.660.000&lt;br /&gt;
|€ 12.563&lt;br /&gt;
|€ 9.060&lt;br /&gt;
|2,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240226201600/https://www.ombudsstellen.at/ 2023-12-31]&lt;br /&gt;
|2.905&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.382&lt;br /&gt;
|471&lt;br /&gt;
|44&lt;br /&gt;
|€ 35.760.000&lt;br /&gt;
|€ 12.310&lt;br /&gt;
|€ 7.534&lt;br /&gt;
|2,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240826001402/https://www.ombudsstellen.at/ 2024-06-30]&lt;br /&gt;
|3.013&lt;br /&gt;
|1,6 %&lt;br /&gt;
|2.462&lt;br /&gt;
|491&lt;br /&gt;
|48&lt;br /&gt;
|€ 36.560.000&lt;br /&gt;
|€ 12.134&lt;br /&gt;
|€ 7.407&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://archive.ph/nXTCb 2025-05-31]&lt;br /&gt;
|3.214&lt;br /&gt;
|2,3 %&lt;br /&gt;
|2.610&lt;br /&gt;
|530&lt;br /&gt;
|74&lt;br /&gt;
|€ 37.700.000&lt;br /&gt;
|€ 11.730&lt;br /&gt;
|€ 5.672&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mitte der 2010er-Jahre wurden nach einem anfänglich hohen Aufkommen eher weniger Fälle verarbeitet, 2019-2020 war es wieder intensiver, danach wieder weniger. In den letzten beiden Jahren sind die Meldungen und ihre Bearbeitung wieder auf einem höheren Niveau, auf fast jeden Werktag kommt einer (4,2 pro Woche).&lt;br /&gt;
[[Datei:Fälle pro Woche.png|alternativtext=Liniendiagramm: Entschiedene Fälle pro Woche im Zeitverlauf|zentriert]]&lt;br /&gt;
Bemerkenswert (wenn auch nicht überraschend) ist das starke Ansteigen der Fälle seit 2000. Diese können im Allgemeinen noch nicht verjährt sein. Diese Zahl ist zwischen 2020 und 2025 in fünf Jahren aufs mehr als Zweieinhalbfache gestiegen, von 28 auf 74. Es werden aber auch noch ältere Fälle gemeldet.&lt;br /&gt;
Die Fälle ab 2000 sind hervorgehoben, weil diese im Normalfall noch nicht verjährt sind, strafrechtliche Ermittlungen also möglich und für die Staatsanwaltschaften verpflichtend wären. Die Unterlagen zu diesen Straftaten müssten regelmäßig beschlagnahmt werden, damit die [https://www.oesterreich.gv.at/de/lexicon/O/Seite.991418 Offizialdelikte] (sexuelle und andere Gewalt an Minderjährigen) strafrechtlich verfolgt werden können.&lt;br /&gt;
[[Datei:Positiv erledigte Fälle.png|alternativtext=Liniendiagramm des Verlaufs der insgesamt erledigten Fälle|zentriert|Verlauf der insgesamt erledigten Fälle und der Fälle seit 2000]]&lt;br /&gt;
Die bewilligten Zahlungen werden im Zeitverlauf immer kleiner. In den USA sind gerichtlich ausgefochtene Schadenersatzzahlungen von 200.000 $ üblich, in Deutschland wurden auch bereits Zahlungen über 50.000 € zugesprochen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Zahlungen im Zeitverlauf.png|alternativtext=Liniendiagramm der Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf|zentriert|Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf]]&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zahlung pro Fall&amp;quot; ist die Summe der Zahlungen dividiert durch die insgesamt positiv erledigten Fälle. Die &amp;quot;Zahlung pro neuem Fall&amp;quot; wird aus der Differenz der Zahlungen und der Fälle zwischen den Veröffentlichungsstichtagen errechnet. Hier ist der stark fallende Mittelwert besonders auffällig, nach 2020 ist er unter 10.000 gefallen, und das bei starker Inflation seit 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtsumme der Zahlungen der Kirche an die Opfer über mehr als 15 Jahre beträgt aktuell 37,7 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa das Doppelte dieser Summe [[Finanzierung durch den Staat|überweist die Republik Österreich]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;jedes Jahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; an die römisch-katholische Kirche.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=233</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=233"/>
		<updated>2025-10-30T17:56:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Diagramme eingefügt, Text ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Diese Daten werden gelegentlich auch von der sogenannten &amp;quot;Unabhängigen&amp;quot; &amp;quot;Opferschutzkommission&amp;quot; veröffentlicht. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistiken geben meistens eine Prozentverteilung der Jahrzehnte vor 2000 und dann die Kategorie &amp;quot;Seit 2000&amp;quot; (mittlerweile 25 Jahre) an. Zeitweise wurden andere Zeiträume angegeben, die &amp;#039;&amp;#039;kursiv&amp;#039;&amp;#039; geschriebenen Prozentwerte wurden aus den Daten davor weitergeführt und aufgeteilt. Die absoluten Zahlen pro Periode sind aus den Prozentwerten abgeleitet. Die Aufteilung auf Jahrzehnte hat sich immer wieder geändert, und nicht alles wurde zeitlich zugeordnet, die Summe der Periodenzahlen entspricht also häufig nicht der Gesamtsumme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verantwortung für die Lieferung der Daten und aller Auslassungen und Ungereimtheiten liegt beim Medienreferat der Bischofskonferenz.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Verlauf der von den Ombudsstellen der Bischofskonferenz&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Datum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle positiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;entschieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1950-1979&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1980-1999&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Summe Zahlungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neuem Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle pro Woche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106074434/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98967.html 2010-12-31]&lt;br /&gt;
|499&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106085630/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/95030.html 2011-12-31]&lt;br /&gt;
|516&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 6.400.000&lt;br /&gt;
|€ 12.403&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106083655/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98966.html 2012-04-03]&lt;br /&gt;
|683&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|581&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 8.000.000&lt;br /&gt;
|€ 11.713&lt;br /&gt;
|€ 9.581&lt;br /&gt;
|12,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20161108052135/https://www.ombudsstellen.at/ 2016-03-11]&lt;br /&gt;
|1.455&lt;br /&gt;
|1,0 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|15&lt;br /&gt;
|€ 22.000.000&lt;br /&gt;
|€ 15.120&lt;br /&gt;
|€ 18.135&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20180906071914/https://www.ombudsstellen.at/ 2018-07-11]&lt;br /&gt;
|1.812&lt;br /&gt;
|0,9 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 25.600.000&lt;br /&gt;
|€ 14.128&lt;br /&gt;
|€ 10.084&lt;br /&gt;
|2,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20190208200118/https://www.ombudsstellen.at/ 2019-01-11]&lt;br /&gt;
|1.974&lt;br /&gt;
|0,8 %&lt;br /&gt;
|1.644&lt;br /&gt;
|235&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 27.300.000&lt;br /&gt;
|€ 13.830&lt;br /&gt;
|€ 10.494&lt;br /&gt;
|6,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20200810235648/https://www.ombudsstellen.at/ 2020-02-29]&lt;br /&gt;
|2.305&lt;br /&gt;
|1,2 %&lt;br /&gt;
|1.934&lt;br /&gt;
|334&lt;br /&gt;
|28&lt;br /&gt;
|€ 30.700.000&lt;br /&gt;
|€ 13.319&lt;br /&gt;
|€ 10.272&lt;br /&gt;
|5,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20220218063857/https://www.ombudsstellen.at/ 2021-12-31]&lt;br /&gt;
|2.642&lt;br /&gt;
|1,4 %&lt;br /&gt;
|2.206&lt;br /&gt;
|391&lt;br /&gt;
|37&lt;br /&gt;
|€ 33.600.000&lt;br /&gt;
|€ 12.718&lt;br /&gt;
|€ 8.605&lt;br /&gt;
|3,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20230528051453/https://www.ombudsstellen.at/ 2022-12-31]&lt;br /&gt;
|2.759&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.290&lt;br /&gt;
|419&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|€ 34.660.000&lt;br /&gt;
|€ 12.563&lt;br /&gt;
|€ 9.060&lt;br /&gt;
|2,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240226201600/https://www.ombudsstellen.at/ 2023-12-31]&lt;br /&gt;
|2.905&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.382&lt;br /&gt;
|471&lt;br /&gt;
|44&lt;br /&gt;
|€ 35.760.000&lt;br /&gt;
|€ 12.310&lt;br /&gt;
|€ 7.534&lt;br /&gt;
|2,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240826001402/https://www.ombudsstellen.at/ 2024-06-30]&lt;br /&gt;
|3.013&lt;br /&gt;
|1,6 %&lt;br /&gt;
|2.462&lt;br /&gt;
|491&lt;br /&gt;
|48&lt;br /&gt;
|€ 36.560.000&lt;br /&gt;
|€ 12.134&lt;br /&gt;
|€ 7.407&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://archive.ph/nXTCb 2025-05-31]&lt;br /&gt;
|3.214&lt;br /&gt;
|2,3 %&lt;br /&gt;
|2.610&lt;br /&gt;
|530&lt;br /&gt;
|74&lt;br /&gt;
|€ 37.700.000&lt;br /&gt;
|€ 11.730&lt;br /&gt;
|€ 5.672&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Mitte der 2010er-Jahre wurden nach einem anfänglich hohen Aufkommen eher weniger Fälle verarbeitet, 2019-2020 war es wieder intensiver, danach wieder weniger. In den letzten beiden Jahren sind die Meldungen und ihre Bearbeitung wieder auf einem höheren Niveau, auf fast jeden Werktag kommt einer (4,2 pro Woche).&lt;br /&gt;
[[Datei:Fälle pro Woche.png|alternativtext=Liniendiagramm: Entschiedene Fälle pro Woche im Zeitverlauf|zentriert]]&lt;br /&gt;
Bemerkenswert (wenn auch nicht überraschend) ist das starke Ansteigen der Fälle seit 2000. Diese können im Allgemeinen noch nicht verjährt sein. Diese Zahl ist zwischen 2020 und 2025 in fünf Jahren aufs mehr als Zweieinhalbfache gestiegen, von 28 auf 74. Es werden aber auch noch ältere Fälle gemeldet.&lt;br /&gt;
Die Fälle ab 2000 sind hervorgehoben, weil diese im Normalfall noch nicht verjährt sind, strafrechtliche Ermittlungen also möglich und für die Staatsanwaltschaften verpflichtend wären. Die Unterlagen zu diesen Straftaten müssten regelmäßig beschlagnahmt werden, damit die [https://www.oesterreich.gv.at/de/lexicon/O/Seite.991418 Offizialdelikte] (sexuelle und andere Gewalt an Minderjährigen) strafrechtlich verfolgt werden können.&lt;br /&gt;
[[Datei:Positiv erledigte Fälle.png|alternativtext=Liniendiagramm des Verlaufs der insgesamt erledigten Fälle|zentriert|Verlauf der insgesamt erledigten Fälle und der Fälle seit 2000]]&lt;br /&gt;
Die bewilligten Zahlungen werden im Zeitverlauf immer kleiner. In den USA sind gerichtlich ausgefochtene Schadenersatzzahlungen von 200.000 $ üblich, in Deutschland wurden auch bereits Zahlungen über 50.000 € zugesprochen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Zahlungen im Zeitverlauf.png|alternativtext=Liniendiagramm der Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf|zentriert|Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf]]&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zahlung pro Fall&amp;quot; ist die Summe der Zahlungen dividiert durch die insgesamt positiv erledigten Fälle. Die &amp;quot;Zahlung pro neuem Fall&amp;quot; wird aus der Differenz der Zahlungen und der Fälle zwischen den Veröffentlichungsstichtagen errechnet. Hier ist der stark fallende Mittelwert besonders auffällig, nach 2020 ist er unter 10.000 gefallen, und das bei starker Inflation seit 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtsumme der Zahlungen der Kirche an die Opfer über mehr als 15 Jahre beträgt aktuell 37,7 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa das Doppelte dieser Summe [[Finanzierung durch den Staat|überweist die Republik Österreich]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;jedes Jahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; an die römisch-katholische Kirche.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Zahlungen_im_Zeitverlauf.png&amp;diff=232</id>
		<title>Datei:Zahlungen im Zeitverlauf.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Zahlungen_im_Zeitverlauf.png&amp;diff=232"/>
		<updated>2025-10-30T17:50:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diagramm der Zahlungen an die Opfer im Zeitverlauf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Positiv_erledigte_F%C3%A4lle.png&amp;diff=231</id>
		<title>Datei:Positiv erledigte Fälle.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Positiv_erledigte_F%C3%A4lle.png&amp;diff=231"/>
		<updated>2025-10-30T17:29:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Liniendiagramm des Verlaufs der insgesamt erledigten Fälle&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:F%C3%A4lle_pro_Woche.png&amp;diff=230</id>
		<title>Datei:Fälle pro Woche.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:F%C3%A4lle_pro_Woche.png&amp;diff=230"/>
		<updated>2025-10-30T17:23:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Durchschnittliche Anzahl der Fälle pro Zeiteinheit, zeigt den Verlauf von intensiveren und weniger intensiven Phasen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=229</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=229"/>
		<updated>2025-10-30T16:25:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Tabelle fertiggestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Diese Daten werden gelegentlich auch von der sogenannten &amp;quot;Unabhängigen&amp;quot; &amp;quot;Opferschutzkommission&amp;quot; veröffentlicht. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistiken geben meistens eine Prozentverteilung der Jahrzehnte vor 2000 und dann die Kategorie &amp;quot;Seit 2000&amp;quot; (mittlerweile 25 Jahre) an. Zeitweise wurden andere Zeiträume angegeben, die &amp;#039;&amp;#039;kursiv&amp;#039;&amp;#039; geschriebenen Prozentwerte wurden aus den Daten davor weitergeführt und aufgeteilt. Die absoluten Zahlen pro Periode sind aus den Prozentwerten abgeleitet. Die Aufteilung auf Jahrzehnte hat sich immer wieder geändert, und nicht alles wurde zeitlich zugeordnet, die Summe der Periodenzahlen entspricht also häufig nicht der Gesamtsumme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verantwortung für die Lieferung der Daten und aller Auslassungen und Ungereimtheiten liegt beim Medienreferat der Bischofskonferenz.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Verlauf der von den Ombudsstellen der Bischofskonferenz&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Datum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle positiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;entschieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1950-1979 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1980-1999 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000 %&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1950-1979&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1980-1999&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ab 2000&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Summe Zahlungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zahlung pro&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neuem Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fälle pro Woche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106074434/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98967.html 2010-12-31]&lt;br /&gt;
|499&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106085630/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/95030.html 2011-12-31]&lt;br /&gt;
|516&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 6.400.000&lt;br /&gt;
|€ 12.403&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|0,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20140106083655/http://www.ombudsstellen.at/content/ombudsstellen/home/article/98966.html 2012-04-03]&lt;br /&gt;
|683&lt;br /&gt;
|85,0 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|581&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|€ 8.000.000&lt;br /&gt;
|€ 11.713&lt;br /&gt;
|€ 9.581&lt;br /&gt;
|12,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20161108052135/https://www.ombudsstellen.at/ 2016-03-11]&lt;br /&gt;
|1.455&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|1,0 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|15&lt;br /&gt;
|€ 22.000.000&lt;br /&gt;
|€ 15.120&lt;br /&gt;
|€ 18.135&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20180906071914/https://www.ombudsstellen.at/ 2018-07-11]&lt;br /&gt;
|1.812&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|0,9 %&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 25.600.000&lt;br /&gt;
|€ 14.128&lt;br /&gt;
|€ 10.084&lt;br /&gt;
|2,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20190208200118/https://www.ombudsstellen.at/ 2019-01-11]&lt;br /&gt;
|1.974&lt;br /&gt;
|83,3 %&lt;br /&gt;
|11,9 %&lt;br /&gt;
|0,8 %&lt;br /&gt;
|1.644&lt;br /&gt;
|235&lt;br /&gt;
|16&lt;br /&gt;
|€ 27.300.000&lt;br /&gt;
|€ 13.830&lt;br /&gt;
|€ 10.494&lt;br /&gt;
|6,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20200810235648/https://www.ombudsstellen.at/ 2020-02-29]&lt;br /&gt;
|2.305&lt;br /&gt;
|83,9 %&lt;br /&gt;
|14,5 %&lt;br /&gt;
|1,2 %&lt;br /&gt;
|1.934&lt;br /&gt;
|334&lt;br /&gt;
|28&lt;br /&gt;
|€ 30.700.000&lt;br /&gt;
|€ 13.319&lt;br /&gt;
|€ 10.272&lt;br /&gt;
|5,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20220218063857/https://www.ombudsstellen.at/ 2021-12-31]&lt;br /&gt;
|2.642&lt;br /&gt;
|83,5 %&lt;br /&gt;
|14,8 %&lt;br /&gt;
|1,4 %&lt;br /&gt;
|2.206&lt;br /&gt;
|391&lt;br /&gt;
|37&lt;br /&gt;
|€ 33.600.000&lt;br /&gt;
|€ 12.718&lt;br /&gt;
|€ 8.605&lt;br /&gt;
|3,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20230528051453/https://www.ombudsstellen.at/ 2022-12-31]&lt;br /&gt;
|2.759&lt;br /&gt;
|83,0 %&lt;br /&gt;
|15,2 %&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.290&lt;br /&gt;
|419&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|€ 34.660.000&lt;br /&gt;
|€ 12.563&lt;br /&gt;
|€ 9.060&lt;br /&gt;
|2,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240226201600/https://www.ombudsstellen.at/ 2023-12-31]&lt;br /&gt;
|2.905&lt;br /&gt;
|82,0 %&lt;br /&gt;
|16,2 %&lt;br /&gt;
|1,5 %&lt;br /&gt;
|2.382&lt;br /&gt;
|471&lt;br /&gt;
|44&lt;br /&gt;
|€ 35.760.000&lt;br /&gt;
|€ 12.310&lt;br /&gt;
|€ 7.534&lt;br /&gt;
|2,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://web.archive.org/web/20240826001402/https://www.ombudsstellen.at/ 2024-06-30]&lt;br /&gt;
|3.013&lt;br /&gt;
|81,7 %&lt;br /&gt;
|16,3 %&lt;br /&gt;
|1,6 %&lt;br /&gt;
|2.462&lt;br /&gt;
|491&lt;br /&gt;
|48&lt;br /&gt;
|€ 36.560.000&lt;br /&gt;
|€ 12.134&lt;br /&gt;
|€ 7.407&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://archive.ph/nXTCb 2025-05-31]&lt;br /&gt;
|3.214&lt;br /&gt;
|81,2 %&lt;br /&gt;
|16,5 %&lt;br /&gt;
|2,3 %&lt;br /&gt;
|2.610&lt;br /&gt;
|530&lt;br /&gt;
|74&lt;br /&gt;
|€ 37.700.000&lt;br /&gt;
|€ 11.730&lt;br /&gt;
|€ 5.672&lt;br /&gt;
|4,2&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=228</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=228"/>
		<updated>2025-10-24T17:14:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Erklärende Texte&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Diese Daten werden gelegentlich auch von der sogenannten &amp;quot;Unabhängigen&amp;quot; &amp;quot;Opferschutzkommission&amp;quot; veröffentlicht. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistiken geben meistens eine Prozentverteilung der Jahrzehnte vor 2000 und dann die Kategorie &amp;quot;Seit 2000&amp;quot; (mittlerweile 25 Jahre) an. Zeitweise wurden andere Zeiträume angegeben, die &amp;#039;&amp;#039;kursiv&amp;#039;&amp;#039; geschriebenen Prozentwerte wurden aus den Daten davor weitergeführt und aufgeteilt. Die absoluten Zahlen pro Periode sind aus den Prozentwerten abgeleitet. Sie ergeben durch die Ungenauigkeit der Prozentwerte und die daraus resultierende Rundung nicht genau die Gesamtanzahl der Fälle. Daten in dieser Detailstufe gibt es erst seit 2018. Die Verantwortung für die Lieferung der Daten und aller Auslassungen und Ungereimtheiten liegt beim Medienreferat der Bischofskonferenz.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=227</id>
		<title>Missbrauchszahlen der Bischofskonferenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Missbrauchszahlen_der_Bischofskonferenz&amp;diff=227"/>
		<updated>2025-10-24T16:00:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Angelegt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;quot;Ombudsstellen&amp;quot; der österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichen halbwegs regelmäßig neue Zahlen über die Fälle von Kindesmissbrauch, die in ihrem Bereich bearbeitet wurden, auf [https://ombudsstellen.at ombudsstellen.at]. Dort liegt auch die sogenannte [https://www.ombudsstellen.at/rahmenordnung2021-82882 Rahmenordnung], die das Verfahren beschreibt. Ein Kasten enthält statistische Daten. Da der Verlauf der Daten dort nicht dokumentiert ist, werden diese öffentlich zugänglichen Informationen hier aufbereitet. Websites wie [https://archive.org/ archive.org] speichern alte Versionen der Ombudsstellen-Seite und belegen die historischen Datenstände.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=226</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=226"/>
		<updated>2025-09-30T18:32:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Update 2025-09&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt und im Sommer 2024 unter 50 % gefallen ist. In Österreich sind also mehr Menschen nicht katholisch als katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2025-09.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Mitte 2025: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 30. 9. 2025&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.490.000&lt;br /&gt;
|48,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2024 + Hochrechnung drei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|243.900&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2024 + Hochrechnung drei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|779.500&lt;br /&gt;
|8,5 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.040.000&lt;br /&gt;
|33,0&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen. Dies dürfte auch seither ähnlich liegen, da einerseits Austritte aus christlichen Kirchen neue Konfessionsfreien erzeugen, andererseits durch Migration aus Ländern mit orthodoxer und islamischer Mehrheit diese Religionsgemeinschaften wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://wasglaubtoe.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_wasglaubtoe/Was_glaubt_OEsterreich_Endbericht_Quantitativer_Teil.pdf &amp;quot;Was glaubt Österreich?&amp;quot; 2024] ===&lt;br /&gt;
Diese Studie basiert auf einer Befragung von 15- bis 75-jährigen Menschen, für diese Altersgruppen repräsentativ.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Frage Q115, Formale Zugehörigkeit&lt;br /&gt;
!Religionsgemeinschaft&lt;br /&gt;
!Anteil (%)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Keine&lt;br /&gt;
|39,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Evangelisch AB, HB&lt;br /&gt;
|3,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Freikirchen&lt;br /&gt;
|0,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Islamisch&lt;br /&gt;
|3,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Katholisch&lt;br /&gt;
|39,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Weiß nicht/keine Angabe&lt;br /&gt;
|7,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Andere&lt;br /&gt;
|0,8&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Diese Studie ist wegen der Altersbeschränkung nicht für die Bevölkerung repräsentativ. Sie zeigt auch stark abweichende Werte von den anderen, besser abgesicherten Bevölkerungsanteilen aus anderen Erhebungen. Dieser Studie zufolge wäre mittlerweile die Gruppe der Konfessionsfreien größer als die der KatholikInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2025-09.png&amp;diff=225</id>
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		<updated>2025-09-30T18:19:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in Österreich&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=224</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=224"/>
		<updated>2025-06-28T10:04:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */ Stand und Anzahl der Konfessionsfreien&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt und im Sommer 2024 unter 50 % gefallen sind. In Österreich sind also mehr Menschen nicht katholisch als katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2025-06.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 28. 6. 2025&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.504.000&lt;br /&gt;
|48,9 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung sechs Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|245.800&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2024 + Hochrechnung zwei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|779.500&lt;br /&gt;
|8,5 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.031.000&lt;br /&gt;
|32,9&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=223</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=223"/>
		<updated>2025-06-28T09:55:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Update der Verteilungen 2025-06-28&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt und im Sommer 2024 unter 50 % gefallen sind. In Österreich sind also mehr Menschen nicht katholisch als katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2025-06.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 29. 3. 2025&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.504.000&lt;br /&gt;
|48,9 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung sechs Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|245.800&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2024 + Hochrechnung zwei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|779.500&lt;br /&gt;
|8,5 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.004.000&lt;br /&gt;
|32,9&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung der gesellschaftlichen Gruppen&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
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		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=221"/>
		<updated>2025-03-29T12:59:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Ergänzung katholisch unter 50 %&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt und im Sommer 2024 unter 50 % gefallen sind. In Österreich sind also mehr Menschen nicht katholisch als katholisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2025-03.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 29. 3. 2025&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.526.000&lt;br /&gt;
|49,2 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|247.713&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2024 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|779.400&lt;br /&gt;
|8,4 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.004.000&lt;br /&gt;
|32,6&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=220</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=220"/>
		<updated>2025-03-29T11:12:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Update 2025Q1&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2025-03.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 29. 3. 2025&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.526.000&lt;br /&gt;
|49,2 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|247.713&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2024 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|779.400&lt;br /&gt;
|8,4 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|3.004.000&lt;br /&gt;
|32,6&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2025-03.png&amp;diff=219</id>
		<title>Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2025-03.png</title>
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		<updated>2025-03-29T11:09:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=218</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=218"/>
		<updated>2025-01-06T09:26:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... */ 700.000 von IGGÖ&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-12.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 29. 19. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.549.000&lt;br /&gt;
|49,4 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|249.900&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|772.700&lt;br /&gt;
|8,4 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.980.000&lt;br /&gt;
|32,4&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey 2023/2024 nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich [https://www.derislam.at/2025/01/05/stellungnahme-des-praesidenten-zu-den-politischen-entwicklungen-in-oesterreich-und-der-aussage-von-landeshauptfrau-johanna-mikl-leitner/ nennt Anfang 2025] &amp;quot;über 700.000 Muslim:innen&amp;quot;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=217</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
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		<updated>2024-12-30T14:51:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Konfessionsfreie */ Kleine Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-12.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 29. 19. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.549.000&lt;br /&gt;
|49,4 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|249.900&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|772.700&lt;br /&gt;
|8,4 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.980.000&lt;br /&gt;
|32,4&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiösen Bekenntnissen von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Konfessionsfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=216</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=216"/>
		<updated>2024-12-29T19:28:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Update Ende 2024&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-12.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Ende 2024: 9,2 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 29. 19. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.549.000&lt;br /&gt;
|49,4 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|249.900&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung vier Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|772.700&lt;br /&gt;
|8,4 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.980.000&lt;br /&gt;
|32,4&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionen-laendern-europas-20232024 European Social Survey 2023/2024] ===&lt;br /&gt;
Eine Befragung ab 15 Jahren, also ohne Kinder und Jugendliche. Während der Anteil der Konfessionsfreien ziemlich realistisch wiedergegeben ist, sind die Werte für katholisch und evangelisch gegenüber den offiziellen Zahlen der Religionsgesellschaften stark überschätzt, während kleinere Religionsgesellschaften unterrepräsentiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christlich&amp;quot; keine ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die European Social Survey nennt rund 434.000 Angehörige, das wären 5,5 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,98 Mio. Menschen, etwas über 32 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 fast verdreifacht.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2024-12.png&amp;diff=215</id>
		<title>Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-12.png</title>
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		<updated>2024-12-29T19:15:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Verteilung Ende 2024&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=214</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=214"/>
		<updated>2024-09-18T11:14:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */ Bild aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-09.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Mitte 2024: 9,18 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 18. 9. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.579.000&lt;br /&gt;
|49,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung drei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|251.700&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung drei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|766.000&lt;br /&gt;
|8,3 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.942.300&lt;br /&gt;
|32,0&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
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		<updated>2024-09-18T11:14:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung der Mitglieder von Religionsgesellschaften und der Konfessionsfreien&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=212</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=212"/>
		<updated>2024-09-18T11:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Update 2024-09&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-07.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Mitte 2024: 9,18 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 18. 9. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.579.000&lt;br /&gt;
|49,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2023 + Hochrechnung drei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|251.700&lt;br /&gt;
|2,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung drei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|766.000&lt;br /&gt;
|8,3 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.942.300&lt;br /&gt;
|32,0&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies hat sich 2024 geändert, erst im Herbst erscheinen die Zahlen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Im Sommer 2024 wurde die Hälfte der Bevölkerung unterschritten, Österreich hat seither keine katholische Bevölkerungsmehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 44 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=211</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=211"/>
		<updated>2024-07-06T13:46:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Orthodoxe Kirchen */ Schätzungen und Umfragen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-07.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 6. 7. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.605.300&lt;br /&gt;
|50,1 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung sechs Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|253.600&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung zwei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|766.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.915.000&lt;br /&gt;
|31,7&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen und Umfragen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen und Umfragen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die jährlichen Geburten, multipliziert mit dem muslimisch zugeordneten Bevölkerungsanteil, dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkannte Religionsgesellschaften, die nicht den Kriterien für die Anerkennung entsprechen ==&lt;br /&gt;
Neben anderen Regeln ist ein Bevölkerungsanteil von 0,2 % für eine Bekenntnisgemeinschaft die Voraussetzung für die staatliche Anerkennung, das entspricht ca. 18.200 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende anerkannte Religionsgesellschaften erreichen diese Grenze derzeit nicht (mehr): Altkatholiken, Mormonen, Neuapostolische Kirche, Israelitische Kultusgemeinde, Buddhisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Freikirchen, die eigentlich vier verschiedene Gruppen sind, und den Zeugen Jehovas sind ihre Eigenangaben von rund 20.000 bzw. 22.000 Menschen etwas mit Zweifeln behaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=210</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=210"/>
		<updated>2024-07-06T11:23:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */ Update 2024-07&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-07.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 6. 7. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.605.300&lt;br /&gt;
|50,1 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung sechs Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|253.600&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung zwei Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|766.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000 + Hochrechnung auf Basis von Geburten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.915.000&lt;br /&gt;
|31,7&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit den Angaben der Statistik Austria aus 2021, die auf 745.600 Menschen kam, und rechnen die Geburten, multipliziert mit dem Bevölkerungsanteil, jährlich dazu. Da die Konfession der Eltern sich auf die Kinder überträgt, ist das mehr oder weniger korrekt. Dies führt zu einer gewissen Überschätzung, weil es ja auch Eltern mit unterschiedlichen Konfessionen gibt, und fürs Bekenntnis von Verstorbenen gibt es keine Zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Deswegen ist die häufig geäußerte Annahme &amp;quot;alle, die um Asyl ansuchen, sind muslimisch&amp;quot; falsch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2024-07.png&amp;diff=209</id>
		<title>Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-07.png</title>
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		<updated>2024-07-06T11:11:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung der Bevölkerung in Österreich unter großen Konfessionen bzw. Konfessionsfreien&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=208</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=208"/>
		<updated>2024-07-03T17:59:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Andere christliche Bekenntnisse */ NAK Update&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2024-04-15 Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-04.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 4. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.626.600&lt;br /&gt;
|50,5 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|255.400&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.888.000&lt;br /&gt;
|31,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.153 Mitglieder] Ende 2023 (Jahresbericht NAK-CH).&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=207</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=207"/>
		<updated>2024-04-16T08:33:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Andere Religionen bzw. Bekenntnisse */ Quelle Bahá&amp;#039;i&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2024-04-15 Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-04.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 4. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.626.600&lt;br /&gt;
|50,5 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|255.400&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.888.000&lt;br /&gt;
|31,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Nationales Bahá&amp;#039;í Sekretariat, E-Mail-Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=206</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
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		<updated>2024-04-16T08:13:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Andere Religionen bzw. Bekenntnisse */ Bahai: 1.300&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2024-04-15 Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-04.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 4. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.626.600&lt;br /&gt;
|50,5 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|255.400&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.888.000&lt;br /&gt;
|31,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: 1.300 bekennende Menschen in Österreich (Quelle: Private Kommunikation)&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=205</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
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		<updated>2024-04-15T22:23:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Zeitstempel aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2024-04-15 Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-04.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 4. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.626.600&lt;br /&gt;
|50,5 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|255.400&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.888.000&lt;br /&gt;
|31,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=204</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
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		<updated>2024-04-15T21:24:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Aktualisierung 2024-04-15&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:2024-04-15 Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-04.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 1. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.626.600&lt;br /&gt;
|50,5 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung fünf Quartale&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|255.400&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2023 + Hochrechnung ein Quartal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.888.000&lt;br /&gt;
|31,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von unter 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 3 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:2024-04-15_Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2024-04.png&amp;diff=203</id>
		<title>Datei:2024-04-15 Konfessionen und Konfessionsfreie 2024-04.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:2024-04-15_Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2024-04.png&amp;diff=203"/>
		<updated>2024-04-15T21:24:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Aktualisiert 2024-04-15&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Finanzierung_durch_den_Staat&amp;diff=202</id>
		<title>Finanzierung durch den Staat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Finanzierung_durch_den_Staat&amp;diff=202"/>
		<updated>2024-03-17T21:07:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Denkmalschutz */ Denkmalamt administriert Steuerabsetzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Anlehnend an das hervorragend recherchierte, aber leider schon etwas ältere Buch &amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag - Kirchenfinanzierung in Österreich&amp;quot; (abgek. GWuuB) von Carsten Frerk und Christoph Baumgarten (Czernin Verlag, 2012) listen wir hier die finanziellen Leistungen, die der Staat Österreich bzw. Bundesländer aus Steuermitteln an Religionsgemeinschaften und für religiöse Zwecke ausgeben bzw. Einnahmen, auf die sie verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier nachgewiesene Summe für 2020 (bzw. die neuesten verfügbaren Daten) ergibt ca. 1,47 bis 1,72 Mrd. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Direkte Zahlungen ===&lt;br /&gt;
Der Bund zahlt auf Basis des Vermögensvertrags von 1960 und Zusatzverträgen direkt an die Katholische, die Evangelische und die Altkatholische Kirche sowie an die Israelitische Kultusgemeinde. Ursprünglicher Grund dafür ist der &amp;#039;&amp;#039;Religionsfonds&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011: 56.592.000 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020: 72.279.755 € &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon: 66.835.250 € allein an die Katholische Kirche, 2020 [https://www.derstandard.at/story/2000118839994/kirchen-erhalten-mehr-geld-vom-staat um ca. 3,5 Mio. €/Jahr erhöht], und zwar nachträglich, mit einer Nachzahlung für 2018 und 2019. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021: 65.683.344 € &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Religionsfonds bis zum Kirchenbeitrag ====&lt;br /&gt;
Dieser Fonds 1782 wurde vom &amp;quot;aufgeklärt absolutistischen&amp;quot; Kaiser Joseph II. eingerichtet, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Josephinismus#Klosteraufhebungen_und_Religionsfonds das Kirchenvermögen neu strukturierte]. Das Ziel war, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenfinanzierung#In_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Bezahlung der Geistlichen] und die Erhaltung der Kirchengebäude sicherzustellen. Dies war Staatsvermögen, die Erlöse wurden an die Kirche(n) ausgezahlt. Zusätzlich behielt die Kirche natürlich eine Menge Land, die sie auch heute noch hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war eine Zeit, in der die Grundbesitzer noch Lehensherren waren und sehr weitgehend über ihre &amp;quot;Untertanen&amp;quot; herrschten: Diese hatten weder freie Berufswahl noch Reisefreiheit; selbst für die Eheschließung brauchten sie die Zustimmung ihrer Lehensherren, die in vielen Fällen die Katholische Kirche war. Im Jahrhundert davor wurde der Dreißigjährige Krieg geführt, nach diesem wurden große Gebiete in Österreich mit Gewalt rekatholisiert. Das ist der historische Hintergrund, wenn es um die Herkunft von kirchlichem Grundbesitz geht. Was auf den Lehen/Besitzungen erwirtschaftet wurde, kam aus der Ausbeutung von Menschen, die ihr Leben nicht frei gestalten konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Religionsfonds wurde dann über die Jahre weitergeführt. Ab 1885 reichten die Erlöse aus dem Fonds für die Finanzierung der Kirchen nicht mehr aus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenfinanzierung#In_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche der Staat begann zuzuschießen]. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg führte die Geldentwertung zu weiteren Wertverlusten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Einmarsch der Nazis wurde der Religionsfonds 1939 aufgelöst. Als Ersatz dafür wurde den Religionsgemeinschaften die Möglichkeit gegeben, selbst von ihren Mitgliedern Kirchenbeiträge einzuheben. Auch wenn die Nazi-Diktatur dafür sorgte: dies ist die einzige vernünftige und gerechte Finanzierungsform im Kontext der Vielfalt von Religionen und der damals schon wachsenden Anzahl von Menschen ohne religiöse Bekenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Regelung wurde nach 1945 beibehalten, während andere Nazi-Gesetze geändert wurden. Also ist eine Systemumstellung passiert und von der Republik weitergeführt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirchen wollten dann &amp;#039;&amp;#039;beides&amp;#039;&amp;#039; haben: Staatliche Finanzierung &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; weiter den Kirchenbeitrag einheben. Dies führte dazu, dass später, 1960, Verträge mit dem Vatikan und den Religionsgemeinschaften geschlossen wurden, die die Zahlungen regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen der Zahlungen ====&lt;br /&gt;
Katholische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10010025 Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich zur Regelung von vermögensrechtlichen Beziehungen], Artikel II; [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:f688d47d-fa89-4e97-90f6-9be79bf8948f/26_30_vert.pdf 7. Zusatzvertrag zum Vermögensvertrag]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evangelische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009255 Bundesgesetz vom 6. Juli 1961 über äußere Rechtsverhältnisse der Evangelischen Kirche], § 20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Israelitische Religionsgesellschaft: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009176 Gesetz vom 21. März 1890, betreffend die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft], § 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altkatholische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009250 Bundesgesetz vom 26. Oktober 1960 über finanzielle Leistungen an die altkatholische Kirche]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Höhe der Zahlungen und Berechnung ====&lt;br /&gt;
Neben einem gesetzlich festgelegten Betrag wird jeweils eine Anzahl von Stellen mitfinanziert, deren Wert vom jeweiligen Bezug von Beamten nach dem staatlichen Besoldungsschema (&amp;quot;Gehalt eines Bundesbeamten der Verwendungsgruppe A, Dienstklasse IV, 4. Gehaltsstufe zuzüglich Sonderzahlungen und Teuerungszuschlägen&amp;quot;) abhängt. Damit ist bei diesem Teil eine jährliche Inflationsanpassung automatisch gegeben. Zusätzlich wird die Fixzahlung regelmäßig angepaßt, wenn die Inflation seit der letzten Erhöhung jeweils 20 % erreicht hat. Die automatische Anpassung, sobald die Inflation 20 % erreicht hat, wurde am [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/BNR/BNR_00162/index.shtml 10. 12. 2020 im Nationalrat beschlossen]. Vorher wurde 60 Jahre lang (zwischen 1960 und 2020) regelmäßig ein neues Gesetz/Zusatzvertrag mit dem Vatikan beschlossen und die Zahlungen an die anderen Religionsgemeinschaften angepaßt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Kritik =====&lt;br /&gt;
Diese Zahlungen wurden in den 1960-er-Jahren, also zu einer Zeit festgelegt, in der praktisch niemand außerhalb dieser vier Religionsgemeinschaften in Österreich lebte. Es war damals wohl auch nicht vorstellbar, dass sich das ändern könnte. Heute beträgt der Anteil der Angehörigen dieser Religionsgemeinschaften jedoch kaum mehr als 60 % (ca. 25 % Konfessionslose, 7-9 % Muslime, Orthodoxe Christen, Zeugen Jehovas, christliche Freikirchen, Buddhisten, weitere Religionsgemeinschaften). Es gibt keine Mechanismen, um die Zahlungen an die tatsächliche Anzahl der Anhänger der jeweiligen Religion anzupassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung der Zahlungen ist, dass sie eine Entschädigung an die Opfer des Nationalsozialismus darstellen. Es stellt sich jedoch Frage, welche Rolle diese &amp;quot;Entschädigung&amp;quot; mehr als 80 Jahre später in einer komplett veränderten Situation noch spielt, und ob sie nicht schon mehrmals geleistet wurde und irgendwann abgezahlt ist. Entschädigungen an Menschen orientieren sich ja an einem konkreten Schaden oder enden notwendigerweise mit dem Tod dieser Menschen. Im Versicherungsrecht gilt, dass die Entschädigung für einen Schaden nicht höher als der Schaden sein darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre längst die Pflicht des Gesetzgebers gewesen, den entstandenen Schaden exakt zu berechnen und die Zahlungen einzustellen, sobald die Entschädigung geleistet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Einnahmen der Katholischen Kirche aus dem Kirchenbeitrag [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen sind 8 bis 10mal höher] als die staatliche &amp;quot;Entschädigung&amp;quot;. Das zeigt schon, welche Wohltat die Umstellung auf den Kirchenbeitrag für die Kirchen war, und wie sehr sie von ihrer &amp;quot;Schädigung&amp;quot; durch die Nazis profitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch das Argument, die &amp;quot;Entschädigung&amp;quot; entspräche den jährlichen Erlösen, die beschlagnahmten und nicht zurückerstatteter Landbesitz abwerfen würde. Nur: Die gesamten Erträge aus &amp;quot;Vermögensverwaltung (ohne Finanzergebnis) - Vermietungen&amp;quot; laut [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen Gebarungsbericht] sind weniger als die Hälfte der &amp;quot;Wiedergutmachung&amp;quot;. Das würde heißen, daß mehr als zweimal so viel Land beschlagnahmt worden wäre als die Kirche aktuell hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrfach wurde das Argument vorgebracht, der Vermögensvertrag von 1960 sähe die Anpassung an die Inflation vor, nur &amp;#039;&amp;#039;[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10010025 steht das dort nicht drinnen]&amp;#039;&amp;#039;, wie man sich leicht überzeugen kann. Was aber drinnen steht: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Katholische Kirche anerkennt, daß die Republik Österreich über die in diesem Vertrag zugesagten Leistungen hinaus auf den darin behandelten Gebieten keine weiteren finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen hat.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Eine Begründung für die Inflationsanpassung steht also nicht nur nicht im Vertrag drinnen: Die Katholische Kirche erkennt sogar an, dass sie keine weiteren Forderungen (wie eine regelmäßige Erhöhung der Zahlungen) hat. Bis zum Beschluss der automatischen Anpassung durch Parlament im Jahr 2020 war das also immer ein freiwilliges Entgegenkommen des Staates, keine gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags ===&lt;br /&gt;
2012: ca. 120 Mio. €/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020: wegen der Covid-19-Krise unsicher. Der Trend der Vorjahre würde auf 125 - 140 Mio. € hindeuten, und 2020 werden noch die Steuern für 2019 gezahlt, allerdings wurden manche gestundet. Das Finanzministerium gibt 130 - 150 Mio. € an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflichtbeiträge, die an anerkannte Religionsgemeinschaften gezahlt wurden, lassen sich bis 400 € von der Einkommenssteuer absetzen. Sie verringern also die Basis, von der die in Stufen eingeteilten Steuerbeträge berechnet werden. Dem Staat entgeht damit ein Betrag, der fast doppelt so hoch ist wie die Direktzahlungen, allerdings hier von allen Religionsgemeinschaften, die Pflichtbeiträge einheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Absetzmöglichkeiten gibt es bei Spenden an gemeinnützige und mildtätige Vereine, die aber ihre Wohltätigkeit nachweisen und sich regelmäßig kontrollieren lassen müssen. Diese Pflicht gilt für die Religionsgemeinschaften nicht. Bis die Absetzmöglichkeit gegeben ist, dauert es auch mindestens 5 Jahre für die Vereine. Und: viele dieser Vereine sind unter kirchlicher Kontrolle - wie z. B. mehrere, deren Tätigkeit die Missionierung ist, sie sind also eigennützig statt gemeinnützig. GWuuB berechnet allein für die Missions-Organisationen einen jährlichen Betrag von 54 Mio. €: 43 Mio. Steuerentfall und 11 Mio. € staatliche Subventionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Berechnung ====&lt;br /&gt;
Die Zahl aus 2012 in &amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag&amp;quot; stammt aus der [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_10354/fnameorig_248770.html Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage]. Die Berechnungsmethode ist dort nicht erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gerundeten Beiträge, die in der Anfragebeantwortung angegeben sind, änderten sich zwischen 2009 und 2011 nicht; 2012 wurde der Absetzbetrag von 200 auf 400 € erhöht, was die Änderung erklärt. Die Einkommen und die daraus resultierenden Bemessungsgrundlagen steigen natürlich von Jahr zu Jahr, andererseits treten auch jedes Jahr Leute aus den Kirchen aus. Die Inflation und die Austrittsrate sind dabei in einer ähnlichen Größenordnung, sie dürften sich also ungefähr die Waage halten. Damit wird sich der Betrag eher nicht sehr stark ändern. Mehr Kirchenaustritte (in Prozent der Mitglieder) als die Inflationsrate können dazu führen, dass diese &amp;quot;negative Staatsleistung&amp;quot; abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/AB/AB_00319/index.shtml Anfragebeantwortung aus 2020] enthält neuere Zahlen: 2015 bis 2018, sowohl für Kirchenbeiträge als auch für abgesetzte Spenden. Der Steuerentgang aus den Kirchenbeiträgen betrug in diesen Jahren zwischen 124 Mio. und 143 Mio. €. Der Steuerentgang aus den abgesetzten wohltätigen Spenden liegt bei ca. 54 bis 64 % dieses Betrags. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürs Jahr 2020 ist damit zu rechnen, daß die Steuereinnahmen und auch die Kirchenbeiträge wegen der Covid-19-Krise deutlich zurückgehen. Das wird 2020 und wohl auch noch in 2021 dazu führen, dass der Steuerentgang weniger als in den Jahren davor beträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche [https://www.katholisch.at/aktuelles/134667/finanzministerium-klarstellung-zu-kirchlichen-steuerbeguenstigungen zitiert das Finanzministerium] mit 130 - 150 Mio. € Steuerentgang aus der Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Staatsleistungen für den Kirchenbeitrag ====&lt;br /&gt;
Der Staat verwaltet eigentlich komplett unnötig und in für den Datenschutz problematischer Weise die Religionszugehörigkeit von Menschen. (Diese ist bei sehr vielen Menschen in Österreich nicht einmal selbstbestimmt, sondern von den Eltern vorgegeben.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Informationen liefert das staatliche Meldewesen an die Religionsgemeinschaften ([https://ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz § 20 (7)]) , die sie nutzen können, um ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; (also Leute, die in einem staatlichen Melderegister eine bestimmte Religion eingetragen haben) zur Zahlung des Kirchenbeitrags zu verpflichten. Die Religionsgemeinschaften sparen sich damit einen enormen Aufwand (und damit Kosten) in der Mitgliederverwaltung, Registrierung neuer Mitglieder, Erfassung von Umzügen etc. Sie nutzen die Daten aus dem staatlichen Meldewesen sogar, um über zugezogene Menschen mit eingetragener Religionszugehörigkeit benachrichtigt zu werden und bei den Schwesterkirchen in den Herkunftsländern zu fragen, ob dieser Mensch getauft ist. Für manche Leute, die sich in Österreich niederlassen, ist die Zahlungsaufforderung der Kirche einer der ersten eintreffenden Briefe (GWuuB, S. 47).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerbefreiungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Grundsteuer ====&lt;br /&gt;
Religionsgemeinschaften sind von der [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10003845 Grundsteuer für alle Gebäuden befreit], die für Gottesdienste, Seelsorge, Unterweisung, Verwaltung und als Altersheime genutzt werden. Die Befreiung gilt allerdings auch für Sportvereine, öffentliche Körperschaften, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Universitäten usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Erhebung der Grundsteuer in den [https://fragdenstaat.at/anfrage/grund-und-grunderwerbsteuer-kath-kirche/ Kompetenzbereich der Gemeinden fällt], gibt es keine österreichweiten Zahlen dazu. Angeblich wurde 2010 [https://www.oe24.at/oesterreich/politik/daniel/kirche-soll-grundsteuer-zahlen/1764119 für einen &amp;quot;Geheimplan&amp;quot; errechnet], wie viel davon hereinkommen würde, aber das Ergebnis wurde nie veröffentlicht. In einem [https://www.derstandard.at/story/1328162577961/3-milliarden-euro-kolportiert-wie-der-staat-die-kirche-finanziert Standard-Artikel aus 2012] wurden 53 Mio. €/Jahr genannt, GWuuB nennt 54 Mio. €/Jahr, erwähnt aber, das nicht verifizieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erbschafts- und Schenkungssteuer ====&lt;br /&gt;
Schenkungen und Erbschaften an anerkannte Religionsgemeinschaften sind nur mit 2,5 % zu versteuern, statt eines deutlich höheren, mit dem Betrag ansteigenden Steuersatzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Andere Steuerbefreiungen und -begünstigungen ====&lt;br /&gt;
Weitere Ausnahmen gibt es z. B. im Kapitalverkehrsgesetz, in der Gewerbeordnung und diversen Landesgesetzen. Hier konnte keine Summe ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kostenlose Sendezeit und Programmproduktion im ORF ==&lt;br /&gt;
Im [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10000785 ORF-Gesetz] wird definiert, dass &amp;quot;die angemessene Berücksichtigung der Bedeutung der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften&amp;quot; zum öffentlich-rechtlichen Kernauftrag gehört. Da aber in allen Aufsichtsgremien Kirchenvertreter sitzen, ist mit &amp;quot;angemessen&amp;quot; auch die kommentarlose Übernahme von Inhalten dieser Religionsgemeinschaften (sehr ungleich zugunsten der großen christlichen Kirchen verteilt - eine Live-Übertragung eines islamischen Gottesdienstes würde wohl ziemliche Empörung auslösen) gemeint. Die Kosten der Übertragungstechnik und des Personals werden auch vom ORF getragen. GWuuB kommt auf 10 bis 57 Mio. € für 2010, je nachdem, ob Werbetarife (die zweifellos für einen Teil der Programme angerechnet werden müssten) oder nur der Anteil der religiösen Inhalte am Gesamtprogramm im ORF-Budget gerechnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neueste erreichbare Jahresbericht des ORF von 2019 nennt Sendungen in ähnlicher Größenordnung. Die genannten Kosten scheinen also weiterhin in einem ähnlichen Ausmaß zu entstehen. Nicht religiöse GebührenzahlerInnen finanzieren diese Programme also mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelsorge ==&lt;br /&gt;
Seelsorge bedeutet, daß nicht notwendigerweise evidenzbasiert ausgebildete Menschen anderen Menschen psychische Unterstützung nach den Vorstellungen ihrer Religion zu geben versuchen. Es gibt einige Bereiche, in denen die Bedingungen mangels Fluchtmöglichkeit einer Zwangsbeglückung entsprechen - so im Militär, in Gefängnissen und in Krankenhäusern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Militärseelsorge: 2010 ca. 4 Mio. € (GWuuB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefängnisseelsorge: ca. 0,6 Mio. € (GWuuB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die christliche Telefonseelsorge wird in einzelnen Bundesländern auch vom Bundesland oder einer größeren Gemeinde mitfinanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelsorge in Krankenhäusern: Es gibt dazu keine Aufstellung. Die Personen, die die Seelsorge bieten, sind zwar Freiwillige oder von den Religionsgemeinschaften bezahlt; allerdings existiert in jedem Krankenhaus eine Infrastruktur für sie, bis hin zu ganzen Kapellen, die natürlich der Krankenhausbetreiber finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zahlungen von Gemeinden ==&lt;br /&gt;
GWuuB nennt viele Beispiele, in denen Gemeinden (vom Dorf bis zur Großstadt) aus ihrem Budget kirchliche Zwecke unterstützen, z. B. Renovierungen von Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann am eigenen Wohnort, soweit dort entsprechende Budgettransparenz herrscht, in der Kategorie 39 (in größeren Gemeinden 3900 oder 39000) &amp;quot;Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; schauen. (Die Publikation der Rechnungsabschlüsse in einem maschinenlesbaren Format ist gesetzlich vorgeschrieben.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seite [https://offenerhaushalt.at OffenerHaushalt.at] enthält die Rechnungsabschlüsse von ca. 1.480 teilnehmenden Gemeinden. In der Suche oder auf der Karte wählt man die entsprechende Gemeinde, dann &amp;quot;Detailansicht VRV97&amp;quot;, und geht über &amp;quot;3 Kunst, Kultur und Kultus&amp;quot; weiter zu &amp;quot;39 Kultus&amp;quot;. In vielen Gemeinden existiert dort ein Posten wie &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Statistik Austria lassen sich diese Zahlen für die letzten Jahre nur kostenpflichtig abrufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe der Ausgaben der Gemeinden für &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; war: &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Saldo der Position &amp;quot;Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; aller Gemeinden in Österreich (Ausgaben minus Erträge)&lt;br /&gt;
!Jahr&lt;br /&gt;
!Summe in Mio. €&lt;br /&gt;
!Pro Kopf&lt;br /&gt;
!Bundesland mit den höchsten Ausgaben pro Kopf&lt;br /&gt;
!Pro Kopf im genannten Bundesland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|11,39 &lt;br /&gt;
|€ 1,28&lt;br /&gt;
|Salzburg &lt;br /&gt;
|€ 3,68&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2021&lt;br /&gt;
|11,11&lt;br /&gt;
|€ 1,24&lt;br /&gt;
|Vorarlberg&lt;br /&gt;
|€ 3,52&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2022&lt;br /&gt;
|12,37&lt;br /&gt;
|€ 1,37&lt;br /&gt;
|Vorarlberg&lt;br /&gt;
|€ 4,34&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Wien (gleichzeitig Bundesland und Gemeinde) weist in &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; nichts aus. Alle anderen Bundesländer schon. Der Pro-Kopf-Wert beinhaltet ganz Österreich, und wie wir sehen, ist die Verteilung zwischen den Bundesländern ziemlich ungleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Gemeinden geben auch einige Bundesländer Geld in diesem Bereich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberösterreich 2020 und 2021: Jeweils ~ 100.000 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tirol 2020: 1,26 Mio. €, 2021: 1,15 Mio. €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung und Erziehung ==&lt;br /&gt;
In Bereichen, in denen die Kirchen mehr oder weniger plausibel erklären können, öffentliche Leistungen zu erbringen, springt der Staat weitgehend mit der Finanzierung ein. Eine katholische Schule hat zwar Zugangsbeschränkungen und Einschränkungen der Religionsfreiheit (z. B. ist keine Abmeldung vom katholischen Religionsunterricht möglich), aber die LehrerInnen zahlen der Staat und die Gemeinden zusammen. Es gibt immer noch Bezirke in Österreich, in denen die Matura nur in einer konfessionellen Privatschule erreicht werden kann (GWuuB, Seite 124).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ca. 5,5 % der Schulen in Österreich haben eine Religionsgemeinschaft als Schulerhalter ([https://statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&amp;amp;RevisionSelectionMethod=LatestReleased&amp;amp;dDocName=020957 Statistik Austria]). Das sind 328 Schulen, die meisten davon (285) betreibt die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindertagesstätten: Kindergärten, Krippen ===&lt;br /&gt;
Laut GWuuB waren 2009 herum 10,8 % der Kinderbetreuungsstätten in kirchlicher Trägerschaft, und diese betreuten 12,4 Prozent der Kinder. Dort ist als Quelle die Bildungsausgabenstatistik der Statistik Austria angegeben. Leider findet sich diese Aufschlüsselung aktuell nicht mehr. GWuuB gibt jährliche Kosten von 185 Millionen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir aktuell 10 % an (unter der Annahme, dass der Anteil religiöser Träger und ihre Attraktivität etwas abgenommen haben), und nehmen die Zahlen für 2019 von der Statistik Austria her, so bekommen wir einer Unsicherheit von +/- 10 % ca. 260 bis 318 Mio. €. Das ist deutlich höher als 2009, aber in den letzten 10 Jahren hat der Anteil der in Kindergärten betreuten Kinder durch verschiedene Maßnahmen stark zugenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessionelle Privatschulen ===&lt;br /&gt;
Dank dem &amp;quot;[https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1972_290_0/1972_290_0.pdf Schulkonkordat]&amp;quot; besitzen Schulen, die von anerkannten Religionsgemeinschaften betrieben werden, automatisch das Öffentlichkeitsrecht, sie sind also - anders als Schulen in anderer nicht-öffentlicher Trägerschaft - den öffentlichen Schulen gleichgestellt. Ihre Zeugnisse gelten also als gleichwertig mit Zeugnissen öffentlicher Schulen. Und der Bund zahlt auch die Personalkosten der LehrerInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012 wurde im Parlament eine detaillierte [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_10508/index.shtml Anfrage an die Unterrichtsministerin] gerichtet, aus deren Beantwortung GWuuB einige Zahlen erhielt. Für 2009/2010 weist das Buch 450 Mio. € für diesen Bereich aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/030823.html Bildungsausgaben-Aufstellung] der Statistik Austria zahlte die öffentliche Hand im Jahr 2019 für Pflichtschulen und AHS/BHS/Berufsschulen zusammen 11,356 Milliarden €. Die 5,5 % der Schulen mit einer Religionsgemeinschaft als Erhalter kosten davon (wieder mit +/- 10 % Streuung) 562 bis 687 Millionen €. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessioneller Religionsunterricht ===&lt;br /&gt;
Sämtliche ReligionslehrerInnen an öffentlichen Schulen (und wie wir gesehen haben, an konfessionellen Privatschulen) sowie die Unterrichtsmaterialien werden von der öffentlichen Hand finanziert. GWuuB nennt Ausgaben von 267 Mio. €. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontrolliert werden die Ausbildung und die Zulassung der LehrerInnen aber von den Religionsgemeinschaften, die die Lehrerlaubnis auch entziehen können (von LehrerInnen, die die öffentliche Hand angestellt hat und bezahlt!). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Tatsache, dass die [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/081127.html Bildungsausgaben für den Primar- und Sekundarbereich] allein zwischen 2012 und 2019 um 13 % zugenommen haben, andererseits aber auch viele SchülerInnen sich vom Religionsunterricht abmelden, können wir eine ähnliche Größenordnung der Kosten wie zur Entstehung von GWuuB annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessionelle Pädagogische Hochschulen ===&lt;br /&gt;
Von den [https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/fpp/ph/pv_verb.html 14 pädagogischen Hochschulen in Österreich] sind vier kirchlich und eine, die Private Pädagogische Hochschule Burgenland, gehört einer Stiftung, die von Bund, Land und Kirche getragen wird. Die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems wird in &amp;quot;ökumenischer Zusammenarbeit&amp;quot; von verschiedenen christlichen Kirchen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GWuuB weist für 2011 37,7 Mio. € Aufwendungen für die konfessionellen Hochschulen aus. Neuere Zahlen konnten wir nicht finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theologische Fakultäten an öffentlichen Universitäten ===&lt;br /&gt;
Diese Fakultäten (fünf katholisch, eine evangelisch) bilden an öffentlichen Universitäten ziemliche Fremdkörper: Die Kirche schreibt vor, welche Fächer zu unterrichten sind, die Personal- und Sachausstattung, und hat die letzte Entscheidung über die Professuren. Eine organisatorische oder wissenschaftliche (soweit man bei Theologie davon sprechen kann) Weiterentwicklung ist auf diese Weise schwer zu erreichen. Rechtsgrundlage sind das Konkordat und das katholische Kirchenrecht. Zahlen muss die öffentliche Universität -- also im Endeffekt die öffentliche Hand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl der Studierenden der Theologie sinkt sowohl absolut als auch als Anteil der Studierenden insgesamt. Im Studienjahr 2020/2021 studierten an öffentlichen Universitäten 2.291 Personen Theologie, das entspricht 0,74 % der gesamten Studierenden an öffentlichen Unis. Zehn Jahre vorher lag der Anteil noch bei 0,85 % (GWuuB Seite 135). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erwähnt schreibt aber das Konkordat die Anzahl der Professuren vor, der finanzielle Aufwand für die Fakultäten sinkt also nicht parallel mit dem Interesse am Theologiestudium. GWuuB nennt für 2002 55 Professoren der Theologie, das war damals 3,4 % aller Professoren, bei damals 1,1 % der Theologiestudierenden an allen Studierenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [https://www.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/startseite/Dokumente/LB2020_WiBi_Kennzahlen_interaktiv.pdf Angaben der Universität Wien] sind 24,85 &amp;quot;Vollzeitäquivalente&amp;quot; ProfessorInnen im Bereich &amp;quot;Religion und Theologie&amp;quot; tätig. Das sind 5,2 % der ProfessorInnen an der Universität Wien - deutlich mehr als der Anteil der Studierenden. Wenn das Verhältnis an den anderen Universitäten mit theologischen Fakultäten ähnlich ist, und diese Universitäten ca. 42 % der ProfessorInnen an allen öffentlichen Universitäten ausmachen, können wir rechnen, dass die Personalkosten der theologischen Fakultäten etwa 2 % der Personalkosten aller öffentlicher Universitäten ausmachen. 2 % des Personalteils der [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/030824.html Bildungsausgaben 2019] (Statistik Austria) ergibt 55,35 Mio. Euro -- nur für Personal, ohne Sachaufwände. (GWuuB berechnete vor 10 Jahren 34 Mio. Euro.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziales und Gesundheit ==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag&amp;quot; nennt für diesen Bereich 2,4 Milliarden Euro pro Jahr, die unter anderem an die Caritas, die Diakonie und an Ordensspitäler gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese Seite nur Zahlungen an Religionsgemeinschaften und für religiöse Zwecke auflistet, rechnen wir diesen Betrag nicht in die Gesamtsumme ein und aktualisieren sie auch nicht. Hier soll nur der Hinweis auf die Caritas-Lüge und die überwiegend staatliche Finanzierung des Sozial- und Gesundheitswesens mit minimalem kirchlichem Anteil nicht fehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Caritas weist in ihrem [https://www.caritas.at/ueber-uns/ueber-die-caritas/leitbild Leistungsbericht] &amp;quot;Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand und kirchliche Beiträge&amp;quot; nur zusammen aus. Es wäre leicht und transparent, diesen Punkt aufzuteilen -- sie werden schon wissen, warum sie es nicht tun. Was ist die Obergrenze für den kirchlichen Beitrag? Das beantwortet die katholische Kirche auf ihrer [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen Finanz-Seite]: 14,9 Mio. Euro, 2,3 % ihres Gesamtbudgets. Wenn das alles an die Caritas ginge (was sicher nicht der Fall ist), wäre das 1,6 % des Gesamtbudgets der Caritas. In der öffentlichen Darstellung ist aber die Caritas das soziale und karitative Aushängeschild fürs Engagement der katholischen Kirche in diesen Bereichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und kulturelles Erbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denkmalschutz ===&lt;br /&gt;
Bei der Statistik Austria sind die Subventionen des Bundes für den Erhalt des &amp;quot;Baukulturellen Erbes&amp;quot;, also Denkmalschutz, [https://statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/kultur/baukulturelles_erbe/index.html jährlich ausgewiesen]. 2019 betrug die Förderung für Sakralbauten 7,4 Mio. Euro, die Zahlen in den Vorjahren sind ähnlich. Für 2020 und 2021 können wir also jeweils 7,4 bis 7,5 Mio. € annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Förderung von 7,4 Mio. Euro beträgt 45,8 % der gesamten Fördersumme. Sakral sind etwa 35 % der geförderten Denkmäler laut [https://bda.gv.at/denkmalverzeichnis/ Bundesdenkmalamt], von Bildstöcken und Steinkreuzen über Pfarrhöfe bis hin zu ganzen Gebäudekomplexen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird oft der touristische Wert der Denkmäler als Ursache der Förderung angeführt, der Einnahmen generiert. Diese Einnahmen wandern halt in erster Linie in private und in kirchliche Taschen, nur ein Teil von ihnen kommt in Form von Steuern beim Staat an. Diejenigen, die davon profitieren, übertragen die Kosten natürlich gerne an die Öffentlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies betrifft hauptsächlich einzelne überregional bekannte Gebäude, aber nicht die Mehrzahl der denkmalgeschützten Objekte, die irgendwelche Kapellen, Kreuze, alte Pfarrhöfe und aktiv kirchlich genutzte Gebäude sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in einer Gemeinde wohnt, in der die kirchlichen Gebäude zusammen mit dem Bundesdenkmalamt saniert werden, wird zuvorkommend im Pfarrblatt informiert, dass Spenden für diese Renovierung von der Steuer absetzbar sind. Sie müssen ans Bundesdenkmalamt gezahlt und speziell markiert werden; das Bundesdenkmalamt administriert die Meldung ans Finanzamt für die Steuerabsetzung. Auch hier wird eine operative Aufgabe, die Kirchengebäude betrifft, an eine staatliche Behörde ausgelagert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;quot;Gebetsfrühstück&amp;quot; im Parlament ==&lt;br /&gt;
2020 fand im Nationalrat eine Gebetsveranstaltung mit externen Zuspielungen von anderen christlichen und jüdischen Standorten statt, und wurde live ins Web übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine parlamentarische Anfrage ergab Kosten von [https://www.derstandard.at/story/2000123253209/gebetsfeier-im-parlament-soll-mehr-als-10-000-euro-gekostet mindestens 10.300 €,] die von der Allgemeinheit (aus dem Budget des Nationalrats) erbracht wurden.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenfinanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesetzliche Grundlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=201</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=201"/>
		<updated>2024-02-13T10:14:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */ Bevölkerungsstand 1. 1. 2024&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024 - Stand 2024-01-06.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (Anfang 2024: 9,16 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 1. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.646.684&lt;br /&gt;
|50,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung ein Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|258.388&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2022 + Hochrechnung ein Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.854.928&lt;br /&gt;
|31,2&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von etwa 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 2,5 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=200</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=200"/>
		<updated>2024-01-16T23:07:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Stand aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024 - Stand 2024-01-06.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (im Jahr 2023 etwas über 9 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 15. 1. 2024&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.646.684&lt;br /&gt;
|50,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung ein Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|258.388&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2022 + Hochrechnung ein Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.854.928&lt;br /&gt;
|31,2&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von etwa 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 2,5 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=199</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
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		<updated>2024-01-06T09:17:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: Update Jänner 2024&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024 - Stand 2024-01-06.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (im Jahr 2023 etwas über 9 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 12. 6. 2023&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.646.684&lt;br /&gt;
|50,7 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung ein Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|258.388&lt;br /&gt;
|2,8 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2022 + Hochrechnung ein Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.854.928&lt;br /&gt;
|31,2&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Bis zum Jahr 2023 hat [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik diese Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr bereits im Jänner publiziert. Dies soll sich ab 2024 ändern, erst im Herbst sollen die Zahlen erscheinen. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden somit bisher früh im Jahr bekanntgegeben, auf alle anderen Zahlen mussten wir ein Jahr warten. Ab 2024 sollten alle Zahlen im Herbst zur Verfügung stehen. Ggf. erscheinen Austrittszahlen schon vorher oder sie lassen sich etwa von Gemeindeverwaltungen anfordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von etwa 45 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 2,5 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,85 Mio. Menschen, etwas über 31 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Datei:Konfessionen_und_Konfessionsfreie_2024_-_Stand_2024-01-06.png&amp;diff=198</id>
		<title>Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2024 - Stand 2024-01-06.png</title>
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		<updated>2024-01-06T09:17:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien Anfang 2024&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=197</id>
		<title>Kindesmissbrauch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=197"/>
		<updated>2023-12-02T18:00:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Österreich */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite enthält Informationen und Medienberichte über Kindesmissbrauch durch Angehörige von Kirchen und Religionsgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die katholische Kirche hat das Problem, dass sie mit dem Zölibat die gesunde menschliche Sexualität ihrer Pfarrer unterbindet bzw. Männer mit sexuellen Störungen selektiert, was in einigen Fällen zu Verbrechen führt. Die Fälle sind jedoch nicht auf die katholische Kirche beschränkt: in charismatischen Sekten und in einem stark religiös geprägten Umfeld, wo Kritik generell schwere Folgen nach sich zieht und starke Hierarchien bestehen, findet Kindesmissbrauch im Verborgenen statt. Die Opfer haben keine Möglichkeit, oder sie werden unter Druck gesetzt, die Verbrechen nicht an staatliche Behörden zu melden. Siehe z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Colonia_Dignidad Colonia Dignidad] (evangelikal), [https://www.tagesspiegel.de/politik/universitaet-utrecht-stellt-bericht-vor-jahrelanger-missbrauch-der-zeugen-jehovas-gerichtlich-bestaetigt/25467818.html Zeugen Jehovas]. Religionsgemeinschaften sind ein Umfeld, in dem die Geistlichen mit so viel unverdientem Vertrauensvorschuss ausgestattet werden, dass teilweise Eltern ihren eigenen Kindern nicht glauben, wenn diese von Missbrauch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spezielle an der katholischen Kirche ist, dass sie bislang in vielen Ländern, auch in Österreich, eine strafrechtliche Verfolgung der Täter durch staatliche Behörden häufig verhindern konnte, indem sie ihren Einfluss auf die Politik geltend machte. Stattdessen verspricht sie eine interne Aufklärung, erfüllt das Versprechen jedoch nur zögerlich oder unvollständig. So kann sie in den meisten Fällen die Aufarbeitung aufschieben, bis die Fälle verjährt sind. Die &amp;quot;Strafen&amp;quot; für die Täter waren typischerweise mild, z. B. Versetzung in ein anderes Gebiet, wo die Missbrauchsfälle dann weitergingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersichten ===&lt;br /&gt;
Wikipedia (Englisch): [[wikipedia:Catholic_Church_sexual_abuse_cases_by_country|Catholic Church sexual abuse cases by country]] - &amp;quot;We know now that in the last 50 years somewhere between 1.5% and 5% of the Catholic clergy has been involved in sexual abuse cases&amp;quot;, adding that this figure was comparable to that of other groups and denominations.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wikipedia (Deutsch): [https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche]: Historische Aufarbeitung des Themas bezogen auf viele Länder, sehr viele Referenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== International ===&lt;br /&gt;
2021-01-19 [https://www.kath.ch/newsd/hans-zollner-kirche-muss-beim-kinderschutz-aktiv-mitwirken/ Hans Zollner: Kirche muss beim Kinderschutz aktiv mitwirken] - Jesuit Hans Zollner, Mitglied der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen: &amp;quot;Wir übernehmen keine Verantwortung – sondern drucksen rum und setzen unsere Karrieren und Reputation an die erste Stelle. Die Leute innerhalb und ausserhalb der Kirche nehmen uns nicht mehr ab, dass wir es ernst meinen mit Aufarbeitung und Prävention. Wenn wir hier nicht tun, was wir sagen, wie sollen die Leute dann glauben, was wir über Jesus, die Erlösung, die Sakramente sagen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
2023-12-01 [https://www.derstandard.at/story/3000000197869/sieben-jahre-haft-in-missbrauchsprozess-in-krems Sieben Jahre Haft im Missbrauchsprozess in Krems] - &amp;quot;Dem Mitglied einer Kirchengemeinschaft im Waldviertel waren die Kinder beziehungsweise Jugendlichen von den Eltern zur Aufsicht anvertraut worden. Im Rahmen von Übernachtungen dürfte es beim 33-Jährigen zu Hause zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.&amp;quot; - Was es für eine &amp;quot;Kirchengemeinschaft&amp;quot; war, steht nicht im Artikel. Die Kronen-Zeitung [https://www.krone.at/3182995 schreibt], es sei eine &amp;quot;freikirchliche Pfingstgemeinde&amp;quot;.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-11-25 [https://archive.ph/qtKxo Tirol: Ordensmann wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt] - &amp;quot;Wegen schweren sexuellen Missbrauchs ist am Mittwoch ein 66-jähriger Mann in Innsbruck verurteilt worden. Der Ordensbruder aus einem Kloster in Osttirol war wegen sexueller Übergriffe auf eine minderjährige Ministrantin angeklagt, berichtet der ORF Tirol. Das Urteil auf dreieinhalb Jahre Haft ist noch nicht rechtskräftig.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-16 Aktualisierung zur vorherigen Eintragung: Auf der Ombudsstellen-Seite wurde die Anzahl der Fälle ohne Notiz herunterkorrigiert. Wahrscheinlich war die hohe Steigerungszahl ein Irrtum. Nach der neuen Angabe wären es &amp;quot;nur&amp;quot; 0,3 positiv erledigte Fälle pro Tag im Zeitraum zwischen Jänner und Juli. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-09-03 Aktuelle Statistik von den &amp;quot;[https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich]&amp;quot; - Seit der letzten Aktualisierung per 31. 12. 2021 sind 325 Fälle hinzugekommen. Das entspricht 1,53 positiv erledigten Fällen (also wo die Kirche Gewalt oder sexuellen Missbrauch zugibt und entschädigt) pro Tag, Wochenenden und Feiertage eingeschlossen. Diese Zahl lag im 4. Quartal 2021 noch bei genau einem Fall pro Tag. Die Verteilung der Fälle auf einzelne Jahrzehnte oder andere Periode wird nicht mehr ausgewiesen, damit ist die unabhängige Ermittlung von nicht verjährten (also noch strafbaren) Fällen nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-03 [https://www.queer.de/detail.php?article_id=37854 Vergewaltigungsvorwurf gegen Altbischof Küng bleibt ohne Folgen] - &amp;quot;Die kriminalpolizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Übergriffen des Bischofs um eine &amp;quot;versuchte Vergewaltigung&amp;quot; gehandelt hatte. Da die Vorwürfe bereits verjährt waren, kam es jedoch zu keinem Strafprozess.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019-02-24 [https://www.derstandard.at/story/2000098516137/missbrauchsopfer-man-muss-den-taten-oeffentlichkeit-geben Missbrauchsopfer - &amp;quot;Staatliche Justiz muss sich um kirchliche Verbrechen kümmern&amp;quot;] - &amp;quot;Doch egal, welche Richtlinien der Papst vorgebe, stünden ihm unzählige Geistliche gegenüber, die Täter decken würden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014-05-07 [https://www.derstandard.at/story/1399462403531/seit-2003-feuerte-der-vatikan-848-priester Seit 2003 feuerte der Vatikan 848 Priester] - &amp;quot;Zugleich verwahrte er [Erzbischof Tomasi, Anm.] sich gegen die Forderung, der Vatikanstaat müsse strafrechtlich gegen katholische Kirchenmitarbeiter weltweit vorgehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013-06-26 [https://www.derstandard.at/story/1371169864574/missbrauch-wien-ist-anders Missbrauch: Wien ist anders] - &amp;#039;Die Republik gibt sich sehr zufrieden, wenn sie sich hinter dem Feigenblatt einer kirchlich berufenen Arbeitsgruppe, der &amp;quot;Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft&amp;quot;, verstecken kann. Jene  kirchliche Arbeitsgruppe - im Volksmund auch &amp;quot;Klasnic-Kommission&amp;quot; genannt - die im Jahr 2010 errichtet wurde, begann ihr Dasein, so waren und sind viele Kommentatoren einig, als genialer Schachzug der katholischen Kirche Österreichs. &amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2010-04-01 [https://www.derstandard.at/story/1269448675303/missbrauchs-kommission-opferbeauftragte-klasnic-beginnt-arbeit Opferbeauftragte Klasnic beginnt Arbeit] - &amp;#039;Bei Kirchenkritikern ist die Wahl von Klasnic nicht unumstritten, da sie unter anderem als Vorsitzende des Dachverbandes &amp;quot;Hospiz Österreich&amp;quot; enge Kontakte zur Kirchenleitung pflegt. Auch die  &amp;quot;[http://betroffen.at/ Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt]&amp;quot; bekräftigte ihre Kritik an der Klasnic-Kommission. Von der früheren Landeshauptfrau sei wenig Wille zur Aufklärung zu erwarten.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004-09-02 [https://www.derstandard.at/story/1726270/sexskandale-ohne-ende Sexskandale ohne Ende] - &amp;quot;Auch in Österreich schädigten (vertuschte) Sexaffären das Image der Kirche, Höhepunkt war 1995 der Fall des mittlerweile verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer, der einen ehemaligen Schüler unsittlich berührt haben soll. Aber auch weniger prominente Geistliche mussten sich Vorwürfen stellen, doch nur wenige sich vor Gericht verantworten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die &amp;quot;Unabhängige Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die Skandäle wurde 2010 die Opferschutzanwaltschaft oder -kommission eingerichtet - auf Initiative und aus Mitteln der katholischen Kirche, mit einem starken personellen Naheverhältnis zu eben dieser. Seither macht sie ihre Arbeit im Stillen und informiert gelegentlich wortkarg auf [http://www.opfer-schutz.at/ ihrer Webseite]. Die Leitung der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Kommission wird alle fünf Jahre von den Vorsitzenden der Bischofs- und der Ordenskonferenz eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betroffenen werden von der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Opferschutzanwaltschaft an die Ombudsstellen bei den Diözesen verwiesen. Dort müssen sie mit Kirchenmitarbeitern interagieren, ihre Angelegenheit wird in der Diözese in einer &amp;quot;Diözesanen Kommission&amp;quot; behandelt und geht erst nach diesen zwei kircheninternen Schritten an die &amp;quot;Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; weiter. Gleichzeitig hat man das System so spezifisch aufgesetzt, dass Betroffene sexueller Gewalt in anderen Glaubensgemeinschaften keinen Ansprechpartner -- zumindest nicht die Opferschutzanwaltschaft -- haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/200423-10jahreUOK.html Nach 10 Jahren, bis April 2020] hat die Kommission 2.305 Fälle positiv entschieden (also Missbrauch festgestellt). (Insgesamt gab es 2.496 Betroffenen-Meldungen, also wurden 92,35 % positiv entschieden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast 84 % der Fälle betreffen die 1950-er- bis 1970-er-Jahre. Nur 28 Fälle sollen die zwanzig Jahre seit 2000 betreffen. Die Opfer waren zu 65 % männlich, 35 % weiblich. 78 % erlitten körperliche, 77 % psychische und 30 % sexuelle Gewalt (mit der Möglichkeit von Mehrfachnennungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurden Entschädigungen und therapeutische Hilfeleistungen in der Höhe von 30,7 Mio. € zuerkannt. Die katholische Kirche zahlt diese aus einer eigens eingerichteten Stiftung; die ca. 3 Mio € an jährlichen Zahlungen weist sie in [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen ihren Rechenschaftsberichten] nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/150408-apa.html?SWS=f76d2a8d7b17b680a288b19b889e2369 Nach 5 Jahren], bis um 4. 4. 2015 waren es &amp;quot;rund 1700&amp;quot; Fälle. In den ersten fünf Jahren also ca. 340 Fälle pro Jahr, danach in 5 Jahren 605, also &amp;quot;nur mehr&amp;quot; ca. 120 Fälle pro Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommission scheint sehr gut darin zu sein, die Fälle mit den Opfern so zu klären, dass sie nicht in die Medien kommen - jedenfalls ist öffentlich praktisch nichts wahrnehmbar. Dies verhindert aktuell eine Austrittswelle wie 2009-2010 in Österreich und 2020-2022 in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre trotzdem wünschenswert, eine ähnliche Transparenz wie in Deutschland zu pflegen: ohne öffentlichen Druck ist es weiterhin sehr schwierig, die Kirche zur Änderung ihrer Verfahren und tatsächlicher Transparenz zu zwingen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung Oktober 2021: Keine Änderung auf der Seite der Opferschutzanwaltschaft, aber auf https://www.ombudsstellen.at/opferschutzkommission wird die Anzahl der positiv entschiedenen Fälle mit 2.550 wiedergegeben. Diese Seite wird vom Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz betrieben. Die Unabhängigkeit der Kommission ist klar ersichtlich, wenn schon ihre Statistiken bei der Bischofskonferenz publiziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung Jänner 2022: Bei den Ombudsstellen ist die Anzahl der positiv entschiedenen Fälle jetzt mit Ende Dezember 2021 2.642. Das ist ein Zuwachs von 92 Fällen, genau einer pro Tag im 4. Quartal 2021. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung September 2022: Anzahl der positiven Fälle per Ende Juli bei 2.959. Das ist ein Zuwachs von 325 Fällen, also 1,53 pro Tag. Die Verteilung auf Jahrzehnte und &amp;quot;seit 2000&amp;quot; wurde ersatzlos gestrichen, damit ist es nicht mehr möglich, die Anzahl der noch nicht verjährten Fälle abzuschätzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
2023-07-02 [https://archive.ph/DudY7 Organisierter Missbrauch im Erzbistum Berlin - Im schwarzen Regime der grauen Schwestern] - &amp;quot;Prügel, Hetzjagden, Gruppenvergewaltigungen im Pornokino: Was Grundschüler in den Sechzigerjahren durch Priester und Ordensschwestern erduldet haben sollen, war mutmaßlich perfide geplant.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-28 [https://hpd.de/artikel/offenbar-durchsuchungen-staatsanwaltschaft-im-erzbistum-muenchen-21096 Offenbar Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft im Erzbistum München] - &amp;quot;Tatsächlich ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München als Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen. Es mutig zu nennen, wie aus manchen Kreisen zu hören ist, wäre jedoch verfehlt. Für einen weltanschaulich neutralen Staat ist dies lediglich das normale und juristisch korrekte Vorgehen, wenn es darum geht, Straftäter ausfindig zu machen und einer gerechten Strafe zuzuführen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-20 [https://weltanschauungsrecht.de/meldung/zusammenfassung-des-beitrags-lothar-jaeger-bemessung-des-schmerzensgeldes-nach-vergewaltigung-und Zusammenfassung des Beitrags von Lothar Jaeger: „Bemessung des Schmerzensgeldes nach Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker“] - &amp;quot;Auf knapp 10 Seiten kritisiert Jaeger mit guten Argumenten die bisherige ungenügende Rechtsprechungspraxis, legt präzise Kriterien fest und sieht insbesondere eine (gewisse) Vergleichbarkeit zu den sehr hohen Entschädigungsbeträgen, die zur Genugtuung nach Persönlichkeitsverletzungen ausgesprochen wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-03 [https://www.spiegel.de/panorama/justiz/katholische-kirche-kommission-bewilligte-bislang-40-millionen-euro-fuer-missbrauchsopfer-a-50ca948c-30e1-4c70-9ea5-854d81132900 Kommission bewilligte bislang 40 Millionen Euro für Missbrauchsopfer] - &amp;quot;Mehr als 1800 Opfer von sexuellem Missbrauch sind bisher von der katholischen Kirche entschädigt worden – der Großteil davon im vergangenen Jahr.&amp;quot; Zum Vergleich im zehnmal kleineren, aber stärker katholischen Österreich: 2.709 entschädigte Fälle mit 34 Mio. €, also deutlich weniger pro Person (Stand: 31. Juli 2022). Daten von den [https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen der Bischofskonferenz].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-31 [https://www.die-tagespost.de/kirche/aktuell/schlussstrich-in-weiter-ferne-art-234628 Schlussstrich in weiter Ferne] - &amp;quot;Wo haben Betroffene von sexuellem Missbrauch bereits die Möglichkeit, sich in die Aufarbeitung einzubringen? Welche Bistümer haben wissenschaftliche Studien zur Erforschung des Missbrauchsgeschehens in Auftrag gegeben oder schon vorgelegt? Und wie viele Fälle sind in diesem Jahr neu bekannt geworden, welche Entschädigungssummen wurden gezahlt? Die „Tagespost“ hat sich mit diesen Fragen an alle deutschen Bistümer gewendet. Bis auf Eichstätt, Limburg und Magdeburg liegen aus allen Diözesen Antworten vor.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-27 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/katholische-kirche-116-neue-missbrauchs-hinweise-in-bayern,TR6Lc9a Katholische Kirche: 116 neue Missbrauchs-Hinweise in Bayern] - &amp;quot;Demnach sind bundesweit in den Personalakten von 1946 bis 2014 insgesamt 1.670 Kleriker wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Es gab 3.677 Opfer. Im Jahr 2020 machten die Ordensgemeinschaften öffentlich, dass sich bei ihnen weitere 1.412 Betroffene gemeldet haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-17 [https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2022/10/17/mgen-155-sternsinger-langjahriger-prasident-ist-missbrauchstater/ Sternsinger: Langjähriger Präsident ist Missbrauchstäter] - &amp;quot;Nun ließ es sich nicht mehr vertuschen: Monsignore Pilz, über Jahre gern gesehener Gast in Kanzler- und Bundespräsidialamt, war gewohnheitsmäßiger Missbrauchtäter.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-08-10 [https://www.spiegel.de/panorama/lateinamerika-bischof-emil-stehle-schuetzte-missbrauchstaeter-vor-strafverfolgung-a-0e61583e-92b3-4705-bcda-1f5c6bf04776 Bischof schützte Missbrauchstäter vor Strafverfolgung] - &amp;quot;Eine neue Untersuchung bestätigt Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe gegen den Lateinamerika-Bischof Emil Stehle. Er soll Sexualstraftäter gedeckt und sich selbst den Ruf eines »Tätschlers« erworben haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-03-09 [https://taz.de/Sexualisierte-Gewalt-in-der-Kirche/!5839622/ Sexualisierte Gewalt in der Kirche: Mangelhafte Kontrollen] - &amp;quot;Welche Bedeutung hat Bedauern, wenn keine strengen Präventionsmaßnahmen folgen? Nach einer Recherche des WDR werden in den 27 deutschen katholischen Bistümern trotz der erschreckenden Gutachten zur sexualisierten Gewalt durch Priester die Täter nur unzureichend kontrolliert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-02-16 [https://www.krone.at/2629491 Missbrauchsprozess gegen Priester stark erweitert] - &amp;quot;Die Missbrauchsklage gegen einen katholischen Priester vor dem Landgericht Köln ist am Mittwoch um 85 Tatvorwürfe erweitert worden. 70 Fälle davon betreffen Kinder, 15 Jugendliche. ... Die mutmaßlichen Taten fanden von 2002 bis 2018 statt. ... Kirche hätte Taten verhindern können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-20 [https://westpfahl-spilker.de/wp-content/uploads/2022/01/WSW-Gutachten-Erzdioezese-Muenchen-und-Freising-vom-20.-Januar-2022.pdf Westpfahl Spilker Wastl Rechtsanwälte: Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Bereich der Erzdiözese München und Freising von 1945 bis 2019] (PDF) - &amp;quot;Zu nennen ist hier zunächst der Klerikalismus, der zumindest einen adäquaten Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs verhindert hat. Eng verbunden damit ist die systemisch bedingte Angst und Hilflosigkeit im Umgang mit die Institution Kirche betreffenden Skandalen, die zu einem geradezu paranoiden Verhalten im Hinblick auf die eigentlich gebotene Transparenz im Interesse des aus subjektiver Sicht über allem stehenden – vermeintlichen – Schutzes der Institution führt. - Hinzu kommen grundlegende Mängel des kirchlichen Strafrechts, die damit verbundene unzureichende innerkirchliche Rechtskultur sowie Defizite im Zusammenhang mit der Gewährleistung der notwendigen Sachkompetenz bei der Besetzung diözesaner Führungsebenen. Zwingend gebotene Anforderungen, wie ausreichende Kompetenz, beispielsweise im Personalbereich, wurden nicht erfüllt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-12 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/erzbistum-muenchen-missbrauch-unter-den-augen-der-bischoefe,SuCT7HX Erzbistum München: Missbrauch unter den Augen der Bischöfe] - &amp;quot;Nach und nach kam ans Licht: H. konnte sich jahrzehntelang an Jungen vergehen, weil die Kirchenleitung wegsah. Statt den Pfarrer anzuzeigen oder kirchenrechtlich zu belangen, wurde er versetzt. Die BR Recherchen zeigen: Ranghohe Kirchenmänner hatten dabei vor allem das Image der Institution im Blick – und vergaßen die Opfer.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-04 [https://www.zeit.de/2022/02/sexueller-missbrauch-kirche-priester/komplettansicht In der Verantwortung] - &amp;quot;Der Fall des Priesters Peter H. zeigt, wie der Klerus sexuellen Missbrauch von Kindern vertuschte. Interne Kirchendokumente aus München und Rom belegen das. Und sie belasten Papst Benedikt XVI.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-12-28 [https://www.feinschwarz.net/wahrheit-und-gewissen/ Wahrheit und Gewissen] - &amp;quot;Die katholische Kirche ist ein Verantwortungsverdunstungsbetrieb. Über der Wirklichkeit liegt ein spiritueller Nebel-Schleier.&amp;quot; ... &amp;quot;Franziskus, der Letztverantwortliche, hat offenkundig kein Interesse daran zu klären, was wirklich geschehen ist, wer wie schuldig geworden ist, und daraus personelle Konsequenzen zu ziehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-24 [https://www.sueddeutsche.de/politik/priester-kindesmissbrauch-nichten-prozess-koeln-1.5471503 Priester soll seine Nichten missbraucht haben] - &amp;quot;Allzu oft muss sich ein katholischer Priester wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs nicht vor einem irdischen Gericht verantworten. Mit U.s Fall hat sich sogar der Papst beschäftigt, er steht beispielhaft für das &amp;quot;System der Unzuständigkeit&amp;quot;, das das im März veröffentliche Missbrauchsgutachten dem Erzbistum Köln bescheinigt; der Fall wird in dem Gutachten auf mehr als 20 Seiten thematisiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-19 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/wie-die-evangelische-kirche-missbrauchsaufarbeitung-verschleppt,Souy6Cb Wie die evangelische Kirche Missbrauchsaufarbeitung verschleppt] - &amp;quot;Wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer ist, lässt sich nur mutmaßen. Belastbare Zahlen, wie sie die katholische Bischofskonferenz mit der MHG-Studie vorgelegt hat, gibt es in der evangelischen Kirche noch nicht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-17 [https://hpd.de/artikel/kirche-muss-wegkommen-einzelfallmythos-19883 &amp;quot;Die Kirche muss wegkommen vom Einzelfallmythos&amp;quot;] - &amp;#039;Es sei ein grundsätzlicher Fehler, &amp;quot;sich hinter den Kollegen von der katholischen Kirche zu verstecken&amp;quot;, sagte ein Vertreter des &amp;#039;&amp;#039;Netzwerks Betroffenenforum&amp;#039;&amp;#039;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-09-14 [https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bistum-hildesheim-missbrauchsstudie-kirche-schuetzte-taeter-statt-kinder.0c34f87f-190c-4e84-baed-34449b4c9efc.html Bistum Hildesheim: Missbrauchsstudie: Kirche schützte Täter statt Kinder] - &amp;quot;Wenn Priestern sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, sind sie früher im Bistum Hildesheim nur in eine andere Gemeinde versetzt worden. Von der Kirche gab es Zuwendung und Schutz für die Täter, während die Betroffenen keine Hilfsangebote erhielten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-17 [https://www.youtube.com/watch?v=KrV-aMC87G4&amp;amp;t=71s Zeugen Jehovas - Missbrauch vertuscht?] (Video) - &amp;quot;Bei der Recherche für diese Doku stoßen wir auf Hinweise, dass in der Wachtturmgesellschaft, der Organisation hinter den Zeugen Jehovas, eine ausgeklügelte Paralleljustiz unter dem Mantel der Bibel existiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-18 [https://www.derstandard.at/story/2000125155902/gutachten-zu-missbrauch-sieht-202-beschuldigte-inerzbistums-koeln-entlastet-aber Gutachten zu Missbrauch sieht 202 Beschuldigte in Erzbistum Köln, entlastet aber Kardinal Woelki] - &amp;quot;Zwei hohe Würdenträger wurden von ihren Ämtern suspendiert. Die Missbrauchsopfer waren laut Gutachten mehrheitlich Burschen. Bei 63 Prozent der Beschuldigten handelt es sich um Kleriker, großteils Priester.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-22 [https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/erzbistum-koeln-missbrauch-anzahl-100.html Missbrauch im Erzbistum Köln - Zahl der Opfer wohl höher als bislang gedacht] - &amp;quot;Vier Wochen vor der Vorlage eines Rechtsgutachtens zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln sind laut einem Zeitungsbericht erste Zahlen zu Tätern und Opfern bekannt geworden, die um mehr als das Doppelte über den bisherigen Angaben des Erzbistums liegen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-16 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/missbrauch-und-zuhaelterei-bei-den-niederbronner-schwestern,SOQWb9o Missbrauchsvorwürfe gegen Niederbronner Schwestern] - &amp;quot;Die Stadt München bestätigt auf Nachfrage des BR die Misshandlungen durch Schwester M. und eine weitere Niederbronner Schwester. Auch zwei Angestellte der Stadt München stünden im Fokus der Vorwürfe mehrerer Betroffener.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-05 [https://hpd.de/artikel/missbrauch-den-zeugen-jehovas-systematische-vertuschung-18962 Missbrauch bei den Zeugen Jehovas: Systematische Vertuschung] - &amp;quot;Einem Verdacht wird aber nur nachgegangen, wenn es neben dem Kind mindestens einen weiteren Zeugen gibt (&amp;quot;Zwei-Zeugen-Regel&amp;quot;). Andernfalls wird die Sache &amp;quot;in Jehovas Hände&amp;quot; gegeben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-01 [https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/01/sexueller-missbrauch-minderjaehrige-erzbistum-berlin.html Missbrauch im Bistum Berlin: Gutachten macht mindestens 121 minderjährige Opfer aus] - &amp;quot;Die Kirchenleitung habe eine größere Empathie für die Täter als für die Opfer gehabt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-06 [https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/keine-einsicht-in-gutachten-erzbistum-100.html Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit Verschwiegenheitserklärung] - Eigentlich war geplant, das Gutachten ganz zu veröffentlichen, jetzt wird es beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-04 [https://hpd.de/artikel/lautes-schweigen-18851 Lautes Schweigen] - &amp;#039;Sie zeigten sich auch überrascht darüber, &amp;quot;wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen&amp;quot;. Dies – so Strafrechtler – habe möglicherweise seinen Grund in einer in Deutschland herrschenden &amp;quot;intuitiven Vorstellung von der sakrosankten Eigenständigkeit der Kirche&amp;quot;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Irland ===&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123255085/tausende-kinder-starben-im-20-jahrhundert-in-irischen-mutter-kind Tausende Kinder starben im 20. Jahrhundert in irischen Mutter-Kind-Heimen] - &amp;quot;Die Heime wurden von der Regierung kontrolliert und von religiösen Organisationen geleitet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
2021-06-28 [https://www.derstandard.at/story/2000127789515/hunderte-missbrauchsfaelle-in-polens-katholischer-kirche Hunderte Missbrauchsfälle in Polens katholischer Kirche] - &amp;quot;Einige der gemeldeten Taten liegen nach Angaben der Kirche Jahrzehnte zurück. Es gebe aber auch eine nicht unerhebliche Zahl sexueller Übergriffe, die in den vergangenen Jahren begangen worden seien. Zudem gebe es vermutlich noch eine hohe Dunkelziffer, sagte Żak.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123279744/polnische-kirche-praesentiert-kindesmissbrauch Polnische Kirche präsentiert Kindesmissbrauch-Analyse] - &amp;quot;Nach 2010 sind laut der Statistik aber fast ebenso viele Mädchen wie Burschen von Kindesmissbrauch in der Kirche betroffen. Seit 2011 waren 70 Opfer demnach zwischen 15 und 18 Jahre sowie 41 unter 15 Jahre alt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
2021-10-05 216.000 [https://religion.orf.at/stories/3209052/ Missbrauchsopfer in katholischer Kirche Frankreichs] - Nach der Präsentation des Berichts ist die Anzahl der Opfer massiv höher: 216.000 (bzw. auf 330.000 geschätzt inkl. aller kirchlicher Einrichtungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-10-03 [https://orf.at/stories/3230955/ Tausende Pädophile in Frankreichs katholischer Kirche seit 1950] - &amp;quot;Die Untersuchungen zum Missbrauchsskandal in der Kirche hätten ergeben, dass es seither zwischen 2.900 und 3.200 pädophile Priester oder andere pädophile Kirchenmitglieder gegeben habe, sagte der Leiter der Untersuchungskommission, Jean-Marc Sauve.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-03 [https://religion.orf.at/stories/3205072/ Kirchenexperte: 10.000 Missbrauchsopfer möglich] - &amp;quot;Die Zahl der geschätzten Opfer beziehe sich auf den Zeitraum seit 1950. Die Kommission wurde demnach 2018 nach mehreren Skandalen eingerichtet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ungarn ===&lt;br /&gt;
2021-05-28 [https://www.feinschwarz.net/missbrauch-kath-kirche-ungarn/ Die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs und die ungarisch-katholische Kirche] - &amp;quot;In meinem Heimatland existiert bis jetzt weder eine theologische, noch eine psychologisch-psychiatrische Aufarbeitung des Themas spiritueller und sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Es ist trotz der in den letzten ein, zwei Jahren eingeführten kirchlichen Maßnahmen bis heute immer noch stark tabuisiert. Deswegen ruft das Buch schon vor seiner Veröffentlichung äußerst heftige Reaktionen im medialen Bereich hervor und ich werde als Autorin von vielen regierungsnahen und rechtskonservativen Medien vehement angegriffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-04-14 [https://444.hu/2021/04/14/uristen-eletem-elso-csokja-egy-pappal-volt (Ungarisch: Mein Gott, der erste Kuss meines Lebens war mit dem Pfarrer)] - Erste Meldung 2003, aber die Kirchenbehörden haben dem Opfer nicht geglaubt. Erst 2015 wurde der Pfarrer aus dem Verkehr gezogen. Nach den Medienberichten haben sich noch 20 Betroffene gemeldet. Strafe: darf nicht mehr Pfarrer sein. Gegen das Opfer läuft noch ein Gerichtsverfahren wegen Stalking der Kirchenoberen, weil er beharrlich auf ein Treffen mit dem Kardinal bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-26 [https://insighthungary.444.hu/2021/02/26/hungarian-catholic-church-leaders-filed-charges-against-a-victim-of-sexual-abuse Hungarian Catholic Church Leaders Filed Charges Against a Victim of Sexual Abuse] - &amp;quot;Sexual abuse of minors by clergy in Hungary has not been well documented, especially in the period prior to the breakup of the Eastern Bloc: before 1990, there are almost no documented cases of sexual abuse by Hungarian priests, largely due to that period&amp;#039;s lack of independent courts or a genuine press, and to the church&amp;#039;s longstanding efforts to keep such cases quiet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.spiegel.de/panorama/spanien-justiz-untersucht-kindesmissbrauch-in-katholischer-kirche-a-3465cbf7-dc0d-45cf-b7e5-47ca2302d553 Spaniens Justiz untersucht Kindesmissbrauch durch Geistliche] - &amp;quot;In Spanien hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits 2019 gewarnt, dass die Maßnahmen der Kirche zur Aufdeckung und Vermeidung von sexuellem Kindesmissbrauch »unzureichend« seien. Die Kirche wurde damals aufgefordert, jeden Verdacht ohne »interne Überprüfungen oder Filter« vor Gericht zu bringen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-18 [https://hpd.de/artikel/spanische-bischofskonferenz-gibt-220-gemeldete-missbrauchsfaelle-2001-19300 Spanische Bischofskonferenz gibt 220 gemeldete Missbrauchsfälle seit 2001 zu] - &amp;quot;Die spanische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;El País&amp;#039;&amp;#039; berichtet jedoch über andere Zahlen: Ihre eigene Datenbank kommt auf über 300 Fälle mit über 800 Betroffenen und 54 Kardinälen, Bischöfen und Priestern, die an der Vertuschung des Missbrauchs beteiligt gewesen sein sollen, sowie 69 Fälle, in denen Priester nach einer Anzeige einfach an einen anderen Ort versetzt worden seien.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigtes Königreich ===&lt;br /&gt;
2021-09-04 [https://www.iicsa.org.uk/news/inquiry-report-finds-child-sexual-abuse-most-major-uk-religions Inquiry report finds child sexual abuse in most major UK religions] - &amp;quot;The report finds that organisational and cultural barriers to reporting child sexual abuse within religious organisations and settings are numerous, varied and difficult to overcome. These include victim-blaming, an absence of discussion around sex and sexuality, and discouraging external reporting, thus prioritising the organisation’s reputation above the needs of victims of sexual abuse.&amp;quot; (Der Bericht beschreibt, dass in religiösen Organisationen und Strukturen mehrere, vielschichtige und schwer überwindbare organisatorische und kulturelle Hürden für die Meldung des sexuellen Missbrauchs von Kindern existieren. Die Liste beinhaltet: Die Schuld dem Opfer zu geben; keine Diskussion über Sexualität; das Abraten von externer Meldung, und somit die Priorisierung des Rufes der Organisation über die Bedürfnisse der Opfer des sexuellen Missbrauchs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Israel ===&lt;br /&gt;
2022-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000132501539/metoo-prominente-ultraorthodoxe-juden-des-missbrauchs-beschuldigt Prominente ultraorthodoxe Juden des Missbrauchs beschuldigt] - &amp;quot;Im vergangenen Jahr wurden vermehrt Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen mehrere führende Persönlichkeiten der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Israel erhoben&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuseeland ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.derstandard.at/story/2000133023033/missbrauchsvorwuerfe-gegen-jeden-siebten-dioezesanpriester-in-neuseeland Missbrauchsvorwürfe gegen jeden siebten Diözesanpriester in Neuseeland] - &amp;quot;Zum Kreis der mutmaßlichen Täter gehören demnach 14 Prozent aller katholischen Diözesanpriester des Untersuchungszeitraums sowie acht Prozent aller männlichen und drei Prozent aller weiblichen Ordensmitglieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
2022-08-05 [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-mormon-churchs-help-line-keeps-sex-abuse-victims-in-danger/ The Mormon Church’s ‘help line’ keeps sex abuse victims in danger] - Die Mormonen in den USA betrieben eine Hotline für die Meldung problematischer Ereignisse. Einzige Aufgabe dieser Hotline war, den Anrufenden zu versprechen, dass die Leitung der Kirche sich ums Problem kümmern wird, und dann nichts zu tun. Dadurch konnten Menschen nach der Meldung jahrelang weiter Kinder vergewaltigen. Priorität der Mormonen war immer der Schutz des Ansehens der Kirche, nicht der Schutz der Kinder. Kirchenangehörige sind in Arizona auch nicht verpflichtet, sexuellen Missbrauch zu melden. Die Hotline wurde 1995 eingerichtet, vorher war die Anweisung, dass die Oberen die Meldungen an die Polizei weiterleiten -- die Einführung der Vertuschungs-Hotline hat die Situation also aktiv verschlechtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-05-28 [https://static1.squarespace.com/static/6108172d83d55d3c9db4dd67/t/628bfccb599a375bece1f66c/1653341391218/Guidepost+Solutions+Independent+Investigation+Report_.pdf The Southern Baptist Convention Executive Committee’s Response to Sexual Abuse Allegations and an Audit of the Procedures and Actions of the Credentials  Committee] - Die &amp;quot;Southern Baptist Convention&amp;quot; ist ein loser Zusammenschluss von baptistisch-evangelikalen Gemeinden im Süden der Vereinigten Staaten. Nachdem die vielen Vorwürfe nicht mehr zu ignorieren waren, haben sie eine externe Untersuchung des sexuellen Missbrauchs (von Kindern und Erwachsenen) und die fehlende Reaktion auf Meldungen desselben beauftragt. Dies ist das Ergebnis. Die Gruppe, die die Untersuchung durchgeführt hat, fand über 700 Beschuldigte bzw. Täter. Der Unterschied zur katholischen Kirche ist der höhere Anteil von Erwachsenen und Frauen, die diesen zum Opfer fielen und die Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinden. Gemeinsam haben beide die Vertuschungsmethoden: Priester hin und her versetzen, intern Listen führen, aber nicht die Polizei einzuschalten, die Opfer niedermachen usw. Das Hauptziel ist nicht der Schutz der Opfer, sondern des Rufs der Organisation und die Vermeidung von Verantwortung. Zusammenfassung von [https://onlysky.media/ccassidy/southern-baptist-sex-abuse-report/ Captain Cassidy], [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-southern-baptist-sex-abuse-report-ignored-the-most-important-solution/ Hemant Mehta] und der [https://ffrf.org/news/news-releases/item/41048-new-report-details-southern-baptists-despicable-treatment-of-sex-abuse-victims Freedom from Religion Foundation].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Portugal ===&lt;br /&gt;
2023-02-13 [https://www.derstandard.at/story/2000143488165/knapp-5-000-kinder-in-katholischer-kirche-portugals-missbraucht Knapp 5.000 Kinder in katholischer Kirche Portugals missbraucht] - &amp;quot;Es habe aber seit den 1950er-Jahren wohl viel mehr Fälle gegeben, denn bei den 4.815 handle sich um &amp;quot;eine absolute Mindestzahl&amp;quot;, sagte Ausschuss-Koordinator Pedro Strecht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kenya ===&lt;br /&gt;
2023-04-27 [https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/missbrauch-kenia-sternsinger-kirche-100.html Deutscher Ex-Oberministrant: Angeklagt wegen Missbrauchs in Kenia] - Der Beschuldigte sitzt in Kenya in Untersuchungshaft. Er hat in Deutschland schon in den 1980er-Jahren Jugendliche sexuell missbraucht, die Fälle sind von der deutschen Kirche auch bestätigt, nur hat man ihm nicht das Handwerk gelegt und sein &amp;quot;Missionsprojekt&amp;quot; in Kenya, wo die neuen Missbrauchsfälle passierten, noch aktiv unterstützt. Die Strafverfolgungsbehörden in Kenya gehen nach mindestens zehn Fällen immerhin gegen den mutmaßlichen Täter vor.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kindesmissbrauch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verbrechen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=196</id>
		<title>Kindesmissbrauch</title>
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		<updated>2023-12-02T08:29:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Österreich */ Missbrauchsprozess in Krems&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite enthält Informationen und Medienberichte über Kindesmissbrauch durch Angehörige von Kirchen und Religionsgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die katholische Kirche hat das Problem, dass sie mit dem Zölibat die gesunde menschliche Sexualität ihrer Pfarrer unterbindet bzw. Männer mit sexuellen Störungen selektiert, was in einigen Fällen zu Verbrechen führt. Die Fälle sind jedoch nicht auf die katholische Kirche beschränkt: in charismatischen Sekten und in einem stark religiös geprägten Umfeld, wo Kritik generell schwere Folgen nach sich zieht und starke Hierarchien bestehen, findet Kindesmissbrauch im Verborgenen statt. Die Opfer haben keine Möglichkeit, oder sie werden unter Druck gesetzt, die Verbrechen nicht an staatliche Behörden zu melden. Siehe z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Colonia_Dignidad Colonia Dignidad] (evangelikal), [https://www.tagesspiegel.de/politik/universitaet-utrecht-stellt-bericht-vor-jahrelanger-missbrauch-der-zeugen-jehovas-gerichtlich-bestaetigt/25467818.html Zeugen Jehovas]. Religionsgemeinschaften sind ein Umfeld, in dem die Geistlichen mit so viel unverdientem Vertrauensvorschuss ausgestattet werden, dass teilweise Eltern ihren eigenen Kindern nicht glauben, wenn diese von Missbrauch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spezielle an der katholischen Kirche ist, dass sie bislang in vielen Ländern, auch in Österreich, eine strafrechtliche Verfolgung der Täter durch staatliche Behörden häufig verhindern konnte, indem sie ihren Einfluss auf die Politik geltend machte. Stattdessen verspricht sie eine interne Aufklärung, erfüllt das Versprechen jedoch nur zögerlich oder unvollständig. So kann sie in den meisten Fällen die Aufarbeitung aufschieben, bis die Fälle verjährt sind. Die &amp;quot;Strafen&amp;quot; für die Täter waren typischerweise mild, z. B. Versetzung in ein anderes Gebiet, wo die Missbrauchsfälle dann weitergingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersichten ===&lt;br /&gt;
Wikipedia (Englisch): [[wikipedia:Catholic_Church_sexual_abuse_cases_by_country|Catholic Church sexual abuse cases by country]] - &amp;quot;We know now that in the last 50 years somewhere between 1.5% and 5% of the Catholic clergy has been involved in sexual abuse cases&amp;quot;, adding that this figure was comparable to that of other groups and denominations.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wikipedia (Deutsch): [https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche]: Historische Aufarbeitung des Themas bezogen auf viele Länder, sehr viele Referenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== International ===&lt;br /&gt;
2021-01-19 [https://www.kath.ch/newsd/hans-zollner-kirche-muss-beim-kinderschutz-aktiv-mitwirken/ Hans Zollner: Kirche muss beim Kinderschutz aktiv mitwirken] - Jesuit Hans Zollner, Mitglied der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen: &amp;quot;Wir übernehmen keine Verantwortung – sondern drucksen rum und setzen unsere Karrieren und Reputation an die erste Stelle. Die Leute innerhalb und ausserhalb der Kirche nehmen uns nicht mehr ab, dass wir es ernst meinen mit Aufarbeitung und Prävention. Wenn wir hier nicht tun, was wir sagen, wie sollen die Leute dann glauben, was wir über Jesus, die Erlösung, die Sakramente sagen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
2023-12-01 [https://www.derstandard.at/story/3000000197869/sieben-jahre-haft-in-missbrauchsprozess-in-krems Sieben Jahre Haft im Missbrauchsprozess in Krems] - &amp;quot;Dem Mitglied einer Kirchengemeinschaft im Waldviertel waren die Kinder beziehungsweise Jugendlichen von den Eltern zur Aufsicht anvertraut worden. Im Rahmen von Übernachtungen dürfte es beim 33-Jährigen zu Hause zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.&amp;quot; - Was es für eine &amp;quot;Kirchengemeinschaft&amp;quot; war, steht nicht im Artikel.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-11-25 [https://archive.ph/qtKxo Tirol: Ordensmann wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt] - &amp;quot;Wegen schweren sexuellen Missbrauchs ist am Mittwoch ein 66-jähriger Mann in Innsbruck verurteilt worden. Der Ordensbruder aus einem Kloster in Osttirol war wegen sexueller Übergriffe auf eine minderjährige Ministrantin angeklagt, berichtet der ORF Tirol. Das Urteil auf dreieinhalb Jahre Haft ist noch nicht rechtskräftig.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-16 Aktualisierung zur vorherigen Eintragung: Auf der Ombudsstellen-Seite wurde die Anzahl der Fälle ohne Notiz herunterkorrigiert. Wahrscheinlich war die hohe Steigerungszahl ein Irrtum. Nach der neuen Angabe wären es &amp;quot;nur&amp;quot; 0,3 positiv erledigte Fälle pro Tag im Zeitraum zwischen Jänner und Juli. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-09-03 Aktuelle Statistik von den &amp;quot;[https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich]&amp;quot; - Seit der letzten Aktualisierung per 31. 12. 2021 sind 325 Fälle hinzugekommen. Das entspricht 1,53 positiv erledigten Fällen (also wo die Kirche Gewalt oder sexuellen Missbrauch zugibt und entschädigt) pro Tag, Wochenenden und Feiertage eingeschlossen. Diese Zahl lag im 4. Quartal 2021 noch bei genau einem Fall pro Tag. Die Verteilung der Fälle auf einzelne Jahrzehnte oder andere Periode wird nicht mehr ausgewiesen, damit ist die unabhängige Ermittlung von nicht verjährten (also noch strafbaren) Fällen nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-03 [https://www.queer.de/detail.php?article_id=37854 Vergewaltigungsvorwurf gegen Altbischof Küng bleibt ohne Folgen] - &amp;quot;Die kriminalpolizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Übergriffen des Bischofs um eine &amp;quot;versuchte Vergewaltigung&amp;quot; gehandelt hatte. Da die Vorwürfe bereits verjährt waren, kam es jedoch zu keinem Strafprozess.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019-02-24 [https://www.derstandard.at/story/2000098516137/missbrauchsopfer-man-muss-den-taten-oeffentlichkeit-geben Missbrauchsopfer - &amp;quot;Staatliche Justiz muss sich um kirchliche Verbrechen kümmern&amp;quot;] - &amp;quot;Doch egal, welche Richtlinien der Papst vorgebe, stünden ihm unzählige Geistliche gegenüber, die Täter decken würden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014-05-07 [https://www.derstandard.at/story/1399462403531/seit-2003-feuerte-der-vatikan-848-priester Seit 2003 feuerte der Vatikan 848 Priester] - &amp;quot;Zugleich verwahrte er [Erzbischof Tomasi, Anm.] sich gegen die Forderung, der Vatikanstaat müsse strafrechtlich gegen katholische Kirchenmitarbeiter weltweit vorgehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013-06-26 [https://www.derstandard.at/story/1371169864574/missbrauch-wien-ist-anders Missbrauch: Wien ist anders] - &amp;#039;Die Republik gibt sich sehr zufrieden, wenn sie sich hinter dem Feigenblatt einer kirchlich berufenen Arbeitsgruppe, der &amp;quot;Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft&amp;quot;, verstecken kann. Jene  kirchliche Arbeitsgruppe - im Volksmund auch &amp;quot;Klasnic-Kommission&amp;quot; genannt - die im Jahr 2010 errichtet wurde, begann ihr Dasein, so waren und sind viele Kommentatoren einig, als genialer Schachzug der katholischen Kirche Österreichs. &amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2010-04-01 [https://www.derstandard.at/story/1269448675303/missbrauchs-kommission-opferbeauftragte-klasnic-beginnt-arbeit Opferbeauftragte Klasnic beginnt Arbeit] - &amp;#039;Bei Kirchenkritikern ist die Wahl von Klasnic nicht unumstritten, da sie unter anderem als Vorsitzende des Dachverbandes &amp;quot;Hospiz Österreich&amp;quot; enge Kontakte zur Kirchenleitung pflegt. Auch die  &amp;quot;[http://betroffen.at/ Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt]&amp;quot; bekräftigte ihre Kritik an der Klasnic-Kommission. Von der früheren Landeshauptfrau sei wenig Wille zur Aufklärung zu erwarten.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004-09-02 [https://www.derstandard.at/story/1726270/sexskandale-ohne-ende Sexskandale ohne Ende] - &amp;quot;Auch in Österreich schädigten (vertuschte) Sexaffären das Image der Kirche, Höhepunkt war 1995 der Fall des mittlerweile verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer, der einen ehemaligen Schüler unsittlich berührt haben soll. Aber auch weniger prominente Geistliche mussten sich Vorwürfen stellen, doch nur wenige sich vor Gericht verantworten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die &amp;quot;Unabhängige Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die Skandäle wurde 2010 die Opferschutzanwaltschaft oder -kommission eingerichtet - auf Initiative und aus Mitteln der katholischen Kirche, mit einem starken personellen Naheverhältnis zu eben dieser. Seither macht sie ihre Arbeit im Stillen und informiert gelegentlich wortkarg auf [http://www.opfer-schutz.at/ ihrer Webseite]. Die Leitung der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Kommission wird alle fünf Jahre von den Vorsitzenden der Bischofs- und der Ordenskonferenz eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betroffenen werden von der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Opferschutzanwaltschaft an die Ombudsstellen bei den Diözesen verwiesen. Dort müssen sie mit Kirchenmitarbeitern interagieren, ihre Angelegenheit wird in der Diözese in einer &amp;quot;Diözesanen Kommission&amp;quot; behandelt und geht erst nach diesen zwei kircheninternen Schritten an die &amp;quot;Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; weiter. Gleichzeitig hat man das System so spezifisch aufgesetzt, dass Betroffene sexueller Gewalt in anderen Glaubensgemeinschaften keinen Ansprechpartner -- zumindest nicht die Opferschutzanwaltschaft -- haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/200423-10jahreUOK.html Nach 10 Jahren, bis April 2020] hat die Kommission 2.305 Fälle positiv entschieden (also Missbrauch festgestellt). (Insgesamt gab es 2.496 Betroffenen-Meldungen, also wurden 92,35 % positiv entschieden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast 84 % der Fälle betreffen die 1950-er- bis 1970-er-Jahre. Nur 28 Fälle sollen die zwanzig Jahre seit 2000 betreffen. Die Opfer waren zu 65 % männlich, 35 % weiblich. 78 % erlitten körperliche, 77 % psychische und 30 % sexuelle Gewalt (mit der Möglichkeit von Mehrfachnennungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurden Entschädigungen und therapeutische Hilfeleistungen in der Höhe von 30,7 Mio. € zuerkannt. Die katholische Kirche zahlt diese aus einer eigens eingerichteten Stiftung; die ca. 3 Mio € an jährlichen Zahlungen weist sie in [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen ihren Rechenschaftsberichten] nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/150408-apa.html?SWS=f76d2a8d7b17b680a288b19b889e2369 Nach 5 Jahren], bis um 4. 4. 2015 waren es &amp;quot;rund 1700&amp;quot; Fälle. In den ersten fünf Jahren also ca. 340 Fälle pro Jahr, danach in 5 Jahren 605, also &amp;quot;nur mehr&amp;quot; ca. 120 Fälle pro Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommission scheint sehr gut darin zu sein, die Fälle mit den Opfern so zu klären, dass sie nicht in die Medien kommen - jedenfalls ist öffentlich praktisch nichts wahrnehmbar. Dies verhindert aktuell eine Austrittswelle wie 2009-2010 in Österreich und 2020-2022 in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre trotzdem wünschenswert, eine ähnliche Transparenz wie in Deutschland zu pflegen: ohne öffentlichen Druck ist es weiterhin sehr schwierig, die Kirche zur Änderung ihrer Verfahren und tatsächlicher Transparenz zu zwingen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung Oktober 2021: Keine Änderung auf der Seite der Opferschutzanwaltschaft, aber auf https://www.ombudsstellen.at/opferschutzkommission wird die Anzahl der positiv entschiedenen Fälle mit 2.550 wiedergegeben. Diese Seite wird vom Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz betrieben. Die Unabhängigkeit der Kommission ist klar ersichtlich, wenn schon ihre Statistiken bei der Bischofskonferenz publiziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung Jänner 2022: Bei den Ombudsstellen ist die Anzahl der positiv entschiedenen Fälle jetzt mit Ende Dezember 2021 2.642. Das ist ein Zuwachs von 92 Fällen, genau einer pro Tag im 4. Quartal 2021. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung September 2022: Anzahl der positiven Fälle per Ende Juli bei 2.959. Das ist ein Zuwachs von 325 Fällen, also 1,53 pro Tag. Die Verteilung auf Jahrzehnte und &amp;quot;seit 2000&amp;quot; wurde ersatzlos gestrichen, damit ist es nicht mehr möglich, die Anzahl der noch nicht verjährten Fälle abzuschätzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
2023-07-02 [https://archive.ph/DudY7 Organisierter Missbrauch im Erzbistum Berlin - Im schwarzen Regime der grauen Schwestern] - &amp;quot;Prügel, Hetzjagden, Gruppenvergewaltigungen im Pornokino: Was Grundschüler in den Sechzigerjahren durch Priester und Ordensschwestern erduldet haben sollen, war mutmaßlich perfide geplant.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-28 [https://hpd.de/artikel/offenbar-durchsuchungen-staatsanwaltschaft-im-erzbistum-muenchen-21096 Offenbar Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft im Erzbistum München] - &amp;quot;Tatsächlich ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München als Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen. Es mutig zu nennen, wie aus manchen Kreisen zu hören ist, wäre jedoch verfehlt. Für einen weltanschaulich neutralen Staat ist dies lediglich das normale und juristisch korrekte Vorgehen, wenn es darum geht, Straftäter ausfindig zu machen und einer gerechten Strafe zuzuführen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-20 [https://weltanschauungsrecht.de/meldung/zusammenfassung-des-beitrags-lothar-jaeger-bemessung-des-schmerzensgeldes-nach-vergewaltigung-und Zusammenfassung des Beitrags von Lothar Jaeger: „Bemessung des Schmerzensgeldes nach Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker“] - &amp;quot;Auf knapp 10 Seiten kritisiert Jaeger mit guten Argumenten die bisherige ungenügende Rechtsprechungspraxis, legt präzise Kriterien fest und sieht insbesondere eine (gewisse) Vergleichbarkeit zu den sehr hohen Entschädigungsbeträgen, die zur Genugtuung nach Persönlichkeitsverletzungen ausgesprochen wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-03 [https://www.spiegel.de/panorama/justiz/katholische-kirche-kommission-bewilligte-bislang-40-millionen-euro-fuer-missbrauchsopfer-a-50ca948c-30e1-4c70-9ea5-854d81132900 Kommission bewilligte bislang 40 Millionen Euro für Missbrauchsopfer] - &amp;quot;Mehr als 1800 Opfer von sexuellem Missbrauch sind bisher von der katholischen Kirche entschädigt worden – der Großteil davon im vergangenen Jahr.&amp;quot; Zum Vergleich im zehnmal kleineren, aber stärker katholischen Österreich: 2.709 entschädigte Fälle mit 34 Mio. €, also deutlich weniger pro Person (Stand: 31. Juli 2022). Daten von den [https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen der Bischofskonferenz].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-31 [https://www.die-tagespost.de/kirche/aktuell/schlussstrich-in-weiter-ferne-art-234628 Schlussstrich in weiter Ferne] - &amp;quot;Wo haben Betroffene von sexuellem Missbrauch bereits die Möglichkeit, sich in die Aufarbeitung einzubringen? Welche Bistümer haben wissenschaftliche Studien zur Erforschung des Missbrauchsgeschehens in Auftrag gegeben oder schon vorgelegt? Und wie viele Fälle sind in diesem Jahr neu bekannt geworden, welche Entschädigungssummen wurden gezahlt? Die „Tagespost“ hat sich mit diesen Fragen an alle deutschen Bistümer gewendet. Bis auf Eichstätt, Limburg und Magdeburg liegen aus allen Diözesen Antworten vor.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-27 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/katholische-kirche-116-neue-missbrauchs-hinweise-in-bayern,TR6Lc9a Katholische Kirche: 116 neue Missbrauchs-Hinweise in Bayern] - &amp;quot;Demnach sind bundesweit in den Personalakten von 1946 bis 2014 insgesamt 1.670 Kleriker wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Es gab 3.677 Opfer. Im Jahr 2020 machten die Ordensgemeinschaften öffentlich, dass sich bei ihnen weitere 1.412 Betroffene gemeldet haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-17 [https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2022/10/17/mgen-155-sternsinger-langjahriger-prasident-ist-missbrauchstater/ Sternsinger: Langjähriger Präsident ist Missbrauchstäter] - &amp;quot;Nun ließ es sich nicht mehr vertuschen: Monsignore Pilz, über Jahre gern gesehener Gast in Kanzler- und Bundespräsidialamt, war gewohnheitsmäßiger Missbrauchtäter.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-08-10 [https://www.spiegel.de/panorama/lateinamerika-bischof-emil-stehle-schuetzte-missbrauchstaeter-vor-strafverfolgung-a-0e61583e-92b3-4705-bcda-1f5c6bf04776 Bischof schützte Missbrauchstäter vor Strafverfolgung] - &amp;quot;Eine neue Untersuchung bestätigt Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe gegen den Lateinamerika-Bischof Emil Stehle. Er soll Sexualstraftäter gedeckt und sich selbst den Ruf eines »Tätschlers« erworben haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-03-09 [https://taz.de/Sexualisierte-Gewalt-in-der-Kirche/!5839622/ Sexualisierte Gewalt in der Kirche: Mangelhafte Kontrollen] - &amp;quot;Welche Bedeutung hat Bedauern, wenn keine strengen Präventionsmaßnahmen folgen? Nach einer Recherche des WDR werden in den 27 deutschen katholischen Bistümern trotz der erschreckenden Gutachten zur sexualisierten Gewalt durch Priester die Täter nur unzureichend kontrolliert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-02-16 [https://www.krone.at/2629491 Missbrauchsprozess gegen Priester stark erweitert] - &amp;quot;Die Missbrauchsklage gegen einen katholischen Priester vor dem Landgericht Köln ist am Mittwoch um 85 Tatvorwürfe erweitert worden. 70 Fälle davon betreffen Kinder, 15 Jugendliche. ... Die mutmaßlichen Taten fanden von 2002 bis 2018 statt. ... Kirche hätte Taten verhindern können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-20 [https://westpfahl-spilker.de/wp-content/uploads/2022/01/WSW-Gutachten-Erzdioezese-Muenchen-und-Freising-vom-20.-Januar-2022.pdf Westpfahl Spilker Wastl Rechtsanwälte: Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Bereich der Erzdiözese München und Freising von 1945 bis 2019] (PDF) - &amp;quot;Zu nennen ist hier zunächst der Klerikalismus, der zumindest einen adäquaten Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs verhindert hat. Eng verbunden damit ist die systemisch bedingte Angst und Hilflosigkeit im Umgang mit die Institution Kirche betreffenden Skandalen, die zu einem geradezu paranoiden Verhalten im Hinblick auf die eigentlich gebotene Transparenz im Interesse des aus subjektiver Sicht über allem stehenden – vermeintlichen – Schutzes der Institution führt. - Hinzu kommen grundlegende Mängel des kirchlichen Strafrechts, die damit verbundene unzureichende innerkirchliche Rechtskultur sowie Defizite im Zusammenhang mit der Gewährleistung der notwendigen Sachkompetenz bei der Besetzung diözesaner Führungsebenen. Zwingend gebotene Anforderungen, wie ausreichende Kompetenz, beispielsweise im Personalbereich, wurden nicht erfüllt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-12 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/erzbistum-muenchen-missbrauch-unter-den-augen-der-bischoefe,SuCT7HX Erzbistum München: Missbrauch unter den Augen der Bischöfe] - &amp;quot;Nach und nach kam ans Licht: H. konnte sich jahrzehntelang an Jungen vergehen, weil die Kirchenleitung wegsah. Statt den Pfarrer anzuzeigen oder kirchenrechtlich zu belangen, wurde er versetzt. Die BR Recherchen zeigen: Ranghohe Kirchenmänner hatten dabei vor allem das Image der Institution im Blick – und vergaßen die Opfer.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-04 [https://www.zeit.de/2022/02/sexueller-missbrauch-kirche-priester/komplettansicht In der Verantwortung] - &amp;quot;Der Fall des Priesters Peter H. zeigt, wie der Klerus sexuellen Missbrauch von Kindern vertuschte. Interne Kirchendokumente aus München und Rom belegen das. Und sie belasten Papst Benedikt XVI.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-12-28 [https://www.feinschwarz.net/wahrheit-und-gewissen/ Wahrheit und Gewissen] - &amp;quot;Die katholische Kirche ist ein Verantwortungsverdunstungsbetrieb. Über der Wirklichkeit liegt ein spiritueller Nebel-Schleier.&amp;quot; ... &amp;quot;Franziskus, der Letztverantwortliche, hat offenkundig kein Interesse daran zu klären, was wirklich geschehen ist, wer wie schuldig geworden ist, und daraus personelle Konsequenzen zu ziehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-24 [https://www.sueddeutsche.de/politik/priester-kindesmissbrauch-nichten-prozess-koeln-1.5471503 Priester soll seine Nichten missbraucht haben] - &amp;quot;Allzu oft muss sich ein katholischer Priester wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs nicht vor einem irdischen Gericht verantworten. Mit U.s Fall hat sich sogar der Papst beschäftigt, er steht beispielhaft für das &amp;quot;System der Unzuständigkeit&amp;quot;, das das im März veröffentliche Missbrauchsgutachten dem Erzbistum Köln bescheinigt; der Fall wird in dem Gutachten auf mehr als 20 Seiten thematisiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-19 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/wie-die-evangelische-kirche-missbrauchsaufarbeitung-verschleppt,Souy6Cb Wie die evangelische Kirche Missbrauchsaufarbeitung verschleppt] - &amp;quot;Wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer ist, lässt sich nur mutmaßen. Belastbare Zahlen, wie sie die katholische Bischofskonferenz mit der MHG-Studie vorgelegt hat, gibt es in der evangelischen Kirche noch nicht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-17 [https://hpd.de/artikel/kirche-muss-wegkommen-einzelfallmythos-19883 &amp;quot;Die Kirche muss wegkommen vom Einzelfallmythos&amp;quot;] - &amp;#039;Es sei ein grundsätzlicher Fehler, &amp;quot;sich hinter den Kollegen von der katholischen Kirche zu verstecken&amp;quot;, sagte ein Vertreter des &amp;#039;&amp;#039;Netzwerks Betroffenenforum&amp;#039;&amp;#039;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-09-14 [https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bistum-hildesheim-missbrauchsstudie-kirche-schuetzte-taeter-statt-kinder.0c34f87f-190c-4e84-baed-34449b4c9efc.html Bistum Hildesheim: Missbrauchsstudie: Kirche schützte Täter statt Kinder] - &amp;quot;Wenn Priestern sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, sind sie früher im Bistum Hildesheim nur in eine andere Gemeinde versetzt worden. Von der Kirche gab es Zuwendung und Schutz für die Täter, während die Betroffenen keine Hilfsangebote erhielten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-17 [https://www.youtube.com/watch?v=KrV-aMC87G4&amp;amp;t=71s Zeugen Jehovas - Missbrauch vertuscht?] (Video) - &amp;quot;Bei der Recherche für diese Doku stoßen wir auf Hinweise, dass in der Wachtturmgesellschaft, der Organisation hinter den Zeugen Jehovas, eine ausgeklügelte Paralleljustiz unter dem Mantel der Bibel existiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-18 [https://www.derstandard.at/story/2000125155902/gutachten-zu-missbrauch-sieht-202-beschuldigte-inerzbistums-koeln-entlastet-aber Gutachten zu Missbrauch sieht 202 Beschuldigte in Erzbistum Köln, entlastet aber Kardinal Woelki] - &amp;quot;Zwei hohe Würdenträger wurden von ihren Ämtern suspendiert. Die Missbrauchsopfer waren laut Gutachten mehrheitlich Burschen. Bei 63 Prozent der Beschuldigten handelt es sich um Kleriker, großteils Priester.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-22 [https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/erzbistum-koeln-missbrauch-anzahl-100.html Missbrauch im Erzbistum Köln - Zahl der Opfer wohl höher als bislang gedacht] - &amp;quot;Vier Wochen vor der Vorlage eines Rechtsgutachtens zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln sind laut einem Zeitungsbericht erste Zahlen zu Tätern und Opfern bekannt geworden, die um mehr als das Doppelte über den bisherigen Angaben des Erzbistums liegen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-16 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/missbrauch-und-zuhaelterei-bei-den-niederbronner-schwestern,SOQWb9o Missbrauchsvorwürfe gegen Niederbronner Schwestern] - &amp;quot;Die Stadt München bestätigt auf Nachfrage des BR die Misshandlungen durch Schwester M. und eine weitere Niederbronner Schwester. Auch zwei Angestellte der Stadt München stünden im Fokus der Vorwürfe mehrerer Betroffener.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-05 [https://hpd.de/artikel/missbrauch-den-zeugen-jehovas-systematische-vertuschung-18962 Missbrauch bei den Zeugen Jehovas: Systematische Vertuschung] - &amp;quot;Einem Verdacht wird aber nur nachgegangen, wenn es neben dem Kind mindestens einen weiteren Zeugen gibt (&amp;quot;Zwei-Zeugen-Regel&amp;quot;). Andernfalls wird die Sache &amp;quot;in Jehovas Hände&amp;quot; gegeben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-01 [https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/01/sexueller-missbrauch-minderjaehrige-erzbistum-berlin.html Missbrauch im Bistum Berlin: Gutachten macht mindestens 121 minderjährige Opfer aus] - &amp;quot;Die Kirchenleitung habe eine größere Empathie für die Täter als für die Opfer gehabt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-06 [https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/keine-einsicht-in-gutachten-erzbistum-100.html Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit Verschwiegenheitserklärung] - Eigentlich war geplant, das Gutachten ganz zu veröffentlichen, jetzt wird es beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-04 [https://hpd.de/artikel/lautes-schweigen-18851 Lautes Schweigen] - &amp;#039;Sie zeigten sich auch überrascht darüber, &amp;quot;wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen&amp;quot;. Dies – so Strafrechtler – habe möglicherweise seinen Grund in einer in Deutschland herrschenden &amp;quot;intuitiven Vorstellung von der sakrosankten Eigenständigkeit der Kirche&amp;quot;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Irland ===&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123255085/tausende-kinder-starben-im-20-jahrhundert-in-irischen-mutter-kind Tausende Kinder starben im 20. Jahrhundert in irischen Mutter-Kind-Heimen] - &amp;quot;Die Heime wurden von der Regierung kontrolliert und von religiösen Organisationen geleitet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
2021-06-28 [https://www.derstandard.at/story/2000127789515/hunderte-missbrauchsfaelle-in-polens-katholischer-kirche Hunderte Missbrauchsfälle in Polens katholischer Kirche] - &amp;quot;Einige der gemeldeten Taten liegen nach Angaben der Kirche Jahrzehnte zurück. Es gebe aber auch eine nicht unerhebliche Zahl sexueller Übergriffe, die in den vergangenen Jahren begangen worden seien. Zudem gebe es vermutlich noch eine hohe Dunkelziffer, sagte Żak.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123279744/polnische-kirche-praesentiert-kindesmissbrauch Polnische Kirche präsentiert Kindesmissbrauch-Analyse] - &amp;quot;Nach 2010 sind laut der Statistik aber fast ebenso viele Mädchen wie Burschen von Kindesmissbrauch in der Kirche betroffen. Seit 2011 waren 70 Opfer demnach zwischen 15 und 18 Jahre sowie 41 unter 15 Jahre alt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
2021-10-05 216.000 [https://religion.orf.at/stories/3209052/ Missbrauchsopfer in katholischer Kirche Frankreichs] - Nach der Präsentation des Berichts ist die Anzahl der Opfer massiv höher: 216.000 (bzw. auf 330.000 geschätzt inkl. aller kirchlicher Einrichtungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-10-03 [https://orf.at/stories/3230955/ Tausende Pädophile in Frankreichs katholischer Kirche seit 1950] - &amp;quot;Die Untersuchungen zum Missbrauchsskandal in der Kirche hätten ergeben, dass es seither zwischen 2.900 und 3.200 pädophile Priester oder andere pädophile Kirchenmitglieder gegeben habe, sagte der Leiter der Untersuchungskommission, Jean-Marc Sauve.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-03 [https://religion.orf.at/stories/3205072/ Kirchenexperte: 10.000 Missbrauchsopfer möglich] - &amp;quot;Die Zahl der geschätzten Opfer beziehe sich auf den Zeitraum seit 1950. Die Kommission wurde demnach 2018 nach mehreren Skandalen eingerichtet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ungarn ===&lt;br /&gt;
2021-05-28 [https://www.feinschwarz.net/missbrauch-kath-kirche-ungarn/ Die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs und die ungarisch-katholische Kirche] - &amp;quot;In meinem Heimatland existiert bis jetzt weder eine theologische, noch eine psychologisch-psychiatrische Aufarbeitung des Themas spiritueller und sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Es ist trotz der in den letzten ein, zwei Jahren eingeführten kirchlichen Maßnahmen bis heute immer noch stark tabuisiert. Deswegen ruft das Buch schon vor seiner Veröffentlichung äußerst heftige Reaktionen im medialen Bereich hervor und ich werde als Autorin von vielen regierungsnahen und rechtskonservativen Medien vehement angegriffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-04-14 [https://444.hu/2021/04/14/uristen-eletem-elso-csokja-egy-pappal-volt (Ungarisch: Mein Gott, der erste Kuss meines Lebens war mit dem Pfarrer)] - Erste Meldung 2003, aber die Kirchenbehörden haben dem Opfer nicht geglaubt. Erst 2015 wurde der Pfarrer aus dem Verkehr gezogen. Nach den Medienberichten haben sich noch 20 Betroffene gemeldet. Strafe: darf nicht mehr Pfarrer sein. Gegen das Opfer läuft noch ein Gerichtsverfahren wegen Stalking der Kirchenoberen, weil er beharrlich auf ein Treffen mit dem Kardinal bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-26 [https://insighthungary.444.hu/2021/02/26/hungarian-catholic-church-leaders-filed-charges-against-a-victim-of-sexual-abuse Hungarian Catholic Church Leaders Filed Charges Against a Victim of Sexual Abuse] - &amp;quot;Sexual abuse of minors by clergy in Hungary has not been well documented, especially in the period prior to the breakup of the Eastern Bloc: before 1990, there are almost no documented cases of sexual abuse by Hungarian priests, largely due to that period&amp;#039;s lack of independent courts or a genuine press, and to the church&amp;#039;s longstanding efforts to keep such cases quiet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.spiegel.de/panorama/spanien-justiz-untersucht-kindesmissbrauch-in-katholischer-kirche-a-3465cbf7-dc0d-45cf-b7e5-47ca2302d553 Spaniens Justiz untersucht Kindesmissbrauch durch Geistliche] - &amp;quot;In Spanien hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits 2019 gewarnt, dass die Maßnahmen der Kirche zur Aufdeckung und Vermeidung von sexuellem Kindesmissbrauch »unzureichend« seien. Die Kirche wurde damals aufgefordert, jeden Verdacht ohne »interne Überprüfungen oder Filter« vor Gericht zu bringen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-18 [https://hpd.de/artikel/spanische-bischofskonferenz-gibt-220-gemeldete-missbrauchsfaelle-2001-19300 Spanische Bischofskonferenz gibt 220 gemeldete Missbrauchsfälle seit 2001 zu] - &amp;quot;Die spanische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;El País&amp;#039;&amp;#039; berichtet jedoch über andere Zahlen: Ihre eigene Datenbank kommt auf über 300 Fälle mit über 800 Betroffenen und 54 Kardinälen, Bischöfen und Priestern, die an der Vertuschung des Missbrauchs beteiligt gewesen sein sollen, sowie 69 Fälle, in denen Priester nach einer Anzeige einfach an einen anderen Ort versetzt worden seien.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigtes Königreich ===&lt;br /&gt;
2021-09-04 [https://www.iicsa.org.uk/news/inquiry-report-finds-child-sexual-abuse-most-major-uk-religions Inquiry report finds child sexual abuse in most major UK religions] - &amp;quot;The report finds that organisational and cultural barriers to reporting child sexual abuse within religious organisations and settings are numerous, varied and difficult to overcome. These include victim-blaming, an absence of discussion around sex and sexuality, and discouraging external reporting, thus prioritising the organisation’s reputation above the needs of victims of sexual abuse.&amp;quot; (Der Bericht beschreibt, dass in religiösen Organisationen und Strukturen mehrere, vielschichtige und schwer überwindbare organisatorische und kulturelle Hürden für die Meldung des sexuellen Missbrauchs von Kindern existieren. Die Liste beinhaltet: Die Schuld dem Opfer zu geben; keine Diskussion über Sexualität; das Abraten von externer Meldung, und somit die Priorisierung des Rufes der Organisation über die Bedürfnisse der Opfer des sexuellen Missbrauchs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Israel ===&lt;br /&gt;
2022-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000132501539/metoo-prominente-ultraorthodoxe-juden-des-missbrauchs-beschuldigt Prominente ultraorthodoxe Juden des Missbrauchs beschuldigt] - &amp;quot;Im vergangenen Jahr wurden vermehrt Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen mehrere führende Persönlichkeiten der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Israel erhoben&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuseeland ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.derstandard.at/story/2000133023033/missbrauchsvorwuerfe-gegen-jeden-siebten-dioezesanpriester-in-neuseeland Missbrauchsvorwürfe gegen jeden siebten Diözesanpriester in Neuseeland] - &amp;quot;Zum Kreis der mutmaßlichen Täter gehören demnach 14 Prozent aller katholischen Diözesanpriester des Untersuchungszeitraums sowie acht Prozent aller männlichen und drei Prozent aller weiblichen Ordensmitglieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
2022-08-05 [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-mormon-churchs-help-line-keeps-sex-abuse-victims-in-danger/ The Mormon Church’s ‘help line’ keeps sex abuse victims in danger] - Die Mormonen in den USA betrieben eine Hotline für die Meldung problematischer Ereignisse. Einzige Aufgabe dieser Hotline war, den Anrufenden zu versprechen, dass die Leitung der Kirche sich ums Problem kümmern wird, und dann nichts zu tun. Dadurch konnten Menschen nach der Meldung jahrelang weiter Kinder vergewaltigen. Priorität der Mormonen war immer der Schutz des Ansehens der Kirche, nicht der Schutz der Kinder. Kirchenangehörige sind in Arizona auch nicht verpflichtet, sexuellen Missbrauch zu melden. Die Hotline wurde 1995 eingerichtet, vorher war die Anweisung, dass die Oberen die Meldungen an die Polizei weiterleiten -- die Einführung der Vertuschungs-Hotline hat die Situation also aktiv verschlechtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-05-28 [https://static1.squarespace.com/static/6108172d83d55d3c9db4dd67/t/628bfccb599a375bece1f66c/1653341391218/Guidepost+Solutions+Independent+Investigation+Report_.pdf The Southern Baptist Convention Executive Committee’s Response to Sexual Abuse Allegations and an Audit of the Procedures and Actions of the Credentials  Committee] - Die &amp;quot;Southern Baptist Convention&amp;quot; ist ein loser Zusammenschluss von baptistisch-evangelikalen Gemeinden im Süden der Vereinigten Staaten. Nachdem die vielen Vorwürfe nicht mehr zu ignorieren waren, haben sie eine externe Untersuchung des sexuellen Missbrauchs (von Kindern und Erwachsenen) und die fehlende Reaktion auf Meldungen desselben beauftragt. Dies ist das Ergebnis. Die Gruppe, die die Untersuchung durchgeführt hat, fand über 700 Beschuldigte bzw. Täter. Der Unterschied zur katholischen Kirche ist der höhere Anteil von Erwachsenen und Frauen, die diesen zum Opfer fielen und die Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinden. Gemeinsam haben beide die Vertuschungsmethoden: Priester hin und her versetzen, intern Listen führen, aber nicht die Polizei einzuschalten, die Opfer niedermachen usw. Das Hauptziel ist nicht der Schutz der Opfer, sondern des Rufs der Organisation und die Vermeidung von Verantwortung. Zusammenfassung von [https://onlysky.media/ccassidy/southern-baptist-sex-abuse-report/ Captain Cassidy], [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-southern-baptist-sex-abuse-report-ignored-the-most-important-solution/ Hemant Mehta] und der [https://ffrf.org/news/news-releases/item/41048-new-report-details-southern-baptists-despicable-treatment-of-sex-abuse-victims Freedom from Religion Foundation].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Portugal ===&lt;br /&gt;
2023-02-13 [https://www.derstandard.at/story/2000143488165/knapp-5-000-kinder-in-katholischer-kirche-portugals-missbraucht Knapp 5.000 Kinder in katholischer Kirche Portugals missbraucht] - &amp;quot;Es habe aber seit den 1950er-Jahren wohl viel mehr Fälle gegeben, denn bei den 4.815 handle sich um &amp;quot;eine absolute Mindestzahl&amp;quot;, sagte Ausschuss-Koordinator Pedro Strecht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kenya ===&lt;br /&gt;
2023-04-27 [https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/missbrauch-kenia-sternsinger-kirche-100.html Deutscher Ex-Oberministrant: Angeklagt wegen Missbrauchs in Kenia] - Der Beschuldigte sitzt in Kenya in Untersuchungshaft. Er hat in Deutschland schon in den 1980er-Jahren Jugendliche sexuell missbraucht, die Fälle sind von der deutschen Kirche auch bestätigt, nur hat man ihm nicht das Handwerk gelegt und sein &amp;quot;Missionsprojekt&amp;quot; in Kenya, wo die neuen Missbrauchsfälle passierten, noch aktiv unterstützt. Die Strafverfolgungsbehörden in Kenya gehen nach mindestens zehn Fällen immerhin gegen den mutmaßlichen Täter vor.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kindesmissbrauch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verbrechen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Finanzierung_durch_den_Staat&amp;diff=195</id>
		<title>Finanzierung durch den Staat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Finanzierung_durch_den_Staat&amp;diff=195"/>
		<updated>2023-11-25T21:17:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zahlungen von Gemeinden */ Bundesländerdaten ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Anlehnend an das hervorragend recherchierte, aber leider schon etwas ältere Buch &amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag - Kirchenfinanzierung in Österreich&amp;quot; (abgek. GWuuB) von Carsten Frerk und Christoph Baumgarten (Czernin Verlag, 2012) listen wir hier die finanziellen Leistungen, die der Staat Österreich bzw. Bundesländer aus Steuermitteln an Religionsgemeinschaften und für religiöse Zwecke ausgeben bzw. Einnahmen, auf die sie verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier nachgewiesene Summe für 2020 (bzw. die neuesten verfügbaren Daten) ergibt ca. 1,47 bis 1,72 Mrd. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Direkte Zahlungen ===&lt;br /&gt;
Der Bund zahlt auf Basis des Vermögensvertrags von 1960 und Zusatzverträgen direkt an die Katholische, die Evangelische und die Altkatholische Kirche sowie an die Israelitische Kultusgemeinde. Ursprünglicher Grund dafür ist der &amp;#039;&amp;#039;Religionsfonds&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011: 56.592.000 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020: 72.279.755 € &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon: 66.835.250 € allein an die Katholische Kirche, 2020 [https://www.derstandard.at/story/2000118839994/kirchen-erhalten-mehr-geld-vom-staat um ca. 3,5 Mio. €/Jahr erhöht], und zwar nachträglich, mit einer Nachzahlung für 2018 und 2019. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021: 65.683.344 € &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Religionsfonds bis zum Kirchenbeitrag ====&lt;br /&gt;
Dieser Fonds 1782 wurde vom &amp;quot;aufgeklärt absolutistischen&amp;quot; Kaiser Joseph II. eingerichtet, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Josephinismus#Klosteraufhebungen_und_Religionsfonds das Kirchenvermögen neu strukturierte]. Das Ziel war, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenfinanzierung#In_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Bezahlung der Geistlichen] und die Erhaltung der Kirchengebäude sicherzustellen. Dies war Staatsvermögen, die Erlöse wurden an die Kirche(n) ausgezahlt. Zusätzlich behielt die Kirche natürlich eine Menge Land, die sie auch heute noch hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war eine Zeit, in der die Grundbesitzer noch Lehensherren waren und sehr weitgehend über ihre &amp;quot;Untertanen&amp;quot; herrschten: Diese hatten weder freie Berufswahl noch Reisefreiheit; selbst für die Eheschließung brauchten sie die Zustimmung ihrer Lehensherren, die in vielen Fällen die Katholische Kirche war. Im Jahrhundert davor wurde der Dreißigjährige Krieg geführt, nach diesem wurden große Gebiete in Österreich mit Gewalt rekatholisiert. Das ist der historische Hintergrund, wenn es um die Herkunft von kirchlichem Grundbesitz geht. Was auf den Lehen/Besitzungen erwirtschaftet wurde, kam aus der Ausbeutung von Menschen, die ihr Leben nicht frei gestalten konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Religionsfonds wurde dann über die Jahre weitergeführt. Ab 1885 reichten die Erlöse aus dem Fonds für die Finanzierung der Kirchen nicht mehr aus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenfinanzierung#In_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche der Staat begann zuzuschießen]. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg führte die Geldentwertung zu weiteren Wertverlusten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Einmarsch der Nazis wurde der Religionsfonds 1939 aufgelöst. Als Ersatz dafür wurde den Religionsgemeinschaften die Möglichkeit gegeben, selbst von ihren Mitgliedern Kirchenbeiträge einzuheben. Auch wenn die Nazi-Diktatur dafür sorgte: dies ist die einzige vernünftige und gerechte Finanzierungsform im Kontext der Vielfalt von Religionen und der damals schon wachsenden Anzahl von Menschen ohne religiöse Bekenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Regelung wurde nach 1945 beibehalten, während andere Nazi-Gesetze geändert wurden. Also ist eine Systemumstellung passiert und von der Republik weitergeführt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirchen wollten dann &amp;#039;&amp;#039;beides&amp;#039;&amp;#039; haben: Staatliche Finanzierung &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; weiter den Kirchenbeitrag einheben. Dies führte dazu, dass später, 1960, Verträge mit dem Vatikan und den Religionsgemeinschaften geschlossen wurden, die die Zahlungen regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen der Zahlungen ====&lt;br /&gt;
Katholische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10010025 Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich zur Regelung von vermögensrechtlichen Beziehungen], Artikel II; [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:f688d47d-fa89-4e97-90f6-9be79bf8948f/26_30_vert.pdf 7. Zusatzvertrag zum Vermögensvertrag]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evangelische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009255 Bundesgesetz vom 6. Juli 1961 über äußere Rechtsverhältnisse der Evangelischen Kirche], § 20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Israelitische Religionsgesellschaft: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009176 Gesetz vom 21. März 1890, betreffend die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft], § 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altkatholische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009250 Bundesgesetz vom 26. Oktober 1960 über finanzielle Leistungen an die altkatholische Kirche]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Höhe der Zahlungen und Berechnung ====&lt;br /&gt;
Neben einem gesetzlich festgelegten Betrag wird jeweils eine Anzahl von Stellen mitfinanziert, deren Wert vom jeweiligen Bezug von Beamten nach dem staatlichen Besoldungsschema (&amp;quot;Gehalt eines Bundesbeamten der Verwendungsgruppe A, Dienstklasse IV, 4. Gehaltsstufe zuzüglich Sonderzahlungen und Teuerungszuschlägen&amp;quot;) abhängt. Damit ist bei diesem Teil eine jährliche Inflationsanpassung automatisch gegeben. Zusätzlich wird die Fixzahlung regelmäßig angepaßt, wenn die Inflation seit der letzten Erhöhung jeweils 20 % erreicht hat. Die automatische Anpassung, sobald die Inflation 20 % erreicht hat, wurde am [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/BNR/BNR_00162/index.shtml 10. 12. 2020 im Nationalrat beschlossen]. Vorher wurde 60 Jahre lang (zwischen 1960 und 2020) regelmäßig ein neues Gesetz/Zusatzvertrag mit dem Vatikan beschlossen und die Zahlungen an die anderen Religionsgemeinschaften angepaßt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Kritik =====&lt;br /&gt;
Diese Zahlungen wurden in den 1960-er-Jahren, also zu einer Zeit festgelegt, in der praktisch niemand außerhalb dieser vier Religionsgemeinschaften in Österreich lebte. Es war damals wohl auch nicht vorstellbar, dass sich das ändern könnte. Heute beträgt der Anteil der Angehörigen dieser Religionsgemeinschaften jedoch kaum mehr als 60 % (ca. 25 % Konfessionslose, 7-9 % Muslime, Orthodoxe Christen, Zeugen Jehovas, christliche Freikirchen, Buddhisten, weitere Religionsgemeinschaften). Es gibt keine Mechanismen, um die Zahlungen an die tatsächliche Anzahl der Anhänger der jeweiligen Religion anzupassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung der Zahlungen ist, dass sie eine Entschädigung an die Opfer des Nationalsozialismus darstellen. Es stellt sich jedoch Frage, welche Rolle diese &amp;quot;Entschädigung&amp;quot; mehr als 80 Jahre später in einer komplett veränderten Situation noch spielt, und ob sie nicht schon mehrmals geleistet wurde und irgendwann abgezahlt ist. Entschädigungen an Menschen orientieren sich ja an einem konkreten Schaden oder enden notwendigerweise mit dem Tod dieser Menschen. Im Versicherungsrecht gilt, dass die Entschädigung für einen Schaden nicht höher als der Schaden sein darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre längst die Pflicht des Gesetzgebers gewesen, den entstandenen Schaden exakt zu berechnen und die Zahlungen einzustellen, sobald die Entschädigung geleistet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Einnahmen der Katholischen Kirche aus dem Kirchenbeitrag [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen sind 8 bis 10mal höher] als die staatliche &amp;quot;Entschädigung&amp;quot;. Das zeigt schon, welche Wohltat die Umstellung auf den Kirchenbeitrag für die Kirchen war, und wie sehr sie von ihrer &amp;quot;Schädigung&amp;quot; durch die Nazis profitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch das Argument, die &amp;quot;Entschädigung&amp;quot; entspräche den jährlichen Erlösen, die beschlagnahmten und nicht zurückerstatteter Landbesitz abwerfen würde. Nur: Die gesamten Erträge aus &amp;quot;Vermögensverwaltung (ohne Finanzergebnis) - Vermietungen&amp;quot; laut [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen Gebarungsbericht] sind weniger als die Hälfte der &amp;quot;Wiedergutmachung&amp;quot;. Das würde heißen, daß mehr als zweimal so viel Land beschlagnahmt worden wäre als die Kirche aktuell hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrfach wurde das Argument vorgebracht, der Vermögensvertrag von 1960 sähe die Anpassung an die Inflation vor, nur &amp;#039;&amp;#039;[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10010025 steht das dort nicht drinnen]&amp;#039;&amp;#039;, wie man sich leicht überzeugen kann. Was aber drinnen steht: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Katholische Kirche anerkennt, daß die Republik Österreich über die in diesem Vertrag zugesagten Leistungen hinaus auf den darin behandelten Gebieten keine weiteren finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen hat.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Eine Begründung für die Inflationsanpassung steht also nicht nur nicht im Vertrag drinnen: Die Katholische Kirche erkennt sogar an, dass sie keine weiteren Forderungen (wie eine regelmäßige Erhöhung der Zahlungen) hat. Bis zum Beschluss der automatischen Anpassung durch Parlament im Jahr 2020 war das also immer ein freiwilliges Entgegenkommen des Staates, keine gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags ===&lt;br /&gt;
2012: ca. 120 Mio. €/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020: wegen der Covid-19-Krise unsicher. Der Trend der Vorjahre würde auf 125 - 140 Mio. € hindeuten, und 2020 werden noch die Steuern für 2019 gezahlt, allerdings wurden manche gestundet. Das Finanzministerium gibt 130 - 150 Mio. € an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflichtbeiträge, die an anerkannte Religionsgemeinschaften gezahlt wurden, lassen sich bis 400 € von der Einkommenssteuer absetzen. Sie verringern also die Basis, von der die in Stufen eingeteilten Steuerbeträge berechnet werden. Dem Staat entgeht damit ein Betrag, der fast doppelt so hoch ist wie die Direktzahlungen, allerdings hier von allen Religionsgemeinschaften, die Pflichtbeiträge einheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Absetzmöglichkeiten gibt es bei Spenden an gemeinnützige und mildtätige Vereine, die aber ihre Wohltätigkeit nachweisen und sich regelmäßig kontrollieren lassen müssen. Diese Pflicht gilt für die Religionsgemeinschaften nicht. Bis die Absetzmöglichkeit gegeben ist, dauert es auch mindestens 5 Jahre für die Vereine. Und: viele dieser Vereine sind unter kirchlicher Kontrolle - wie z. B. mehrere, deren Tätigkeit die Missionierung ist, sie sind also eigennützig statt gemeinnützig. GWuuB berechnet allein für die Missions-Organisationen einen jährlichen Betrag von 54 Mio. €: 43 Mio. Steuerentfall und 11 Mio. € staatliche Subventionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Berechnung ====&lt;br /&gt;
Die Zahl aus 2012 in &amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag&amp;quot; stammt aus der [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_10354/fnameorig_248770.html Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage]. Die Berechnungsmethode ist dort nicht erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gerundeten Beiträge, die in der Anfragebeantwortung angegeben sind, änderten sich zwischen 2009 und 2011 nicht; 2012 wurde der Absetzbetrag von 200 auf 400 € erhöht, was die Änderung erklärt. Die Einkommen und die daraus resultierenden Bemessungsgrundlagen steigen natürlich von Jahr zu Jahr, andererseits treten auch jedes Jahr Leute aus den Kirchen aus. Die Inflation und die Austrittsrate sind dabei in einer ähnlichen Größenordnung, sie dürften sich also ungefähr die Waage halten. Damit wird sich der Betrag eher nicht sehr stark ändern. Mehr Kirchenaustritte (in Prozent der Mitglieder) als die Inflationsrate können dazu führen, dass diese &amp;quot;negative Staatsleistung&amp;quot; abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/AB/AB_00319/index.shtml Anfragebeantwortung aus 2020] enthält neuere Zahlen: 2015 bis 2018, sowohl für Kirchenbeiträge als auch für abgesetzte Spenden. Der Steuerentgang aus den Kirchenbeiträgen betrug in diesen Jahren zwischen 124 Mio. und 143 Mio. €. Der Steuerentgang aus den abgesetzten wohltätigen Spenden liegt bei ca. 54 bis 64 % dieses Betrags. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürs Jahr 2020 ist damit zu rechnen, daß die Steuereinnahmen und auch die Kirchenbeiträge wegen der Covid-19-Krise deutlich zurückgehen. Das wird 2020 und wohl auch noch in 2021 dazu führen, dass der Steuerentgang weniger als in den Jahren davor beträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche [https://www.katholisch.at/aktuelles/134667/finanzministerium-klarstellung-zu-kirchlichen-steuerbeguenstigungen zitiert das Finanzministerium] mit 130 - 150 Mio. € Steuerentgang aus der Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Staatsleistungen für den Kirchenbeitrag ====&lt;br /&gt;
Der Staat verwaltet eigentlich komplett unnötig und in für den Datenschutz problematischer Weise die Religionszugehörigkeit von Menschen. (Diese ist bei sehr vielen Menschen in Österreich nicht einmal selbstbestimmt, sondern von den Eltern vorgegeben.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Informationen liefert das staatliche Meldewesen an die Religionsgemeinschaften ([https://ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz § 20 (7)]) , die sie nutzen können, um ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; (also Leute, die in einem staatlichen Melderegister eine bestimmte Religion eingetragen haben) zur Zahlung des Kirchenbeitrags zu verpflichten. Die Religionsgemeinschaften sparen sich damit einen enormen Aufwand (und damit Kosten) in der Mitgliederverwaltung, Registrierung neuer Mitglieder, Erfassung von Umzügen etc. Sie nutzen die Daten aus dem staatlichen Meldewesen sogar, um über zugezogene Menschen mit eingetragener Religionszugehörigkeit benachrichtigt zu werden und bei den Schwesterkirchen in den Herkunftsländern zu fragen, ob dieser Mensch getauft ist. Für manche Leute, die sich in Österreich niederlassen, ist die Zahlungsaufforderung der Kirche einer der ersten eintreffenden Briefe (GWuuB, S. 47).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerbefreiungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Grundsteuer ====&lt;br /&gt;
Religionsgemeinschaften sind von der [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10003845 Grundsteuer für alle Gebäuden befreit], die für Gottesdienste, Seelsorge, Unterweisung, Verwaltung und als Altersheime genutzt werden. Die Befreiung gilt allerdings auch für Sportvereine, öffentliche Körperschaften, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Universitäten usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Erhebung der Grundsteuer in den [https://fragdenstaat.at/anfrage/grund-und-grunderwerbsteuer-kath-kirche/ Kompetenzbereich der Gemeinden fällt], gibt es keine österreichweiten Zahlen dazu. Angeblich wurde 2010 [https://www.oe24.at/oesterreich/politik/daniel/kirche-soll-grundsteuer-zahlen/1764119 für einen &amp;quot;Geheimplan&amp;quot; errechnet], wie viel davon hereinkommen würde, aber das Ergebnis wurde nie veröffentlicht. In einem [https://www.derstandard.at/story/1328162577961/3-milliarden-euro-kolportiert-wie-der-staat-die-kirche-finanziert Standard-Artikel aus 2012] wurden 53 Mio. €/Jahr genannt, GWuuB nennt 54 Mio. €/Jahr, erwähnt aber, das nicht verifizieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erbschafts- und Schenkungssteuer ====&lt;br /&gt;
Schenkungen und Erbschaften an anerkannte Religionsgemeinschaften sind nur mit 2,5 % zu versteuern, statt eines deutlich höheren, mit dem Betrag ansteigenden Steuersatzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Andere Steuerbefreiungen und -begünstigungen ====&lt;br /&gt;
Weitere Ausnahmen gibt es z. B. im Kapitalverkehrsgesetz, in der Gewerbeordnung und diversen Landesgesetzen. Hier konnte keine Summe ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kostenlose Sendezeit und Programmproduktion im ORF ==&lt;br /&gt;
Im [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10000785 ORF-Gesetz] wird definiert, dass &amp;quot;die angemessene Berücksichtigung der Bedeutung der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften&amp;quot; zum öffentlich-rechtlichen Kernauftrag gehört. Da aber in allen Aufsichtsgremien Kirchenvertreter sitzen, ist mit &amp;quot;angemessen&amp;quot; auch die kommentarlose Übernahme von Inhalten dieser Religionsgemeinschaften (sehr ungleich zugunsten der großen christlichen Kirchen verteilt - eine Live-Übertragung eines islamischen Gottesdienstes würde wohl ziemliche Empörung auslösen) gemeint. Die Kosten der Übertragungstechnik und des Personals werden auch vom ORF getragen. GWuuB kommt auf 10 bis 57 Mio. € für 2010, je nachdem, ob Werbetarife (die zweifellos für einen Teil der Programme angerechnet werden müssten) oder nur der Anteil der religiösen Inhalte am Gesamtprogramm im ORF-Budget gerechnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neueste erreichbare Jahresbericht des ORF von 2019 nennt Sendungen in ähnlicher Größenordnung. Die genannten Kosten scheinen also weiterhin in einem ähnlichen Ausmaß zu entstehen. Nicht religiöse GebührenzahlerInnen finanzieren diese Programme also mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelsorge ==&lt;br /&gt;
Seelsorge bedeutet, daß nicht notwendigerweise evidenzbasiert ausgebildete Menschen anderen Menschen psychische Unterstützung nach den Vorstellungen ihrer Religion zu geben versuchen. Es gibt einige Bereiche, in denen die Bedingungen mangels Fluchtmöglichkeit einer Zwangsbeglückung entsprechen - so im Militär, in Gefängnissen und in Krankenhäusern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Militärseelsorge: 2010 ca. 4 Mio. € (GWuuB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefängnisseelsorge: ca. 0,6 Mio. € (GWuuB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die christliche Telefonseelsorge wird in einzelnen Bundesländern auch vom Bundesland oder einer größeren Gemeinde mitfinanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelsorge in Krankenhäusern: Es gibt dazu keine Aufstellung. Die Personen, die die Seelsorge bieten, sind zwar Freiwillige oder von den Religionsgemeinschaften bezahlt; allerdings existiert in jedem Krankenhaus eine Infrastruktur für sie, bis hin zu ganzen Kapellen, die natürlich der Krankenhausbetreiber finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zahlungen von Gemeinden ==&lt;br /&gt;
GWuuB nennt viele Beispiele, in denen Gemeinden (vom Dorf bis zur Großstadt) aus ihrem Budget kirchliche Zwecke unterstützen, z. B. Renovierungen von Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann am eigenen Wohnort, soweit dort entsprechende Budgettransparenz herrscht, in der Kategorie 39 (in größeren Gemeinden 3900 oder 39000) &amp;quot;Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; schauen. (Die Publikation der Rechnungsabschlüsse in einem maschinenlesbaren Format ist gesetzlich vorgeschrieben.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seite [https://offenerhaushalt.at OffenerHaushalt.at] enthält die Rechnungsabschlüsse von ca. 1.480 teilnehmenden Gemeinden. In der Suche oder auf der Karte wählt man die entsprechende Gemeinde, dann &amp;quot;Detailansicht VRV97&amp;quot;, und geht über &amp;quot;3 Kunst, Kultur und Kultus&amp;quot; weiter zu &amp;quot;39 Kultus&amp;quot;. In vielen Gemeinden existiert dort ein Posten wie &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Statistik Austria lassen sich diese Zahlen für die letzten Jahre nur kostenpflichtig abrufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe der Ausgaben der Gemeinden für &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; war: &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Saldo der Position &amp;quot;Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; aller Gemeinden in Österreich (Ausgaben minus Erträge)&lt;br /&gt;
!Jahr&lt;br /&gt;
!Summe in Mio. €&lt;br /&gt;
!Pro Kopf&lt;br /&gt;
!Bundesland mit den höchsten Ausgaben pro Kopf&lt;br /&gt;
!Pro Kopf im genannten Bundesland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|11,39 &lt;br /&gt;
|€ 1,28&lt;br /&gt;
|Salzburg &lt;br /&gt;
|€ 3,68&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2021&lt;br /&gt;
|11,11&lt;br /&gt;
|€ 1,24&lt;br /&gt;
|Vorarlberg&lt;br /&gt;
|€ 3,52&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2022&lt;br /&gt;
|12,37&lt;br /&gt;
|€ 1,37&lt;br /&gt;
|Vorarlberg&lt;br /&gt;
|€ 4,34&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Wien (gleichzeitig Bundesland und Gemeinde) weist in &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; nichts aus. Alle anderen Bundesländer schon. Der Pro-Kopf-Wert beinhaltet ganz Österreich, und wie wir sehen, ist die Verteilung zwischen den Bundesländern ziemlich ungleich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Gemeinden geben auch einige Bundesländer Geld in diesem Bereich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberösterreich 2020 und 2021: Jeweils ~ 100.000 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tirol 2020: 1,26 Mio. €, 2021: 1,15 Mio. €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung und Erziehung ==&lt;br /&gt;
In Bereichen, in denen die Kirchen mehr oder weniger plausibel erklären können, öffentliche Leistungen zu erbringen, springt der Staat weitgehend mit der Finanzierung ein. Eine katholische Schule hat zwar Zugangsbeschränkungen und Einschränkungen der Religionsfreiheit (z. B. ist keine Abmeldung vom katholischen Religionsunterricht möglich), aber die LehrerInnen zahlen der Staat und die Gemeinden zusammen. Es gibt immer noch Bezirke in Österreich, in denen die Matura nur in einer konfessionellen Privatschule erreicht werden kann (GWuuB, Seite 124).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ca. 5,5 % der Schulen in Österreich haben eine Religionsgemeinschaft als Schulerhalter ([https://statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&amp;amp;RevisionSelectionMethod=LatestReleased&amp;amp;dDocName=020957 Statistik Austria]). Das sind 328 Schulen, die meisten davon (285) betreibt die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindertagesstätten: Kindergärten, Krippen ===&lt;br /&gt;
Laut GWuuB waren 2009 herum 10,8 % der Kinderbetreuungsstätten in kirchlicher Trägerschaft, und diese betreuten 12,4 Prozent der Kinder. Dort ist als Quelle die Bildungsausgabenstatistik der Statistik Austria angegeben. Leider findet sich diese Aufschlüsselung aktuell nicht mehr. GWuuB gibt jährliche Kosten von 185 Millionen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir aktuell 10 % an (unter der Annahme, dass der Anteil religiöser Träger und ihre Attraktivität etwas abgenommen haben), und nehmen die Zahlen für 2019 von der Statistik Austria her, so bekommen wir einer Unsicherheit von +/- 10 % ca. 260 bis 318 Mio. €. Das ist deutlich höher als 2009, aber in den letzten 10 Jahren hat der Anteil der in Kindergärten betreuten Kinder durch verschiedene Maßnahmen stark zugenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessionelle Privatschulen ===&lt;br /&gt;
Dank dem &amp;quot;[https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1972_290_0/1972_290_0.pdf Schulkonkordat]&amp;quot; besitzen Schulen, die von anerkannten Religionsgemeinschaften betrieben werden, automatisch das Öffentlichkeitsrecht, sie sind also - anders als Schulen in anderer nicht-öffentlicher Trägerschaft - den öffentlichen Schulen gleichgestellt. Ihre Zeugnisse gelten also als gleichwertig mit Zeugnissen öffentlicher Schulen. Und der Bund zahlt auch die Personalkosten der LehrerInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012 wurde im Parlament eine detaillierte [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_10508/index.shtml Anfrage an die Unterrichtsministerin] gerichtet, aus deren Beantwortung GWuuB einige Zahlen erhielt. Für 2009/2010 weist das Buch 450 Mio. € für diesen Bereich aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/030823.html Bildungsausgaben-Aufstellung] der Statistik Austria zahlte die öffentliche Hand im Jahr 2019 für Pflichtschulen und AHS/BHS/Berufsschulen zusammen 11,356 Milliarden €. Die 5,5 % der Schulen mit einer Religionsgemeinschaft als Erhalter kosten davon (wieder mit +/- 10 % Streuung) 562 bis 687 Millionen €. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessioneller Religionsunterricht ===&lt;br /&gt;
Sämtliche ReligionslehrerInnen an öffentlichen Schulen (und wie wir gesehen haben, an konfessionellen Privatschulen) sowie die Unterrichtsmaterialien werden von der öffentlichen Hand finanziert. GWuuB nennt Ausgaben von 267 Mio. €. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontrolliert werden die Ausbildung und die Zulassung der LehrerInnen aber von den Religionsgemeinschaften, die die Lehrerlaubnis auch entziehen können (von LehrerInnen, die die öffentliche Hand angestellt hat und bezahlt!). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Tatsache, dass die [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/081127.html Bildungsausgaben für den Primar- und Sekundarbereich] allein zwischen 2012 und 2019 um 13 % zugenommen haben, andererseits aber auch viele SchülerInnen sich vom Religionsunterricht abmelden, können wir eine ähnliche Größenordnung der Kosten wie zur Entstehung von GWuuB annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessionelle Pädagogische Hochschulen ===&lt;br /&gt;
Von den [https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/fpp/ph/pv_verb.html 14 pädagogischen Hochschulen in Österreich] sind vier kirchlich und eine, die Private Pädagogische Hochschule Burgenland, gehört einer Stiftung, die von Bund, Land und Kirche getragen wird. Die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems wird in &amp;quot;ökumenischer Zusammenarbeit&amp;quot; von verschiedenen christlichen Kirchen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GWuuB weist für 2011 37,7 Mio. € Aufwendungen für die konfessionellen Hochschulen aus. Neuere Zahlen konnten wir nicht finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theologische Fakultäten an öffentlichen Universitäten ===&lt;br /&gt;
Diese Fakultäten (fünf katholisch, eine evangelisch) bilden an öffentlichen Universitäten ziemliche Fremdkörper: Die Kirche schreibt vor, welche Fächer zu unterrichten sind, die Personal- und Sachausstattung, und hat die letzte Entscheidung über die Professuren. Eine organisatorische oder wissenschaftliche (soweit man bei Theologie davon sprechen kann) Weiterentwicklung ist auf diese Weise schwer zu erreichen. Rechtsgrundlage sind das Konkordat und das katholische Kirchenrecht. Zahlen muss die öffentliche Universität -- also im Endeffekt die öffentliche Hand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl der Studierenden der Theologie sinkt sowohl absolut als auch als Anteil der Studierenden insgesamt. Im Studienjahr 2020/2021 studierten an öffentlichen Universitäten 2.291 Personen Theologie, das entspricht 0,74 % der gesamten Studierenden an öffentlichen Unis. Zehn Jahre vorher lag der Anteil noch bei 0,85 % (GWuuB Seite 135). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erwähnt schreibt aber das Konkordat die Anzahl der Professuren vor, der finanzielle Aufwand für die Fakultäten sinkt also nicht parallel mit dem Interesse am Theologiestudium. GWuuB nennt für 2002 55 Professoren der Theologie, das war damals 3,4 % aller Professoren, bei damals 1,1 % der Theologiestudierenden an allen Studierenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [https://www.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/startseite/Dokumente/LB2020_WiBi_Kennzahlen_interaktiv.pdf Angaben der Universität Wien] sind 24,85 &amp;quot;Vollzeitäquivalente&amp;quot; ProfessorInnen im Bereich &amp;quot;Religion und Theologie&amp;quot; tätig. Das sind 5,2 % der ProfessorInnen an der Universität Wien - deutlich mehr als der Anteil der Studierenden. Wenn das Verhältnis an den anderen Universitäten mit theologischen Fakultäten ähnlich ist, und diese Universitäten ca. 42 % der ProfessorInnen an allen öffentlichen Universitäten ausmachen, können wir rechnen, dass die Personalkosten der theologischen Fakultäten etwa 2 % der Personalkosten aller öffentlicher Universitäten ausmachen. 2 % des Personalteils der [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/030824.html Bildungsausgaben 2019] (Statistik Austria) ergibt 55,35 Mio. Euro -- nur für Personal, ohne Sachaufwände. (GWuuB berechnete vor 10 Jahren 34 Mio. Euro.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziales und Gesundheit ==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag&amp;quot; nennt für diesen Bereich 2,4 Milliarden Euro pro Jahr, die unter anderem an die Caritas, die Diakonie und an Ordensspitäler gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese Seite nur Zahlungen an Religionsgemeinschaften und für religiöse Zwecke auflistet, rechnen wir diesen Betrag nicht in die Gesamtsumme ein und aktualisieren sie auch nicht. Hier soll nur der Hinweis auf die Caritas-Lüge und die überwiegend staatliche Finanzierung des Sozial- und Gesundheitswesens mit minimalem kirchlichem Anteil nicht fehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Caritas weist in ihrem [https://www.caritas.at/ueber-uns/ueber-die-caritas/leitbild Leistungsbericht] &amp;quot;Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand und kirchliche Beiträge&amp;quot; nur zusammen aus. Es wäre leicht und transparent, diesen Punkt aufzuteilen -- sie werden schon wissen, warum sie es nicht tun. Was ist die Obergrenze für den kirchlichen Beitrag? Das beantwortet die katholische Kirche auf ihrer [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen Finanz-Seite]: 14,9 Mio. Euro, 2,3 % ihres Gesamtbudgets. Wenn das alles an die Caritas ginge (was sicher nicht der Fall ist), wäre das 1,6 % des Gesamtbudgets der Caritas. In der öffentlichen Darstellung ist aber die Caritas das soziale und karitative Aushängeschild fürs Engagement der katholischen Kirche in diesen Bereichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und kulturelles Erbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denkmalschutz ===&lt;br /&gt;
Bei der Statistik Austria sind die Subventionen des Bundes für den Erhalt des &amp;quot;Baukulturellen Erbes&amp;quot;, also Denkmalschutz, [https://statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/kultur/baukulturelles_erbe/index.html jährlich ausgewiesen]. 2019 betrug die Förderung für Sakralbauten 7,4 Mio. Euro, die Zahlen in den Vorjahren sind ähnlich. Für 2020 und 2021 können wir also jeweils 7,4 bis 7,5 Mio. € annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Förderung von 7,4 Mio. Euro beträgt 45,8 % der gesamten Fördersumme. Sakral sind etwa 35 % der geförderten Denkmäler laut [https://bda.gv.at/denkmalverzeichnis/ Bundesdenkmalamt], von Bildstöcken und Steinkreuzen über Pfarrhöfe bis hin zu ganzen Gebäudekomplexen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird oft der touristische Wert der Denkmäler als Ursache der Förderung angeführt, der Einnahmen generiert. Diese Einnahmen wandern halt in erster Linie in private und in kirchliche Taschen, nur ein Teil von ihnen kommt in Form von Steuern beim Staat an. Diejenigen, die davon profitieren, übertragen die Kosten natürlich gerne an die Öffentlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies betrifft hauptsächlich einzelne überregional bekannte Gebäude, aber nicht die Mehrzahl der denkmalgeschützten Objekte, die irgendwelche Kapellen, Kreuze, alte Pfarrhöfe und aktiv kirchlich genutzte Gebäude sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;quot;Gebetsfrühstück&amp;quot; im Parlament ==&lt;br /&gt;
2020 fand im Nationalrat eine Gebetsveranstaltung mit externen Zuspielungen von anderen christlichen und jüdischen Standorten statt, und wurde live ins Web übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine parlamentarische Anfrage ergab Kosten von [https://www.derstandard.at/story/2000123253209/gebetsfeier-im-parlament-soll-mehr-als-10-000-euro-gekostet mindestens 10.300 €,] die von der Allgemeinheit (aus dem Budget des Nationalrats) erbracht wurden.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenfinanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesetzliche Grundlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Finanzierung_durch_den_Staat&amp;diff=194</id>
		<title>Finanzierung durch den Staat</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Finanzierung_durch_den_Staat&amp;diff=194"/>
		<updated>2023-11-25T20:52:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zahlungen von Gemeinden */ Neue Zahlen 2020-2022&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Anlehnend an das hervorragend recherchierte, aber leider schon etwas ältere Buch &amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag - Kirchenfinanzierung in Österreich&amp;quot; (abgek. GWuuB) von Carsten Frerk und Christoph Baumgarten (Czernin Verlag, 2012) listen wir hier die finanziellen Leistungen, die der Staat Österreich bzw. Bundesländer aus Steuermitteln an Religionsgemeinschaften und für religiöse Zwecke ausgeben bzw. Einnahmen, auf die sie verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier nachgewiesene Summe für 2020 (bzw. die neuesten verfügbaren Daten) ergibt ca. 1,47 bis 1,72 Mrd. Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Direkte Zahlungen ===&lt;br /&gt;
Der Bund zahlt auf Basis des Vermögensvertrags von 1960 und Zusatzverträgen direkt an die Katholische, die Evangelische und die Altkatholische Kirche sowie an die Israelitische Kultusgemeinde. Ursprünglicher Grund dafür ist der &amp;#039;&amp;#039;Religionsfonds&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011: 56.592.000 €&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020: 72.279.755 € &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon: 66.835.250 € allein an die Katholische Kirche, 2020 [https://www.derstandard.at/story/2000118839994/kirchen-erhalten-mehr-geld-vom-staat um ca. 3,5 Mio. €/Jahr erhöht], und zwar nachträglich, mit einer Nachzahlung für 2018 und 2019. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021: 65.683.344 € &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vom Religionsfonds bis zum Kirchenbeitrag ====&lt;br /&gt;
Dieser Fonds 1782 wurde vom &amp;quot;aufgeklärt absolutistischen&amp;quot; Kaiser Joseph II. eingerichtet, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Josephinismus#Klosteraufhebungen_und_Religionsfonds das Kirchenvermögen neu strukturierte]. Das Ziel war, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenfinanzierung#In_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Bezahlung der Geistlichen] und die Erhaltung der Kirchengebäude sicherzustellen. Dies war Staatsvermögen, die Erlöse wurden an die Kirche(n) ausgezahlt. Zusätzlich behielt die Kirche natürlich eine Menge Land, die sie auch heute noch hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war eine Zeit, in der die Grundbesitzer noch Lehensherren waren und sehr weitgehend über ihre &amp;quot;Untertanen&amp;quot; herrschten: Diese hatten weder freie Berufswahl noch Reisefreiheit; selbst für die Eheschließung brauchten sie die Zustimmung ihrer Lehensherren, die in vielen Fällen die Katholische Kirche war. Im Jahrhundert davor wurde der Dreißigjährige Krieg geführt, nach diesem wurden große Gebiete in Österreich mit Gewalt rekatholisiert. Das ist der historische Hintergrund, wenn es um die Herkunft von kirchlichem Grundbesitz geht. Was auf den Lehen/Besitzungen erwirtschaftet wurde, kam aus der Ausbeutung von Menschen, die ihr Leben nicht frei gestalten konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Religionsfonds wurde dann über die Jahre weitergeführt. Ab 1885 reichten die Erlöse aus dem Fonds für die Finanzierung der Kirchen nicht mehr aus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenfinanzierung#In_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche der Staat begann zuzuschießen]. Insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg führte die Geldentwertung zu weiteren Wertverlusten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Einmarsch der Nazis wurde der Religionsfonds 1939 aufgelöst. Als Ersatz dafür wurde den Religionsgemeinschaften die Möglichkeit gegeben, selbst von ihren Mitgliedern Kirchenbeiträge einzuheben. Auch wenn die Nazi-Diktatur dafür sorgte: dies ist die einzige vernünftige und gerechte Finanzierungsform im Kontext der Vielfalt von Religionen und der damals schon wachsenden Anzahl von Menschen ohne religiöse Bekenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Regelung wurde nach 1945 beibehalten, während andere Nazi-Gesetze geändert wurden. Also ist eine Systemumstellung passiert und von der Republik weitergeführt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirchen wollten dann &amp;#039;&amp;#039;beides&amp;#039;&amp;#039; haben: Staatliche Finanzierung &amp;#039;&amp;#039;und&amp;#039;&amp;#039; weiter den Kirchenbeitrag einheben. Dies führte dazu, dass später, 1960, Verträge mit dem Vatikan und den Religionsgemeinschaften geschlossen wurden, die die Zahlungen regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtliche Grundlagen der Zahlungen ====&lt;br /&gt;
Katholische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10010025 Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich zur Regelung von vermögensrechtlichen Beziehungen], Artikel II; [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:f688d47d-fa89-4e97-90f6-9be79bf8948f/26_30_vert.pdf 7. Zusatzvertrag zum Vermögensvertrag]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evangelische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009255 Bundesgesetz vom 6. Juli 1961 über äußere Rechtsverhältnisse der Evangelischen Kirche], § 20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Israelitische Religionsgesellschaft: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009176 Gesetz vom 21. März 1890, betreffend die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft], § 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altkatholische Kirche: [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009250 Bundesgesetz vom 26. Oktober 1960 über finanzielle Leistungen an die altkatholische Kirche]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Höhe der Zahlungen und Berechnung ====&lt;br /&gt;
Neben einem gesetzlich festgelegten Betrag wird jeweils eine Anzahl von Stellen mitfinanziert, deren Wert vom jeweiligen Bezug von Beamten nach dem staatlichen Besoldungsschema (&amp;quot;Gehalt eines Bundesbeamten der Verwendungsgruppe A, Dienstklasse IV, 4. Gehaltsstufe zuzüglich Sonderzahlungen und Teuerungszuschlägen&amp;quot;) abhängt. Damit ist bei diesem Teil eine jährliche Inflationsanpassung automatisch gegeben. Zusätzlich wird die Fixzahlung regelmäßig angepaßt, wenn die Inflation seit der letzten Erhöhung jeweils 20 % erreicht hat. Die automatische Anpassung, sobald die Inflation 20 % erreicht hat, wurde am [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/BNR/BNR_00162/index.shtml 10. 12. 2020 im Nationalrat beschlossen]. Vorher wurde 60 Jahre lang (zwischen 1960 und 2020) regelmäßig ein neues Gesetz/Zusatzvertrag mit dem Vatikan beschlossen und die Zahlungen an die anderen Religionsgemeinschaften angepaßt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Kritik =====&lt;br /&gt;
Diese Zahlungen wurden in den 1960-er-Jahren, also zu einer Zeit festgelegt, in der praktisch niemand außerhalb dieser vier Religionsgemeinschaften in Österreich lebte. Es war damals wohl auch nicht vorstellbar, dass sich das ändern könnte. Heute beträgt der Anteil der Angehörigen dieser Religionsgemeinschaften jedoch kaum mehr als 60 % (ca. 25 % Konfessionslose, 7-9 % Muslime, Orthodoxe Christen, Zeugen Jehovas, christliche Freikirchen, Buddhisten, weitere Religionsgemeinschaften). Es gibt keine Mechanismen, um die Zahlungen an die tatsächliche Anzahl der Anhänger der jeweiligen Religion anzupassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begründung der Zahlungen ist, dass sie eine Entschädigung an die Opfer des Nationalsozialismus darstellen. Es stellt sich jedoch Frage, welche Rolle diese &amp;quot;Entschädigung&amp;quot; mehr als 80 Jahre später in einer komplett veränderten Situation noch spielt, und ob sie nicht schon mehrmals geleistet wurde und irgendwann abgezahlt ist. Entschädigungen an Menschen orientieren sich ja an einem konkreten Schaden oder enden notwendigerweise mit dem Tod dieser Menschen. Im Versicherungsrecht gilt, dass die Entschädigung für einen Schaden nicht höher als der Schaden sein darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre längst die Pflicht des Gesetzgebers gewesen, den entstandenen Schaden exakt zu berechnen und die Zahlungen einzustellen, sobald die Entschädigung geleistet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jährlichen Einnahmen der Katholischen Kirche aus dem Kirchenbeitrag [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen sind 8 bis 10mal höher] als die staatliche &amp;quot;Entschädigung&amp;quot;. Das zeigt schon, welche Wohltat die Umstellung auf den Kirchenbeitrag für die Kirchen war, und wie sehr sie von ihrer &amp;quot;Schädigung&amp;quot; durch die Nazis profitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch das Argument, die &amp;quot;Entschädigung&amp;quot; entspräche den jährlichen Erlösen, die beschlagnahmten und nicht zurückerstatteter Landbesitz abwerfen würde. Nur: Die gesamten Erträge aus &amp;quot;Vermögensverwaltung (ohne Finanzergebnis) - Vermietungen&amp;quot; laut [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen Gebarungsbericht] sind weniger als die Hälfte der &amp;quot;Wiedergutmachung&amp;quot;. Das würde heißen, daß mehr als zweimal so viel Land beschlagnahmt worden wäre als die Kirche aktuell hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrfach wurde das Argument vorgebracht, der Vermögensvertrag von 1960 sähe die Anpassung an die Inflation vor, nur &amp;#039;&amp;#039;[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10010025 steht das dort nicht drinnen]&amp;#039;&amp;#039;, wie man sich leicht überzeugen kann. Was aber drinnen steht: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Katholische Kirche anerkennt, daß die Republik Österreich über die in diesem Vertrag zugesagten Leistungen hinaus auf den darin behandelten Gebieten keine weiteren finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen hat.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Eine Begründung für die Inflationsanpassung steht also nicht nur nicht im Vertrag drinnen: Die Katholische Kirche erkennt sogar an, dass sie keine weiteren Forderungen (wie eine regelmäßige Erhöhung der Zahlungen) hat. Bis zum Beschluss der automatischen Anpassung durch Parlament im Jahr 2020 war das also immer ein freiwilliges Entgegenkommen des Staates, keine gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags ===&lt;br /&gt;
2012: ca. 120 Mio. €/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2020: wegen der Covid-19-Krise unsicher. Der Trend der Vorjahre würde auf 125 - 140 Mio. € hindeuten, und 2020 werden noch die Steuern für 2019 gezahlt, allerdings wurden manche gestundet. Das Finanzministerium gibt 130 - 150 Mio. € an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflichtbeiträge, die an anerkannte Religionsgemeinschaften gezahlt wurden, lassen sich bis 400 € von der Einkommenssteuer absetzen. Sie verringern also die Basis, von der die in Stufen eingeteilten Steuerbeträge berechnet werden. Dem Staat entgeht damit ein Betrag, der fast doppelt so hoch ist wie die Direktzahlungen, allerdings hier von allen Religionsgemeinschaften, die Pflichtbeiträge einheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Absetzmöglichkeiten gibt es bei Spenden an gemeinnützige und mildtätige Vereine, die aber ihre Wohltätigkeit nachweisen und sich regelmäßig kontrollieren lassen müssen. Diese Pflicht gilt für die Religionsgemeinschaften nicht. Bis die Absetzmöglichkeit gegeben ist, dauert es auch mindestens 5 Jahre für die Vereine. Und: viele dieser Vereine sind unter kirchlicher Kontrolle - wie z. B. mehrere, deren Tätigkeit die Missionierung ist, sie sind also eigennützig statt gemeinnützig. GWuuB berechnet allein für die Missions-Organisationen einen jährlichen Betrag von 54 Mio. €: 43 Mio. Steuerentfall und 11 Mio. € staatliche Subventionen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Berechnung ====&lt;br /&gt;
Die Zahl aus 2012 in &amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag&amp;quot; stammt aus der [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_10354/fnameorig_248770.html Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage]. Die Berechnungsmethode ist dort nicht erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gerundeten Beiträge, die in der Anfragebeantwortung angegeben sind, änderten sich zwischen 2009 und 2011 nicht; 2012 wurde der Absetzbetrag von 200 auf 400 € erhöht, was die Änderung erklärt. Die Einkommen und die daraus resultierenden Bemessungsgrundlagen steigen natürlich von Jahr zu Jahr, andererseits treten auch jedes Jahr Leute aus den Kirchen aus. Die Inflation und die Austrittsrate sind dabei in einer ähnlichen Größenordnung, sie dürften sich also ungefähr die Waage halten. Damit wird sich der Betrag eher nicht sehr stark ändern. Mehr Kirchenaustritte (in Prozent der Mitglieder) als die Inflationsrate können dazu führen, dass diese &amp;quot;negative Staatsleistung&amp;quot; abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/AB/AB_00319/index.shtml Anfragebeantwortung aus 2020] enthält neuere Zahlen: 2015 bis 2018, sowohl für Kirchenbeiträge als auch für abgesetzte Spenden. Der Steuerentgang aus den Kirchenbeiträgen betrug in diesen Jahren zwischen 124 Mio. und 143 Mio. €. Der Steuerentgang aus den abgesetzten wohltätigen Spenden liegt bei ca. 54 bis 64 % dieses Betrags. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürs Jahr 2020 ist damit zu rechnen, daß die Steuereinnahmen und auch die Kirchenbeiträge wegen der Covid-19-Krise deutlich zurückgehen. Das wird 2020 und wohl auch noch in 2021 dazu führen, dass der Steuerentgang weniger als in den Jahren davor beträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche [https://www.katholisch.at/aktuelles/134667/finanzministerium-klarstellung-zu-kirchlichen-steuerbeguenstigungen zitiert das Finanzministerium] mit 130 - 150 Mio. € Steuerentgang aus der Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Staatsleistungen für den Kirchenbeitrag ====&lt;br /&gt;
Der Staat verwaltet eigentlich komplett unnötig und in für den Datenschutz problematischer Weise die Religionszugehörigkeit von Menschen. (Diese ist bei sehr vielen Menschen in Österreich nicht einmal selbstbestimmt, sondern von den Eltern vorgegeben.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Informationen liefert das staatliche Meldewesen an die Religionsgemeinschaften ([https://ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz § 20 (7)]) , die sie nutzen können, um ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; (also Leute, die in einem staatlichen Melderegister eine bestimmte Religion eingetragen haben) zur Zahlung des Kirchenbeitrags zu verpflichten. Die Religionsgemeinschaften sparen sich damit einen enormen Aufwand (und damit Kosten) in der Mitgliederverwaltung, Registrierung neuer Mitglieder, Erfassung von Umzügen etc. Sie nutzen die Daten aus dem staatlichen Meldewesen sogar, um über zugezogene Menschen mit eingetragener Religionszugehörigkeit benachrichtigt zu werden und bei den Schwesterkirchen in den Herkunftsländern zu fragen, ob dieser Mensch getauft ist. Für manche Leute, die sich in Österreich niederlassen, ist die Zahlungsaufforderung der Kirche einer der ersten eintreffenden Briefe (GWuuB, S. 47).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerbefreiungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Grundsteuer ====&lt;br /&gt;
Religionsgemeinschaften sind von der [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10003845 Grundsteuer für alle Gebäuden befreit], die für Gottesdienste, Seelsorge, Unterweisung, Verwaltung und als Altersheime genutzt werden. Die Befreiung gilt allerdings auch für Sportvereine, öffentliche Körperschaften, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Universitäten usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Erhebung der Grundsteuer in den [https://fragdenstaat.at/anfrage/grund-und-grunderwerbsteuer-kath-kirche/ Kompetenzbereich der Gemeinden fällt], gibt es keine österreichweiten Zahlen dazu. Angeblich wurde 2010 [https://www.oe24.at/oesterreich/politik/daniel/kirche-soll-grundsteuer-zahlen/1764119 für einen &amp;quot;Geheimplan&amp;quot; errechnet], wie viel davon hereinkommen würde, aber das Ergebnis wurde nie veröffentlicht. In einem [https://www.derstandard.at/story/1328162577961/3-milliarden-euro-kolportiert-wie-der-staat-die-kirche-finanziert Standard-Artikel aus 2012] wurden 53 Mio. €/Jahr genannt, GWuuB nennt 54 Mio. €/Jahr, erwähnt aber, das nicht verifizieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erbschafts- und Schenkungssteuer ====&lt;br /&gt;
Schenkungen und Erbschaften an anerkannte Religionsgemeinschaften sind nur mit 2,5 % zu versteuern, statt eines deutlich höheren, mit dem Betrag ansteigenden Steuersatzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Andere Steuerbefreiungen und -begünstigungen ====&lt;br /&gt;
Weitere Ausnahmen gibt es z. B. im Kapitalverkehrsgesetz, in der Gewerbeordnung und diversen Landesgesetzen. Hier konnte keine Summe ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kostenlose Sendezeit und Programmproduktion im ORF ==&lt;br /&gt;
Im [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10000785 ORF-Gesetz] wird definiert, dass &amp;quot;die angemessene Berücksichtigung der Bedeutung der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften&amp;quot; zum öffentlich-rechtlichen Kernauftrag gehört. Da aber in allen Aufsichtsgremien Kirchenvertreter sitzen, ist mit &amp;quot;angemessen&amp;quot; auch die kommentarlose Übernahme von Inhalten dieser Religionsgemeinschaften (sehr ungleich zugunsten der großen christlichen Kirchen verteilt - eine Live-Übertragung eines islamischen Gottesdienstes würde wohl ziemliche Empörung auslösen) gemeint. Die Kosten der Übertragungstechnik und des Personals werden auch vom ORF getragen. GWuuB kommt auf 10 bis 57 Mio. € für 2010, je nachdem, ob Werbetarife (die zweifellos für einen Teil der Programme angerechnet werden müssten) oder nur der Anteil der religiösen Inhalte am Gesamtprogramm im ORF-Budget gerechnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neueste erreichbare Jahresbericht des ORF von 2019 nennt Sendungen in ähnlicher Größenordnung. Die genannten Kosten scheinen also weiterhin in einem ähnlichen Ausmaß zu entstehen. Nicht religiöse GebührenzahlerInnen finanzieren diese Programme also mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelsorge ==&lt;br /&gt;
Seelsorge bedeutet, daß nicht notwendigerweise evidenzbasiert ausgebildete Menschen anderen Menschen psychische Unterstützung nach den Vorstellungen ihrer Religion zu geben versuchen. Es gibt einige Bereiche, in denen die Bedingungen mangels Fluchtmöglichkeit einer Zwangsbeglückung entsprechen - so im Militär, in Gefängnissen und in Krankenhäusern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Militärseelsorge: 2010 ca. 4 Mio. € (GWuuB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefängnisseelsorge: ca. 0,6 Mio. € (GWuuB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die christliche Telefonseelsorge wird in einzelnen Bundesländern auch vom Bundesland oder einer größeren Gemeinde mitfinanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelsorge in Krankenhäusern: Es gibt dazu keine Aufstellung. Die Personen, die die Seelsorge bieten, sind zwar Freiwillige oder von den Religionsgemeinschaften bezahlt; allerdings existiert in jedem Krankenhaus eine Infrastruktur für sie, bis hin zu ganzen Kapellen, die natürlich der Krankenhausbetreiber finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zahlungen von Gemeinden ==&lt;br /&gt;
GWuuB nennt viele Beispiele, in denen Gemeinden (vom Dorf bis zur Großstadt) aus ihrem Budget kirchliche Zwecke unterstützen, z. B. Renovierungen von Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann am eigenen Wohnort, soweit dort entsprechende Budgettransparenz herrscht, in der Kategorie 39 (in größeren Gemeinden 3900 oder 39000) &amp;quot;Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; schauen. (Die Publikation der Rechnungsabschlüsse in einem maschinenlesbaren Format ist gesetzlich vorgeschrieben.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seite [https://offenerhaushalt.at OffenerHaushalt.at] enthält die Rechnungsabschlüsse von ca. 1.200 teilnehmenden Gemeinden. In der Suche oder auf der Karte wählt man die entsprechende Gemeinde, dann &amp;quot;Detailansicht VRV97&amp;quot;, und geht über &amp;quot;3 Kunst, Kultur und Kultus&amp;quot; weiter zu &amp;quot;39 Kultus&amp;quot;. In vielen Gemeinden existiert dort ein Posten wie &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zusammenfassung dieser Daten aus dem Jahr 2019 (2020 ist aktuell noch nicht vollständig erfasst) ergibt eine Summe von 9.819.053,38 € mit Ausgaben wie Zuschüsse an die Kirchenorganistin, von der Gemeinde übernommene Versicherungszahlungen für kirchliche Zwecke und so weiter. Die Zahl ist bei weitem nicht vollständig, da ca. 40 % der Gemeinden ihre Rechnungsabschlüsse nicht bei der Open-Data-Seite einreichen oder die Veröffentlichung dort unterbinden. Über die Bevölkerungszahl der erfassten Gemeinden, verglichen mit der Gesamtbevölkerung Österreichs, hochgerechnet, dürfte die Summe der Zuwendungen aller Gemeinden bei 12,3 Mio. € liegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Statistik Austria lassen sich diese Zahlen für die letzten Jahre kostenpflichtig abrufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe der Ausgaben der Gemeinden für &amp;quot;390 Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; war: &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Saldo der Position &amp;quot;Kirchliche Angelegenheiten&amp;quot; aller Gemeinden in Österreich (Ausgaben minus Erträge)&lt;br /&gt;
!Jahr&lt;br /&gt;
!Summe in Mio. €&lt;br /&gt;
!Bundesland mit den höchsten Ausgaben&lt;br /&gt;
!Anteil Bld. an gesamt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2020&lt;br /&gt;
|11,39 &lt;br /&gt;
|Niederösterreich &lt;br /&gt;
|33,2 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2021&lt;br /&gt;
|11,11&lt;br /&gt;
|Vorarlberg&lt;br /&gt;
|30,5 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2022&lt;br /&gt;
|12,37&lt;br /&gt;
|Vorarlberg&lt;br /&gt;
|37,9 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung und Erziehung ==&lt;br /&gt;
In Bereichen, in denen die Kirchen mehr oder weniger plausibel erklären können, öffentliche Leistungen zu erbringen, springt der Staat weitgehend mit der Finanzierung ein. Eine katholische Schule hat zwar Zugangsbeschränkungen und Einschränkungen der Religionsfreiheit (z. B. ist keine Abmeldung vom katholischen Religionsunterricht möglich), aber die LehrerInnen zahlen der Staat und die Gemeinden zusammen. Es gibt immer noch Bezirke in Österreich, in denen die Matura nur in einer konfessionellen Privatschule erreicht werden kann (GWuuB, Seite 124).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ca. 5,5 % der Schulen in Österreich haben eine Religionsgemeinschaft als Schulerhalter ([https://statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&amp;amp;RevisionSelectionMethod=LatestReleased&amp;amp;dDocName=020957 Statistik Austria]). Das sind 328 Schulen, die meisten davon (285) betreibt die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindertagesstätten: Kindergärten, Krippen ===&lt;br /&gt;
Laut GWuuB waren 2009 herum 10,8 % der Kinderbetreuungsstätten in kirchlicher Trägerschaft, und diese betreuten 12,4 Prozent der Kinder. Dort ist als Quelle die Bildungsausgabenstatistik der Statistik Austria angegeben. Leider findet sich diese Aufschlüsselung aktuell nicht mehr. GWuuB gibt jährliche Kosten von 185 Millionen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir aktuell 10 % an (unter der Annahme, dass der Anteil religiöser Träger und ihre Attraktivität etwas abgenommen haben), und nehmen die Zahlen für 2019 von der Statistik Austria her, so bekommen wir einer Unsicherheit von +/- 10 % ca. 260 bis 318 Mio. €. Das ist deutlich höher als 2009, aber in den letzten 10 Jahren hat der Anteil der in Kindergärten betreuten Kinder durch verschiedene Maßnahmen stark zugenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessionelle Privatschulen ===&lt;br /&gt;
Dank dem &amp;quot;[https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1972_290_0/1972_290_0.pdf Schulkonkordat]&amp;quot; besitzen Schulen, die von anerkannten Religionsgemeinschaften betrieben werden, automatisch das Öffentlichkeitsrecht, sie sind also - anders als Schulen in anderer nicht-öffentlicher Trägerschaft - den öffentlichen Schulen gleichgestellt. Ihre Zeugnisse gelten also als gleichwertig mit Zeugnissen öffentlicher Schulen. Und der Bund zahlt auch die Personalkosten der LehrerInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2012 wurde im Parlament eine detaillierte [https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_10508/index.shtml Anfrage an die Unterrichtsministerin] gerichtet, aus deren Beantwortung GWuuB einige Zahlen erhielt. Für 2009/2010 weist das Buch 450 Mio. € für diesen Bereich aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/030823.html Bildungsausgaben-Aufstellung] der Statistik Austria zahlte die öffentliche Hand im Jahr 2019 für Pflichtschulen und AHS/BHS/Berufsschulen zusammen 11,356 Milliarden €. Die 5,5 % der Schulen mit einer Religionsgemeinschaft als Erhalter kosten davon (wieder mit +/- 10 % Streuung) 562 bis 687 Millionen €. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessioneller Religionsunterricht ===&lt;br /&gt;
Sämtliche ReligionslehrerInnen an öffentlichen Schulen (und wie wir gesehen haben, an konfessionellen Privatschulen) sowie die Unterrichtsmaterialien werden von der öffentlichen Hand finanziert. GWuuB nennt Ausgaben von 267 Mio. €. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontrolliert werden die Ausbildung und die Zulassung der LehrerInnen aber von den Religionsgemeinschaften, die die Lehrerlaubnis auch entziehen können (von LehrerInnen, die die öffentliche Hand angestellt hat und bezahlt!). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Tatsache, dass die [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/081127.html Bildungsausgaben für den Primar- und Sekundarbereich] allein zwischen 2012 und 2019 um 13 % zugenommen haben, andererseits aber auch viele SchülerInnen sich vom Religionsunterricht abmelden, können wir eine ähnliche Größenordnung der Kosten wie zur Entstehung von GWuuB annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfessionelle Pädagogische Hochschulen ===&lt;br /&gt;
Von den [https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/fpp/ph/pv_verb.html 14 pädagogischen Hochschulen in Österreich] sind vier kirchlich und eine, die Private Pädagogische Hochschule Burgenland, gehört einer Stiftung, die von Bund, Land und Kirche getragen wird. Die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems wird in &amp;quot;ökumenischer Zusammenarbeit&amp;quot; von verschiedenen christlichen Kirchen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GWuuB weist für 2011 37,7 Mio. € Aufwendungen für die konfessionellen Hochschulen aus. Neuere Zahlen konnten wir nicht finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Theologische Fakultäten an öffentlichen Universitäten ===&lt;br /&gt;
Diese Fakultäten (fünf katholisch, eine evangelisch) bilden an öffentlichen Universitäten ziemliche Fremdkörper: Die Kirche schreibt vor, welche Fächer zu unterrichten sind, die Personal- und Sachausstattung, und hat die letzte Entscheidung über die Professuren. Eine organisatorische oder wissenschaftliche (soweit man bei Theologie davon sprechen kann) Weiterentwicklung ist auf diese Weise schwer zu erreichen. Rechtsgrundlage sind das Konkordat und das katholische Kirchenrecht. Zahlen muss die öffentliche Universität -- also im Endeffekt die öffentliche Hand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl der Studierenden der Theologie sinkt sowohl absolut als auch als Anteil der Studierenden insgesamt. Im Studienjahr 2020/2021 studierten an öffentlichen Universitäten 2.291 Personen Theologie, das entspricht 0,74 % der gesamten Studierenden an öffentlichen Unis. Zehn Jahre vorher lag der Anteil noch bei 0,85 % (GWuuB Seite 135). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erwähnt schreibt aber das Konkordat die Anzahl der Professuren vor, der finanzielle Aufwand für die Fakultäten sinkt also nicht parallel mit dem Interesse am Theologiestudium. GWuuB nennt für 2002 55 Professoren der Theologie, das war damals 3,4 % aller Professoren, bei damals 1,1 % der Theologiestudierenden an allen Studierenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [https://www.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/startseite/Dokumente/LB2020_WiBi_Kennzahlen_interaktiv.pdf Angaben der Universität Wien] sind 24,85 &amp;quot;Vollzeitäquivalente&amp;quot; ProfessorInnen im Bereich &amp;quot;Religion und Theologie&amp;quot; tätig. Das sind 5,2 % der ProfessorInnen an der Universität Wien - deutlich mehr als der Anteil der Studierenden. Wenn das Verhältnis an den anderen Universitäten mit theologischen Fakultäten ähnlich ist, und diese Universitäten ca. 42 % der ProfessorInnen an allen öffentlichen Universitäten ausmachen, können wir rechnen, dass die Personalkosten der theologischen Fakultäten etwa 2 % der Personalkosten aller öffentlicher Universitäten ausmachen. 2 % des Personalteils der [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bildung/bildungsausgaben/030824.html Bildungsausgaben 2019] (Statistik Austria) ergibt 55,35 Mio. Euro -- nur für Personal, ohne Sachaufwände. (GWuuB berechnete vor 10 Jahren 34 Mio. Euro.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziales und Gesundheit ==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gottes Werk und unser Beitrag&amp;quot; nennt für diesen Bereich 2,4 Milliarden Euro pro Jahr, die unter anderem an die Caritas, die Diakonie und an Ordensspitäler gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese Seite nur Zahlungen an Religionsgemeinschaften und für religiöse Zwecke auflistet, rechnen wir diesen Betrag nicht in die Gesamtsumme ein und aktualisieren sie auch nicht. Hier soll nur der Hinweis auf die Caritas-Lüge und die überwiegend staatliche Finanzierung des Sozial- und Gesundheitswesens mit minimalem kirchlichem Anteil nicht fehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Caritas weist in ihrem [https://www.caritas.at/ueber-uns/ueber-die-caritas/leitbild Leistungsbericht] &amp;quot;Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand und kirchliche Beiträge&amp;quot; nur zusammen aus. Es wäre leicht und transparent, diesen Punkt aufzuteilen -- sie werden schon wissen, warum sie es nicht tun. Was ist die Obergrenze für den kirchlichen Beitrag? Das beantwortet die katholische Kirche auf ihrer [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen Finanz-Seite]: 14,9 Mio. Euro, 2,3 % ihres Gesamtbudgets. Wenn das alles an die Caritas ginge (was sicher nicht der Fall ist), wäre das 1,6 % des Gesamtbudgets der Caritas. In der öffentlichen Darstellung ist aber die Caritas das soziale und karitative Aushängeschild fürs Engagement der katholischen Kirche in diesen Bereichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und kulturelles Erbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denkmalschutz ===&lt;br /&gt;
Bei der Statistik Austria sind die Subventionen des Bundes für den Erhalt des &amp;quot;Baukulturellen Erbes&amp;quot;, also Denkmalschutz, [https://statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/kultur/baukulturelles_erbe/index.html jährlich ausgewiesen]. 2019 betrug die Förderung für Sakralbauten 7,4 Mio. Euro, die Zahlen in den Vorjahren sind ähnlich. Für 2020 und 2021 können wir also jeweils 7,4 bis 7,5 Mio. € annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Förderung von 7,4 Mio. Euro beträgt 45,8 % der gesamten Fördersumme. Sakral sind etwa 35 % der geförderten Denkmäler laut [https://bda.gv.at/denkmalverzeichnis/ Bundesdenkmalamt], von Bildstöcken und Steinkreuzen über Pfarrhöfe bis hin zu ganzen Gebäudekomplexen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird oft der touristische Wert der Denkmäler als Ursache der Förderung angeführt, der Einnahmen generiert. Diese Einnahmen wandern halt in erster Linie in private und in kirchliche Taschen, nur ein Teil von ihnen kommt in Form von Steuern beim Staat an. Diejenigen, die davon profitieren, übertragen die Kosten natürlich gerne an die Öffentlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies betrifft hauptsächlich einzelne überregional bekannte Gebäude, aber nicht die Mehrzahl der denkmalgeschützten Objekte, die irgendwelche Kapellen, Kreuze, alte Pfarrhöfe und aktiv kirchlich genutzte Gebäude sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;quot;Gebetsfrühstück&amp;quot; im Parlament ==&lt;br /&gt;
2020 fand im Nationalrat eine Gebetsveranstaltung mit externen Zuspielungen von anderen christlichen und jüdischen Standorten statt, und wurde live ins Web übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine parlamentarische Anfrage ergab Kosten von [https://www.derstandard.at/story/2000123253209/gebetsfeier-im-parlament-soll-mehr-als-10-000-euro-gekostet mindestens 10.300 €,] die von der Allgemeinheit (aus dem Budget des Nationalrats) erbracht wurden.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenfinanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesetzliche Grundlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=193</id>
		<title>Kindesmissbrauch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Kindesmissbrauch&amp;diff=193"/>
		<updated>2023-07-03T20:09:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Deutschland */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Diese Seite enthält Informationen und Medienberichte über Kindesmissbrauch durch Angehörige von Kirchen und Religionsgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere die katholische Kirche hat das Problem, dass sie mit dem Zölibat die gesunde menschliche Sexualität ihrer Pfarrer unterbindet bzw. Männer mit sexuellen Störungen selektiert, was in einigen Fällen zu Verbrechen führt. Die Fälle sind jedoch nicht auf die katholische Kirche beschränkt: in charismatischen Sekten und in einem stark religiös geprägten Umfeld, wo Kritik generell schwere Folgen nach sich zieht und starke Hierarchien bestehen, findet Kindesmissbrauch im Verborgenen statt. Die Opfer haben keine Möglichkeit, oder sie werden unter Druck gesetzt, die Verbrechen nicht an staatliche Behörden zu melden. Siehe z. B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Colonia_Dignidad Colonia Dignidad] (evangelikal), [https://www.tagesspiegel.de/politik/universitaet-utrecht-stellt-bericht-vor-jahrelanger-missbrauch-der-zeugen-jehovas-gerichtlich-bestaetigt/25467818.html Zeugen Jehovas]. Religionsgemeinschaften sind ein Umfeld, in dem die Geistlichen mit so viel unverdientem Vertrauensvorschuss ausgestattet werden, dass teilweise Eltern ihren eigenen Kindern nicht glauben, wenn diese von Missbrauch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Spezielle an der katholischen Kirche ist, dass sie bislang in vielen Ländern, auch in Österreich, eine strafrechtliche Verfolgung der Täter durch staatliche Behörden häufig verhindern konnte, indem sie ihren Einfluss auf die Politik geltend machte. Stattdessen verspricht sie eine interne Aufklärung, erfüllt das Versprechen jedoch nur zögerlich oder unvollständig. So kann sie in den meisten Fällen die Aufarbeitung aufschieben, bis die Fälle verjährt sind. Die &amp;quot;Strafen&amp;quot; für die Täter waren typischerweise mild, z. B. Versetzung in ein anderes Gebiet, wo die Missbrauchsfälle dann weitergingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersichten ===&lt;br /&gt;
Wikipedia (Englisch): [[wikipedia:Catholic_Church_sexual_abuse_cases_by_country|Catholic Church sexual abuse cases by country]] - &amp;quot;We know now that in the last 50 years somewhere between 1.5% and 5% of the Catholic clergy has been involved in sexual abuse cases&amp;quot;, adding that this figure was comparable to that of other groups and denominations.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wikipedia (Deutsch): [https://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_Missbrauch_in_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche]: Historische Aufarbeitung des Themas bezogen auf viele Länder, sehr viele Referenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== International ===&lt;br /&gt;
2021-01-19 [https://www.kath.ch/newsd/hans-zollner-kirche-muss-beim-kinderschutz-aktiv-mitwirken/ Hans Zollner: Kirche muss beim Kinderschutz aktiv mitwirken] - Jesuit Hans Zollner, Mitglied der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen: &amp;quot;Wir übernehmen keine Verantwortung – sondern drucksen rum und setzen unsere Karrieren und Reputation an die erste Stelle. Die Leute innerhalb und ausserhalb der Kirche nehmen uns nicht mehr ab, dass wir es ernst meinen mit Aufarbeitung und Prävention. Wenn wir hier nicht tun, was wir sagen, wie sollen die Leute dann glauben, was wir über Jesus, die Erlösung, die Sakramente sagen?&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
2022-11-25 [https://archive.ph/qtKxo Tirol: Ordensmann wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt] - &amp;quot;Wegen schweren sexuellen Missbrauchs ist am Mittwoch ein 66-jähriger Mann in Innsbruck verurteilt worden. Der Ordensbruder aus einem Kloster in Osttirol war wegen sexueller Übergriffe auf eine minderjährige Ministrantin angeklagt, berichtet der ORF Tirol. Das Urteil auf dreieinhalb Jahre Haft ist noch nicht rechtskräftig.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-16 Aktualisierung zur vorherigen Eintragung: Auf der Ombudsstellen-Seite wurde die Anzahl der Fälle ohne Notiz herunterkorrigiert. Wahrscheinlich war die hohe Steigerungszahl ein Irrtum. Nach der neuen Angabe wären es &amp;quot;nur&amp;quot; 0,3 positiv erledigte Fälle pro Tag im Zeitraum zwischen Jänner und Juli. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-09-03 Aktuelle Statistik von den &amp;quot;[https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich]&amp;quot; - Seit der letzten Aktualisierung per 31. 12. 2021 sind 325 Fälle hinzugekommen. Das entspricht 1,53 positiv erledigten Fällen (also wo die Kirche Gewalt oder sexuellen Missbrauch zugibt und entschädigt) pro Tag, Wochenenden und Feiertage eingeschlossen. Diese Zahl lag im 4. Quartal 2021 noch bei genau einem Fall pro Tag. Die Verteilung der Fälle auf einzelne Jahrzehnte oder andere Periode wird nicht mehr ausgewiesen, damit ist die unabhängige Ermittlung von nicht verjährten (also noch strafbaren) Fällen nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-03 [https://www.queer.de/detail.php?article_id=37854 Vergewaltigungsvorwurf gegen Altbischof Küng bleibt ohne Folgen] - &amp;quot;Die kriminalpolizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Übergriffen des Bischofs um eine &amp;quot;versuchte Vergewaltigung&amp;quot; gehandelt hatte. Da die Vorwürfe bereits verjährt waren, kam es jedoch zu keinem Strafprozess.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019-02-24 [https://www.derstandard.at/story/2000098516137/missbrauchsopfer-man-muss-den-taten-oeffentlichkeit-geben Missbrauchsopfer - &amp;quot;Staatliche Justiz muss sich um kirchliche Verbrechen kümmern&amp;quot;] - &amp;quot;Doch egal, welche Richtlinien der Papst vorgebe, stünden ihm unzählige Geistliche gegenüber, die Täter decken würden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014-05-07 [https://www.derstandard.at/story/1399462403531/seit-2003-feuerte-der-vatikan-848-priester Seit 2003 feuerte der Vatikan 848 Priester] - &amp;quot;Zugleich verwahrte er [Erzbischof Tomasi, Anm.] sich gegen die Forderung, der Vatikanstaat müsse strafrechtlich gegen katholische Kirchenmitarbeiter weltweit vorgehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013-06-26 [https://www.derstandard.at/story/1371169864574/missbrauch-wien-ist-anders Missbrauch: Wien ist anders] - &amp;#039;Die Republik gibt sich sehr zufrieden, wenn sie sich hinter dem Feigenblatt einer kirchlich berufenen Arbeitsgruppe, der &amp;quot;Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft&amp;quot;, verstecken kann. Jene  kirchliche Arbeitsgruppe - im Volksmund auch &amp;quot;Klasnic-Kommission&amp;quot; genannt - die im Jahr 2010 errichtet wurde, begann ihr Dasein, so waren und sind viele Kommentatoren einig, als genialer Schachzug der katholischen Kirche Österreichs. &amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2010-04-01 [https://www.derstandard.at/story/1269448675303/missbrauchs-kommission-opferbeauftragte-klasnic-beginnt-arbeit Opferbeauftragte Klasnic beginnt Arbeit] - &amp;#039;Bei Kirchenkritikern ist die Wahl von Klasnic nicht unumstritten, da sie unter anderem als Vorsitzende des Dachverbandes &amp;quot;Hospiz Österreich&amp;quot; enge Kontakte zur Kirchenleitung pflegt. Auch die  &amp;quot;[http://betroffen.at/ Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt]&amp;quot; bekräftigte ihre Kritik an der Klasnic-Kommission. Von der früheren Landeshauptfrau sei wenig Wille zur Aufklärung zu erwarten.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004-09-02 [https://www.derstandard.at/story/1726270/sexskandale-ohne-ende Sexskandale ohne Ende] - &amp;quot;Auch in Österreich schädigten (vertuschte) Sexaffären das Image der Kirche, Höhepunkt war 1995 der Fall des mittlerweile verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer, der einen ehemaligen Schüler unsittlich berührt haben soll. Aber auch weniger prominente Geistliche mussten sich Vorwürfen stellen, doch nur wenige sich vor Gericht verantworten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die &amp;quot;Unabhängige Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf die Skandäle wurde 2010 die Opferschutzanwaltschaft oder -kommission eingerichtet - auf Initiative und aus Mitteln der katholischen Kirche, mit einem starken personellen Naheverhältnis zu eben dieser. Seither macht sie ihre Arbeit im Stillen und informiert gelegentlich wortkarg auf [http://www.opfer-schutz.at/ ihrer Webseite]. Die Leitung der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Kommission wird alle fünf Jahre von den Vorsitzenden der Bischofs- und der Ordenskonferenz eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betroffenen werden von der &amp;quot;unabhängigen&amp;quot; Opferschutzanwaltschaft an die Ombudsstellen bei den Diözesen verwiesen. Dort müssen sie mit Kirchenmitarbeitern interagieren, ihre Angelegenheit wird in der Diözese in einer &amp;quot;Diözesanen Kommission&amp;quot; behandelt und geht erst nach diesen zwei kircheninternen Schritten an die &amp;quot;Opferschutzanwaltschaft&amp;quot; weiter. Gleichzeitig hat man das System so spezifisch aufgesetzt, dass Betroffene sexueller Gewalt in anderen Glaubensgemeinschaften keinen Ansprechpartner -- zumindest nicht die Opferschutzanwaltschaft -- haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/200423-10jahreUOK.html Nach 10 Jahren, bis April 2020] hat die Kommission 2.305 Fälle positiv entschieden (also Missbrauch festgestellt). (Insgesamt gab es 2.496 Betroffenen-Meldungen, also wurden 92,35 % positiv entschieden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast 84 % der Fälle betreffen die 1950-er- bis 1970-er-Jahre. Nur 28 Fälle sollen die zwanzig Jahre seit 2000 betreffen. Die Opfer waren zu 65 % männlich, 35 % weiblich. 78 % erlitten körperliche, 77 % psychische und 30 % sexuelle Gewalt (mit der Möglichkeit von Mehrfachnennungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurden Entschädigungen und therapeutische Hilfeleistungen in der Höhe von 30,7 Mio. € zuerkannt. Die katholische Kirche zahlt diese aus einer eigens eingerichteten Stiftung; die ca. 3 Mio € an jährlichen Zahlungen weist sie in [https://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen ihren Rechenschaftsberichten] nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.opfer-schutz.at/aktuelles/150408-apa.html?SWS=f76d2a8d7b17b680a288b19b889e2369 Nach 5 Jahren], bis um 4. 4. 2015 waren es &amp;quot;rund 1700&amp;quot; Fälle. In den ersten fünf Jahren also ca. 340 Fälle pro Jahr, danach in 5 Jahren 605, also &amp;quot;nur mehr&amp;quot; ca. 120 Fälle pro Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommission scheint sehr gut darin zu sein, die Fälle mit den Opfern so zu klären, dass sie nicht in die Medien kommen - jedenfalls ist öffentlich praktisch nichts wahrnehmbar. Dies verhindert aktuell eine Austrittswelle wie 2009-2010 in Österreich und 2020-2022 in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre trotzdem wünschenswert, eine ähnliche Transparenz wie in Deutschland zu pflegen: ohne öffentlichen Druck ist es weiterhin sehr schwierig, die Kirche zur Änderung ihrer Verfahren und tatsächlicher Transparenz zu zwingen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung Oktober 2021: Keine Änderung auf der Seite der Opferschutzanwaltschaft, aber auf https://www.ombudsstellen.at/opferschutzkommission wird die Anzahl der positiv entschiedenen Fälle mit 2.550 wiedergegeben. Diese Seite wird vom Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz betrieben. Die Unabhängigkeit der Kommission ist klar ersichtlich, wenn schon ihre Statistiken bei der Bischofskonferenz publiziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung Jänner 2022: Bei den Ombudsstellen ist die Anzahl der positiv entschiedenen Fälle jetzt mit Ende Dezember 2021 2.642. Das ist ein Zuwachs von 92 Fällen, genau einer pro Tag im 4. Quartal 2021. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktualisierung September 2022: Anzahl der positiven Fälle per Ende Juli bei 2.959. Das ist ein Zuwachs von 325 Fällen, also 1,53 pro Tag. Die Verteilung auf Jahrzehnte und &amp;quot;seit 2000&amp;quot; wurde ersatzlos gestrichen, damit ist es nicht mehr möglich, die Anzahl der noch nicht verjährten Fälle abzuschätzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
2023-07-02 [https://archive.ph/DudY7 Organisierter Missbrauch im Erzbistum Berlin - Im schwarzen Regime der grauen Schwestern] - &amp;quot;Prügel, Hetzjagden, Gruppenvergewaltigungen im Pornokino: Was Grundschüler in den Sechzigerjahren durch Priester und Ordensschwestern erduldet haben sollen, war mutmaßlich perfide geplant.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-28 [https://hpd.de/artikel/offenbar-durchsuchungen-staatsanwaltschaft-im-erzbistum-muenchen-21096 Offenbar Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft im Erzbistum München] - &amp;quot;Tatsächlich ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München als Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen. Es mutig zu nennen, wie aus manchen Kreisen zu hören ist, wäre jedoch verfehlt. Für einen weltanschaulich neutralen Staat ist dies lediglich das normale und juristisch korrekte Vorgehen, wenn es darum geht, Straftäter ausfindig zu machen und einer gerechten Strafe zuzuführen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-20 [https://weltanschauungsrecht.de/meldung/zusammenfassung-des-beitrags-lothar-jaeger-bemessung-des-schmerzensgeldes-nach-vergewaltigung-und Zusammenfassung des Beitrags von Lothar Jaeger: „Bemessung des Schmerzensgeldes nach Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker“] - &amp;quot;Auf knapp 10 Seiten kritisiert Jaeger mit guten Argumenten die bisherige ungenügende Rechtsprechungspraxis, legt präzise Kriterien fest und sieht insbesondere eine (gewisse) Vergleichbarkeit zu den sehr hohen Entschädigungsbeträgen, die zur Genugtuung nach Persönlichkeitsverletzungen ausgesprochen wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023-02-03 [https://www.spiegel.de/panorama/justiz/katholische-kirche-kommission-bewilligte-bislang-40-millionen-euro-fuer-missbrauchsopfer-a-50ca948c-30e1-4c70-9ea5-854d81132900 Kommission bewilligte bislang 40 Millionen Euro für Missbrauchsopfer] - &amp;quot;Mehr als 1800 Opfer von sexuellem Missbrauch sind bisher von der katholischen Kirche entschädigt worden – der Großteil davon im vergangenen Jahr.&amp;quot; Zum Vergleich im zehnmal kleineren, aber stärker katholischen Österreich: 2.709 entschädigte Fälle mit 34 Mio. €, also deutlich weniger pro Person (Stand: 31. Juli 2022). Daten von den [https://www.ombudsstellen.at/ Ombudsstellen der Bischofskonferenz].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-31 [https://www.die-tagespost.de/kirche/aktuell/schlussstrich-in-weiter-ferne-art-234628 Schlussstrich in weiter Ferne] - &amp;quot;Wo haben Betroffene von sexuellem Missbrauch bereits die Möglichkeit, sich in die Aufarbeitung einzubringen? Welche Bistümer haben wissenschaftliche Studien zur Erforschung des Missbrauchsgeschehens in Auftrag gegeben oder schon vorgelegt? Und wie viele Fälle sind in diesem Jahr neu bekannt geworden, welche Entschädigungssummen wurden gezahlt? Die „Tagespost“ hat sich mit diesen Fragen an alle deutschen Bistümer gewendet. Bis auf Eichstätt, Limburg und Magdeburg liegen aus allen Diözesen Antworten vor.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-12-27 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/katholische-kirche-116-neue-missbrauchs-hinweise-in-bayern,TR6Lc9a Katholische Kirche: 116 neue Missbrauchs-Hinweise in Bayern] - &amp;quot;Demnach sind bundesweit in den Personalakten von 1946 bis 2014 insgesamt 1.670 Kleriker wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Es gab 3.677 Opfer. Im Jahr 2020 machten die Ordensgemeinschaften öffentlich, dass sich bei ihnen weitere 1.412 Betroffene gemeldet haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-10-17 [https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2022/10/17/mgen-155-sternsinger-langjahriger-prasident-ist-missbrauchstater/ Sternsinger: Langjähriger Präsident ist Missbrauchstäter] - &amp;quot;Nun ließ es sich nicht mehr vertuschen: Monsignore Pilz, über Jahre gern gesehener Gast in Kanzler- und Bundespräsidialamt, war gewohnheitsmäßiger Missbrauchtäter.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-08-10 [https://www.spiegel.de/panorama/lateinamerika-bischof-emil-stehle-schuetzte-missbrauchstaeter-vor-strafverfolgung-a-0e61583e-92b3-4705-bcda-1f5c6bf04776 Bischof schützte Missbrauchstäter vor Strafverfolgung] - &amp;quot;Eine neue Untersuchung bestätigt Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe gegen den Lateinamerika-Bischof Emil Stehle. Er soll Sexualstraftäter gedeckt und sich selbst den Ruf eines »Tätschlers« erworben haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-03-09 [https://taz.de/Sexualisierte-Gewalt-in-der-Kirche/!5839622/ Sexualisierte Gewalt in der Kirche: Mangelhafte Kontrollen] - &amp;quot;Welche Bedeutung hat Bedauern, wenn keine strengen Präventionsmaßnahmen folgen? Nach einer Recherche des WDR werden in den 27 deutschen katholischen Bistümern trotz der erschreckenden Gutachten zur sexualisierten Gewalt durch Priester die Täter nur unzureichend kontrolliert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-02-16 [https://www.krone.at/2629491 Missbrauchsprozess gegen Priester stark erweitert] - &amp;quot;Die Missbrauchsklage gegen einen katholischen Priester vor dem Landgericht Köln ist am Mittwoch um 85 Tatvorwürfe erweitert worden. 70 Fälle davon betreffen Kinder, 15 Jugendliche. ... Die mutmaßlichen Taten fanden von 2002 bis 2018 statt. ... Kirche hätte Taten verhindern können&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-20 [https://westpfahl-spilker.de/wp-content/uploads/2022/01/WSW-Gutachten-Erzdioezese-Muenchen-und-Freising-vom-20.-Januar-2022.pdf Westpfahl Spilker Wastl Rechtsanwälte: Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Bereich der Erzdiözese München und Freising von 1945 bis 2019] (PDF) - &amp;quot;Zu nennen ist hier zunächst der Klerikalismus, der zumindest einen adäquaten Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs verhindert hat. Eng verbunden damit ist die systemisch bedingte Angst und Hilflosigkeit im Umgang mit die Institution Kirche betreffenden Skandalen, die zu einem geradezu paranoiden Verhalten im Hinblick auf die eigentlich gebotene Transparenz im Interesse des aus subjektiver Sicht über allem stehenden – vermeintlichen – Schutzes der Institution führt. - Hinzu kommen grundlegende Mängel des kirchlichen Strafrechts, die damit verbundene unzureichende innerkirchliche Rechtskultur sowie Defizite im Zusammenhang mit der Gewährleistung der notwendigen Sachkompetenz bei der Besetzung diözesaner Führungsebenen. Zwingend gebotene Anforderungen, wie ausreichende Kompetenz, beispielsweise im Personalbereich, wurden nicht erfüllt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-12 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/erzbistum-muenchen-missbrauch-unter-den-augen-der-bischoefe,SuCT7HX Erzbistum München: Missbrauch unter den Augen der Bischöfe] - &amp;quot;Nach und nach kam ans Licht: H. konnte sich jahrzehntelang an Jungen vergehen, weil die Kirchenleitung wegsah. Statt den Pfarrer anzuzeigen oder kirchenrechtlich zu belangen, wurde er versetzt. Die BR Recherchen zeigen: Ranghohe Kirchenmänner hatten dabei vor allem das Image der Institution im Blick – und vergaßen die Opfer.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-01-04 [https://www.zeit.de/2022/02/sexueller-missbrauch-kirche-priester/komplettansicht In der Verantwortung] - &amp;quot;Der Fall des Priesters Peter H. zeigt, wie der Klerus sexuellen Missbrauch von Kindern vertuschte. Interne Kirchendokumente aus München und Rom belegen das. Und sie belasten Papst Benedikt XVI.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-12-28 [https://www.feinschwarz.net/wahrheit-und-gewissen/ Wahrheit und Gewissen] - &amp;quot;Die katholische Kirche ist ein Verantwortungsverdunstungsbetrieb. Über der Wirklichkeit liegt ein spiritueller Nebel-Schleier.&amp;quot; ... &amp;quot;Franziskus, der Letztverantwortliche, hat offenkundig kein Interesse daran zu klären, was wirklich geschehen ist, wer wie schuldig geworden ist, und daraus personelle Konsequenzen zu ziehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-24 [https://www.sueddeutsche.de/politik/priester-kindesmissbrauch-nichten-prozess-koeln-1.5471503 Priester soll seine Nichten missbraucht haben] - &amp;quot;Allzu oft muss sich ein katholischer Priester wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs nicht vor einem irdischen Gericht verantworten. Mit U.s Fall hat sich sogar der Papst beschäftigt, er steht beispielhaft für das &amp;quot;System der Unzuständigkeit&amp;quot;, das das im März veröffentliche Missbrauchsgutachten dem Erzbistum Köln bescheinigt; der Fall wird in dem Gutachten auf mehr als 20 Seiten thematisiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-19 [https://www.br.de/nachrichten/bayern/wie-die-evangelische-kirche-missbrauchsaufarbeitung-verschleppt,Souy6Cb Wie die evangelische Kirche Missbrauchsaufarbeitung verschleppt] - &amp;quot;Wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer ist, lässt sich nur mutmaßen. Belastbare Zahlen, wie sie die katholische Bischofskonferenz mit der MHG-Studie vorgelegt hat, gibt es in der evangelischen Kirche noch nicht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-11-17 [https://hpd.de/artikel/kirche-muss-wegkommen-einzelfallmythos-19883 &amp;quot;Die Kirche muss wegkommen vom Einzelfallmythos&amp;quot;] - &amp;#039;Es sei ein grundsätzlicher Fehler, &amp;quot;sich hinter den Kollegen von der katholischen Kirche zu verstecken&amp;quot;, sagte ein Vertreter des &amp;#039;&amp;#039;Netzwerks Betroffenenforum&amp;#039;&amp;#039;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-09-14 [https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bistum-hildesheim-missbrauchsstudie-kirche-schuetzte-taeter-statt-kinder.0c34f87f-190c-4e84-baed-34449b4c9efc.html Bistum Hildesheim: Missbrauchsstudie: Kirche schützte Täter statt Kinder] - &amp;quot;Wenn Priestern sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, sind sie früher im Bistum Hildesheim nur in eine andere Gemeinde versetzt worden. Von der Kirche gab es Zuwendung und Schutz für die Täter, während die Betroffenen keine Hilfsangebote erhielten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-17 [https://www.youtube.com/watch?v=KrV-aMC87G4&amp;amp;t=71s Zeugen Jehovas - Missbrauch vertuscht?] (Video) - &amp;quot;Bei der Recherche für diese Doku stoßen wir auf Hinweise, dass in der Wachtturmgesellschaft, der Organisation hinter den Zeugen Jehovas, eine ausgeklügelte Paralleljustiz unter dem Mantel der Bibel existiert.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-18 [https://www.derstandard.at/story/2000125155902/gutachten-zu-missbrauch-sieht-202-beschuldigte-inerzbistums-koeln-entlastet-aber Gutachten zu Missbrauch sieht 202 Beschuldigte in Erzbistum Köln, entlastet aber Kardinal Woelki] - &amp;quot;Zwei hohe Würdenträger wurden von ihren Ämtern suspendiert. Die Missbrauchsopfer waren laut Gutachten mehrheitlich Burschen. Bei 63 Prozent der Beschuldigten handelt es sich um Kleriker, großteils Priester.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-22 [https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/erzbistum-koeln-missbrauch-anzahl-100.html Missbrauch im Erzbistum Köln - Zahl der Opfer wohl höher als bislang gedacht] - &amp;quot;Vier Wochen vor der Vorlage eines Rechtsgutachtens zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln sind laut einem Zeitungsbericht erste Zahlen zu Tätern und Opfern bekannt geworden, die um mehr als das Doppelte über den bisherigen Angaben des Erzbistums liegen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-16 [https://www.br.de/nachrichten/kultur/missbrauch-und-zuhaelterei-bei-den-niederbronner-schwestern,SOQWb9o Missbrauchsvorwürfe gegen Niederbronner Schwestern] - &amp;quot;Die Stadt München bestätigt auf Nachfrage des BR die Misshandlungen durch Schwester M. und eine weitere Niederbronner Schwester. Auch zwei Angestellte der Stadt München stünden im Fokus der Vorwürfe mehrerer Betroffener.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-05 [https://hpd.de/artikel/missbrauch-den-zeugen-jehovas-systematische-vertuschung-18962 Missbrauch bei den Zeugen Jehovas: Systematische Vertuschung] - &amp;quot;Einem Verdacht wird aber nur nachgegangen, wenn es neben dem Kind mindestens einen weiteren Zeugen gibt (&amp;quot;Zwei-Zeugen-Regel&amp;quot;). Andernfalls wird die Sache &amp;quot;in Jehovas Hände&amp;quot; gegeben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-01 [https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/01/sexueller-missbrauch-minderjaehrige-erzbistum-berlin.html Missbrauch im Bistum Berlin: Gutachten macht mindestens 121 minderjährige Opfer aus] - &amp;quot;Die Kirchenleitung habe eine größere Empathie für die Täter als für die Opfer gehabt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-06 [https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/keine-einsicht-in-gutachten-erzbistum-100.html Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit Verschwiegenheitserklärung] - Eigentlich war geplant, das Gutachten ganz zu veröffentlichen, jetzt wird es beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-04 [https://hpd.de/artikel/lautes-schweigen-18851 Lautes Schweigen] - &amp;#039;Sie zeigten sich auch überrascht darüber, &amp;quot;wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen&amp;quot;. Dies – so Strafrechtler – habe möglicherweise seinen Grund in einer in Deutschland herrschenden &amp;quot;intuitiven Vorstellung von der sakrosankten Eigenständigkeit der Kirche&amp;quot;.&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Irland ===&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123255085/tausende-kinder-starben-im-20-jahrhundert-in-irischen-mutter-kind Tausende Kinder starben im 20. Jahrhundert in irischen Mutter-Kind-Heimen] - &amp;quot;Die Heime wurden von der Regierung kontrolliert und von religiösen Organisationen geleitet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
2021-06-28 [https://www.derstandard.at/story/2000127789515/hunderte-missbrauchsfaelle-in-polens-katholischer-kirche Hunderte Missbrauchsfälle in Polens katholischer Kirche] - &amp;quot;Einige der gemeldeten Taten liegen nach Angaben der Kirche Jahrzehnte zurück. Es gebe aber auch eine nicht unerhebliche Zahl sexueller Übergriffe, die in den vergangenen Jahren begangen worden seien. Zudem gebe es vermutlich noch eine hohe Dunkelziffer, sagte Żak.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000123279744/polnische-kirche-praesentiert-kindesmissbrauch Polnische Kirche präsentiert Kindesmissbrauch-Analyse] - &amp;quot;Nach 2010 sind laut der Statistik aber fast ebenso viele Mädchen wie Burschen von Kindesmissbrauch in der Kirche betroffen. Seit 2011 waren 70 Opfer demnach zwischen 15 und 18 Jahre sowie 41 unter 15 Jahre alt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
2021-10-05 216.000 [https://religion.orf.at/stories/3209052/ Missbrauchsopfer in katholischer Kirche Frankreichs] - Nach der Präsentation des Berichts ist die Anzahl der Opfer massiv höher: 216.000 (bzw. auf 330.000 geschätzt inkl. aller kirchlicher Einrichtungen). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-10-03 [https://orf.at/stories/3230955/ Tausende Pädophile in Frankreichs katholischer Kirche seit 1950] - &amp;quot;Die Untersuchungen zum Missbrauchsskandal in der Kirche hätten ergeben, dass es seither zwischen 2.900 und 3.200 pädophile Priester oder andere pädophile Kirchenmitglieder gegeben habe, sagte der Leiter der Untersuchungskommission, Jean-Marc Sauve.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-03-03 [https://religion.orf.at/stories/3205072/ Kirchenexperte: 10.000 Missbrauchsopfer möglich] - &amp;quot;Die Zahl der geschätzten Opfer beziehe sich auf den Zeitraum seit 1950. Die Kommission wurde demnach 2018 nach mehreren Skandalen eingerichtet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ungarn ===&lt;br /&gt;
2021-05-28 [https://www.feinschwarz.net/missbrauch-kath-kirche-ungarn/ Die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs und die ungarisch-katholische Kirche] - &amp;quot;In meinem Heimatland existiert bis jetzt weder eine theologische, noch eine psychologisch-psychiatrische Aufarbeitung des Themas spiritueller und sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Es ist trotz der in den letzten ein, zwei Jahren eingeführten kirchlichen Maßnahmen bis heute immer noch stark tabuisiert. Deswegen ruft das Buch schon vor seiner Veröffentlichung äußerst heftige Reaktionen im medialen Bereich hervor und ich werde als Autorin von vielen regierungsnahen und rechtskonservativen Medien vehement angegriffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-04-14 [https://444.hu/2021/04/14/uristen-eletem-elso-csokja-egy-pappal-volt (Ungarisch: Mein Gott, der erste Kuss meines Lebens war mit dem Pfarrer)] - Erste Meldung 2003, aber die Kirchenbehörden haben dem Opfer nicht geglaubt. Erst 2015 wurde der Pfarrer aus dem Verkehr gezogen. Nach den Medienberichten haben sich noch 20 Betroffene gemeldet. Strafe: darf nicht mehr Pfarrer sein. Gegen das Opfer läuft noch ein Gerichtsverfahren wegen Stalking der Kirchenoberen, weil er beharrlich auf ein Treffen mit dem Kardinal bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-02-26 [https://insighthungary.444.hu/2021/02/26/hungarian-catholic-church-leaders-filed-charges-against-a-victim-of-sexual-abuse Hungarian Catholic Church Leaders Filed Charges Against a Victim of Sexual Abuse] - &amp;quot;Sexual abuse of minors by clergy in Hungary has not been well documented, especially in the period prior to the breakup of the Eastern Bloc: before 1990, there are almost no documented cases of sexual abuse by Hungarian priests, largely due to that period&amp;#039;s lack of independent courts or a genuine press, and to the church&amp;#039;s longstanding efforts to keep such cases quiet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.spiegel.de/panorama/spanien-justiz-untersucht-kindesmissbrauch-in-katholischer-kirche-a-3465cbf7-dc0d-45cf-b7e5-47ca2302d553 Spaniens Justiz untersucht Kindesmissbrauch durch Geistliche] - &amp;quot;In Spanien hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits 2019 gewarnt, dass die Maßnahmen der Kirche zur Aufdeckung und Vermeidung von sexuellem Kindesmissbrauch »unzureichend« seien. Die Kirche wurde damals aufgefordert, jeden Verdacht ohne »interne Überprüfungen oder Filter« vor Gericht zu bringen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021-05-18 [https://hpd.de/artikel/spanische-bischofskonferenz-gibt-220-gemeldete-missbrauchsfaelle-2001-19300 Spanische Bischofskonferenz gibt 220 gemeldete Missbrauchsfälle seit 2001 zu] - &amp;quot;Die spanische Zeitung &amp;#039;&amp;#039;El País&amp;#039;&amp;#039; berichtet jedoch über andere Zahlen: Ihre eigene Datenbank kommt auf über 300 Fälle mit über 800 Betroffenen und 54 Kardinälen, Bischöfen und Priestern, die an der Vertuschung des Missbrauchs beteiligt gewesen sein sollen, sowie 69 Fälle, in denen Priester nach einer Anzeige einfach an einen anderen Ort versetzt worden seien.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigtes Königreich ===&lt;br /&gt;
2021-09-04 [https://www.iicsa.org.uk/news/inquiry-report-finds-child-sexual-abuse-most-major-uk-religions Inquiry report finds child sexual abuse in most major UK religions] - &amp;quot;The report finds that organisational and cultural barriers to reporting child sexual abuse within religious organisations and settings are numerous, varied and difficult to overcome. These include victim-blaming, an absence of discussion around sex and sexuality, and discouraging external reporting, thus prioritising the organisation’s reputation above the needs of victims of sexual abuse.&amp;quot; (Der Bericht beschreibt, dass in religiösen Organisationen und Strukturen mehrere, vielschichtige und schwer überwindbare organisatorische und kulturelle Hürden für die Meldung des sexuellen Missbrauchs von Kindern existieren. Die Liste beinhaltet: Die Schuld dem Opfer zu geben; keine Diskussion über Sexualität; das Abraten von externer Meldung, und somit die Priorisierung des Rufes der Organisation über die Bedürfnisse der Opfer des sexuellen Missbrauchs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Israel ===&lt;br /&gt;
2022-01-13 [https://www.derstandard.at/story/2000132501539/metoo-prominente-ultraorthodoxe-juden-des-missbrauchs-beschuldigt Prominente ultraorthodoxe Juden des Missbrauchs beschuldigt] - &amp;quot;Im vergangenen Jahr wurden vermehrt Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen mehrere führende Persönlichkeiten der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Israel erhoben&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuseeland ===&lt;br /&gt;
2022-02-01 [https://www.derstandard.at/story/2000133023033/missbrauchsvorwuerfe-gegen-jeden-siebten-dioezesanpriester-in-neuseeland Missbrauchsvorwürfe gegen jeden siebten Diözesanpriester in Neuseeland] - &amp;quot;Zum Kreis der mutmaßlichen Täter gehören demnach 14 Prozent aller katholischen Diözesanpriester des Untersuchungszeitraums sowie acht Prozent aller männlichen und drei Prozent aller weiblichen Ordensmitglieder.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
2022-08-05 [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-mormon-churchs-help-line-keeps-sex-abuse-victims-in-danger/ The Mormon Church’s ‘help line’ keeps sex abuse victims in danger] - Die Mormonen in den USA betrieben eine Hotline für die Meldung problematischer Ereignisse. Einzige Aufgabe dieser Hotline war, den Anrufenden zu versprechen, dass die Leitung der Kirche sich ums Problem kümmern wird, und dann nichts zu tun. Dadurch konnten Menschen nach der Meldung jahrelang weiter Kinder vergewaltigen. Priorität der Mormonen war immer der Schutz des Ansehens der Kirche, nicht der Schutz der Kinder. Kirchenangehörige sind in Arizona auch nicht verpflichtet, sexuellen Missbrauch zu melden. Die Hotline wurde 1995 eingerichtet, vorher war die Anweisung, dass die Oberen die Meldungen an die Polizei weiterleiten -- die Einführung der Vertuschungs-Hotline hat die Situation also aktiv verschlechtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022-05-28 [https://static1.squarespace.com/static/6108172d83d55d3c9db4dd67/t/628bfccb599a375bece1f66c/1653341391218/Guidepost+Solutions+Independent+Investigation+Report_.pdf The Southern Baptist Convention Executive Committee’s Response to Sexual Abuse Allegations and an Audit of the Procedures and Actions of the Credentials  Committee] - Die &amp;quot;Southern Baptist Convention&amp;quot; ist ein loser Zusammenschluss von baptistisch-evangelikalen Gemeinden im Süden der Vereinigten Staaten. Nachdem die vielen Vorwürfe nicht mehr zu ignorieren waren, haben sie eine externe Untersuchung des sexuellen Missbrauchs (von Kindern und Erwachsenen) und die fehlende Reaktion auf Meldungen desselben beauftragt. Dies ist das Ergebnis. Die Gruppe, die die Untersuchung durchgeführt hat, fand über 700 Beschuldigte bzw. Täter. Der Unterschied zur katholischen Kirche ist der höhere Anteil von Erwachsenen und Frauen, die diesen zum Opfer fielen und die Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinden. Gemeinsam haben beide die Vertuschungsmethoden: Priester hin und her versetzen, intern Listen führen, aber nicht die Polizei einzuschalten, die Opfer niedermachen usw. Das Hauptziel ist nicht der Schutz der Opfer, sondern des Rufs der Organisation und die Vermeidung von Verantwortung. Zusammenfassung von [https://onlysky.media/ccassidy/southern-baptist-sex-abuse-report/ Captain Cassidy], [https://onlysky.media/hemant-mehta/the-southern-baptist-sex-abuse-report-ignored-the-most-important-solution/ Hemant Mehta] und der [https://ffrf.org/news/news-releases/item/41048-new-report-details-southern-baptists-despicable-treatment-of-sex-abuse-victims Freedom from Religion Foundation].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Portugal ===&lt;br /&gt;
2023-02-13 [https://www.derstandard.at/story/2000143488165/knapp-5-000-kinder-in-katholischer-kirche-portugals-missbraucht Knapp 5.000 Kinder in katholischer Kirche Portugals missbraucht] - &amp;quot;Es habe aber seit den 1950er-Jahren wohl viel mehr Fälle gegeben, denn bei den 4.815 handle sich um &amp;quot;eine absolute Mindestzahl&amp;quot;, sagte Ausschuss-Koordinator Pedro Strecht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kenya ===&lt;br /&gt;
2023-04-27 [https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/missbrauch-kenia-sternsinger-kirche-100.html Deutscher Ex-Oberministrant: Angeklagt wegen Missbrauchs in Kenia] - Der Beschuldigte sitzt in Kenya in Untersuchungshaft. Er hat in Deutschland schon in den 1980er-Jahren Jugendliche sexuell missbraucht, die Fälle sind von der deutschen Kirche auch bestätigt, nur hat man ihm nicht das Handwerk gelegt und sein &amp;quot;Missionsprojekt&amp;quot; in Kenya, wo die neuen Missbrauchsfälle passierten, noch aktiv unterstützt. Die Strafverfolgungsbehörden in Kenya gehen nach mindestens zehn Fällen immerhin gegen den mutmaßlichen Täter vor.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kindesmissbrauch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verbrechen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=192</id>
		<title>Konfessionen und Konfessionsfreie in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.avoesterreich.at/index.php?title=Konfessionen_und_Konfessionsfreie_in_%C3%96sterreich&amp;diff=192"/>
		<updated>2023-06-23T10:55:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Balázs: /* Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Österreich gilt als traditionell katholisches Land. Schon seit Längerem sind jedoch die konfessionsfreien Menschen die zweitgrößte Gruppe nach den Katholiken. Ihr Anteil wächst stetig, während der der Katholiken sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisierte Zahlen zu religiösen Bekenntnissen und den Konfessionsfreien in Österreich dargestellt, sowie die Quellen dieser Zahlen und die Methoden der Bewertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung nach Konfessionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Konfessionen und Konfessionsfreie 2023 Stand Juni 2023.png|alternativtext=Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich|ohne|mini|999x999px|Balkendiagramm der Verteilung der Konfessionen und Konfessionsfreien in Österreich]]&lt;br /&gt;
Dieses Diagramm stellt die Zusammensetzung der Bevölkerung in Österreich (im Jahr 2023 etwas über 9 Mio.) dar, nach den besten verfügbaren Angaben.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Daten - Stand 12. 6. 2023&lt;br /&gt;
!Konfession&lt;br /&gt;
!Anzahl&lt;br /&gt;
!%&lt;br /&gt;
!Anmerkungen, Quellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|katholisch&lt;br /&gt;
|4.689.958&lt;br /&gt;
|51,3 %&lt;br /&gt;
|Quelle: [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik Offizielle Zahlen der Bischofskonferenz] per Ende 2022 + Hochrechnung halbes Jahr&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|evangelisch&lt;br /&gt;
|261.757&lt;br /&gt;
|2,9 %&lt;br /&gt;
|Quelle: Offizielle Zahlen von [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ evang.at] per Ende 2022 + Hochrechnung 6 Monate&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|orthodox&lt;br /&gt;
|450.000&lt;br /&gt;
|4,9 %&lt;br /&gt;
|Statista (2018): 775.000; ÖIF 2016: 5 % = 450.000; Statistik Austria: 437.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|muslimisch/alevitisch&lt;br /&gt;
|750.000&lt;br /&gt;
|8,2 %&lt;br /&gt;
|Statista (2016): 700.000, ÖIF 2016: 8 % = 720.000; Statistik Austria: 746.000&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere christlich&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|andere nicht christl.&lt;br /&gt;
|100.000&lt;br /&gt;
|1,1 %&lt;br /&gt;
|Großzügige Schätzung, siehe Erklärungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|konfessionsfrei&lt;br /&gt;
|2.783.285&lt;br /&gt;
|30,5&amp;amp;nbsp;%&lt;br /&gt;
|Nicht zu den Bekenntnisgruppen zugeordnet, ohne Bekenntnis&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datenquellen ==&lt;br /&gt;
Die Gesetze in Österreich regeln, wie man Mitglied einer Bekenntnisgemeinschaft wird: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009173 Gesetz vom 20. Mai 1874, betreffend die gesetzliche Anerkennung von Religionsgesellschaften]: §. 3. &amp;quot;Die Erfordernisse der Zugehörigkeit und die Art des Beitrittes zu einer anerkannten Religionsgesellschaft werden durch deren Verfassung bestimmt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10009169 Gesetz vom 25. Mai 1868, wodurch die interconfessionellen Verhältnisse der Staatsbürger in den darin angegebenen Beziehungen geregelt werden]: Artikel 1. &amp;quot;Eheliche oder den ehelichen gleichgehaltene Kinder folgen, soferne beide Eltern demselben Bekenntnisse angehören, der Religion ihrer Eltern.&lt;br /&gt;
** Bei gemischten Ehen folgen die Söhne der Religion des Vaters, die Töchter der Religion der Mutter. Doch können die Ehegatten vor oder nach Abschluß der Ehe durch Vertrag festsetzen, daß das umgekehrte Verhältniß stattfinden solle, oder daß alle Kinder der Religion des Vaters oder alle der der Mutter folgen sollen.&lt;br /&gt;
** Uneheliche Kinder folgen der Religion der Mutter.&lt;br /&gt;
** Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greift, hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntniß für solches zu bestimmen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Gesetze stammen noch aus der Monarchie, wie es an der Rechtschreibung erkennbar ist. Das Gesetz aus 1874 hat als Ortsangabe sogar &amp;quot;Budapest&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Regelungen widerspricht scheinbar ein Passus aus dem viel neueren [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=10005799 Meldegesetz 1991] (seither öfter novelliert): § 20 &amp;quot;(7) Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.&amp;quot; Natürlich gibt es beim Umzug nicht plötzlich die Möglichkeit der Eigenangabe: Man muss die Fragen &amp;quot;wahrheitsgemäß&amp;quot; beantworten, und das Religionsbekenntnis besteht bis zum Aus- oder Übertritt. Die Daten des Meldewesens dürfen übrigens nicht für Auswertungen über die Konfessionszugehörigkeit herangezogen werden (§ 14. (1): &amp;quot;Es darf nicht vorgesehen werden, dass die Gesamtmenge der Meldedaten nach dem Religionsbekenntnis geordnet werden kann; andere Auswahlkriterien sind zulässig.&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die römisch-katholische Kirche reklamiert bekannterweise (wohl mit Bezug aufs Gesetz aus 1874) gerne Menschen, die bei ihr getauft wurden (auch im Ausland), für sich, unabhängig von den Angaben im Meldewesen oder der Bekenntnisse der Eltern. Ob der Pfarrer bei der Taufe eines Säuglings in jedem Fall die gesetzliche Lage (Religion der Mutter und des Vaters) genau überprüft und die für den &amp;quot;Übertritt&amp;quot; notwendige Bestätigung des Austritts aus der vorherigen Bekenntnisgemeinschaft verlangt, ist unklar. Das eröffnet die Möglichkeit von Doppelzuordnungen: Zwei Religionsgesellschaften könnten der Meinung sein, eine Person gehöre zu ihnen. Hier zeigt sich, wie konfus und chaotisch dieser Aspekt in Österreich geregelt ist. Einerseits erwartet die Republik, dass man nur einer oder keiner Religionsgesellschaft angehört, andererseits ermöglicht sie, dass dazu widersprüchliche oder keine Angaben existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den Regelungen und der Praxis der Anwendung geht hervor, dass die Bekenntniszugehörigkeit nicht davon abhängt, was die einzelne Person über sich sagt (oder nicht sagt), sondern von den Bekenntnisgemeinschaften und den Eltern festgelegt wird. Es wäre daher logisch anzunehmen, dass damit auch die Verantwortung der Bekenntnisgemeinschaft einhergeht, ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; zu kennen und über ihre Zahl Auskunft zu geben. Dies ist jedoch weder gesetzlich festgeschrieben, noch wird es überall praktiziert. Die größte Bekenntnisgemeinschaft (röm.-katholische Kirche) und einige kleine (evangelische, altkatholische Kirche) liefern tatsächlich diese Zahlen, andere, teilweise auch größere (orthodoxe Kirchen, Islamische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht. Für einen Großteil der gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften bleibt also die nur annähernd richtige Methode der Befragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Volkszählung 2001] ===&lt;br /&gt;
Dies war die letzte Volkszählung, in der nach dem religiösen Bekenntnis gefragt wurde. Die Zahlen sind also recht veraltet. Damals waren fast 6 von den 8 Millionen EinwohnerInnen katholisch, also fast 75 % der Bevölkerung. Die zweitgrößte Gruppe war damals schon die der Konfessionsfreien, mit 0,96 Mio. Menschen, ca. 12 % der Bevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/kultusamt.html Kultusamt] ===&lt;br /&gt;
Das im Bundeskanzleramt beheimatete Kultusamt publiziert alle paar Jahre Zahlen, die es von den anerkannten Religionsgesellschaften erhält. Diese Zahlen sind häufig geschätzt und eine gewisse Übertreibung bei ihnen erscheint nicht abwegig - die Zahl der Mitglieder ist ja eine Voraussetzung für die Anerkennung als Religionsgesellschaft und hilft, die eigene Wichtigkeit zu betonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuesten [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:2f013c7f-ab5a-476b-8b01-08eb07ce961a/religionen2023_bf.pdf Broschüre mit Jahresangabe 2023] sind teilweise exakte und teilweise von den Religionsgesellschaften geschätzte Zahlen zu den Mitgliedern der einzelnen Gesellschaften enthalten. Sie summieren sich auf 6.376.701 Menschen, das entspricht 70,0 % der Bevölkerung Österreichs (9.104.772 am 1. 1. 2023). Trotzdem steht unter der Tabelle die folgende Angabe: &amp;quot;Anteil der Bevölkerung, der sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt: 77,6%&amp;quot; mit Bezug auf die Erhebung der Statistik Austria aus 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Broschüre mit dem Stand 2020 wies das Kultusamt 75 % der Bevölkerung als zu einer Religionsgesellschaft zugehörig aus. Demnach hätte es in Österreich in diesen Jahren ein Wachstum des Anteils der religiösen Bevölkerung gegeben, was vor dem allgemeinen Trend aller entwickelten Demokratien absurd erscheint und natürlich auch nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei jenen Bekenntnisgemeinschaften, die Zahlen zu ihren Mitgliedern melden, verwendet das Kultusamt diese. Dort, wo offizielle Zahlen fehlen, meldet es die auf Befragungen basierenden Daten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.integrationsfonds.at/fileadmin/content/AT/Fotos/Publikationen/Forschungsbericht/Forschungsbericht__Demographie_und_Religion_inkl_Vorwort_Web.pdf ÖIF-Forschungsbericht Demographie und Religion 2017] ===&lt;br /&gt;
Der Österreichische Integrationsfonds hat den Versuch gemacht, die Zahlen aus der Volkszählung mit Hilfe verschiedener Szenarien für 2016 bis 2046 zu prognostizieren. Obwohl die Arbeit 2017 erschien, hat sie schon die damals bekannten offiziellen Anteile der katholischen und evangelischen Bevölkerung deutlich überschätzt. Sie trifft einige unrealistische Annahmen wie z. B. dass die offizielle Religionsverteilung der Herkunftsländer von MigrantInnen (in islamischen Ländern oft mit 100 % angegeben) auch für die nach Österreich kommenden Menschen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/304874/umfrage/mitglieder-in-religionsgemeinschaften-in-oesterreich/ Statista.com: Religionen in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Zusammenstellung verschiedener verfügbarer Zahlen aus unterschiedlichen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://fowid.de/meldung/konfessionsfreie-oesterreich Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland: Konfessionsfreie in Österreich] ===&lt;br /&gt;
Nutzt Statista.com und andere Quellen, um eine Verteilung der Konfessionen und der Konfessionsfreien in der Bevölkerung zu schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bevoelkerung/weiterfuehrende-bevoelkerungsstatistiken/religionsbekenntnis Statistik-Austria-Erhebung 2021] ===&lt;br /&gt;
Aktuellste Erhebung mit [https://statistik.at/fileadmin/announcement/2022/05/20220525Religionszugehoerigkeit2021.pdf Methodenbeschreibung]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Statistik Austria führte im Auftrag des Bundeskanzleramts vom 1. bis 4. Quartal 2021 eine Erhebung im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung über &amp;quot;Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 Jahren und älter&amp;quot; durch. 27.656 Personen (13.251 Männer und 14.405 Frauen) beantworteten die freiwilligen Fragen, das entspricht einer Ausschöpfungsrate von 95,7 % (Männer: 95,5 %, Frauen: 95,8 %)&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage wurde allen im Haushalt lebenden Personen über 16 Jahren gestellt, es bestand die Möglichkeit, dass für eine andere Person Auskunft erteilt wurde. Kinder unter 16 Jahren wurden anhand der Eltern bzw. eines Elternteils zugeordnet. 4,3 % der Befragten gaben keine Antwort. Es wurden nur Personen in &amp;quot;Haushalten&amp;quot; befragt, Menschen in &amp;quot;Anstalten&amp;quot; (Kaserne, Lehrlings- oder SchülerInnenheim, StudentInnenwohnheim, Gefängnis, Altersheim) nicht. Dabei sind ältere Teenager und junge Erwachsene gerade die Gruppe, die sich am seltensten zu einer Religion bekennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese methodischen Einschränkungen führen tendenziell zu einer Überrepräsentation gesellschaftlich oder in der Familie erwünschter Antworten. So werden deutlich mehr katholische und evangelische Menschen ausgewiesen als diese Kirchen selbst Mitglieder angeben - bei den evangelischen Kirchen 3,8 % statt 3,0 % der Bevölkerung, 27 % mehr als in den offiziellen Zahlen. Das wären 340.000 Menschen -- so viele haben die evangelischen Kirchen in ihren offiziellen Zahlen in den letzten 15 Jahren nicht ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere dramatische Abweichung in den Ergebnissen der Erhebung ist der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung in Wien. Die Erhebung ergab 40 % Anteil, während die offizielle Zahl, die ja für Bevölkerung und für die römisch-katholische Bevölkerung zur Verfügung steht, nur 30 % ist. Wir sehen auch hier, dass die Methode der Befragung aus den genannten Gründen die korrekte Zahl der Angehörigen einer Religionsgesellschaft stark überschätzen kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Verteilung der Konfessionen 2021, Statistik-Austria-Erhebung.png|ohne|mini|1024x1024px|Darstellung der Ergebnisse der Statistik-Austria-Erhebung aus 2021]]&lt;br /&gt;
Bei der Kategorie &amp;quot;andere&amp;quot; stellt sich die Frage, wo die herkommen sollen. Das ist mit 472.000 Menschen mehr als zweimal so viel wie der höchste Wert für &amp;quot;andere&amp;quot;, der jemals ausgewiesen wurde, und mehr als das Sechsfache des Wertes aus der Volkszählung 2001. Wie weiter unten ausgeführt, ist das mit den bekannten Religionen nicht erklärbar. Möglicherweise haben hier etliche Menschen Pastafari, Jedi, &amp;quot;Spirituell&amp;quot;, &amp;quot;Pantheistisch&amp;quot; oder andere &amp;quot;Bekenntnisse&amp;quot; genannt. Es ist auch denkbar, dass orthodoxe ChristInnen teilweise irrtümlich in diese Kategorie eingeteilt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen ist die Erhebung der Statistik Austria eine gute Ressource zur Abschätzung der Anzahl der Angehörigen einzelner Religionsbekenntnisse, aber sie lässt auch erkennen, dass sie die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften, soweit verfügbar, teilweise stark überschätzt, und für &amp;quot;andere&amp;quot; unmögliche Daten liefert. Deswegen nutzt das Kultusamt (Auftraggeber der Erhebung) die Zahlen auch nur dort, wo sonst nichts zur Verfügung steht. Diese Vorgehensweise wenden wir also auch hier an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/jahrbuch.html Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien] ===&lt;br /&gt;
Daten aus der amtlichen Statistik und &amp;quot;externen Quellen&amp;quot;, für Religionsgemeinschaften unter anderem aus Umfragen und aus Schätzungen der Pfarrer bzw. der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Einerseits sind dadurch wohl ziemlich optimistische (also überhöhte) Zahlen für die angegebenen Mitglieder einzelner Religionsgemeinschaften vorhanden, andererseits fehlen einige Religionsgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas und die Freikirchen aus den Aufstellungen. Auf Basis der Angaben im Jahrbuch lässt sich ein konfessionsfreier Bevölkerungsanteil von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;50 % in Wien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; fürs Jahr 2022 berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Details zu Religionsgemeinschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisch-katholische Kirche Österreichs ===&lt;br /&gt;
Jährlich, Mitte bis Ende Jänner [https://www.katholisch.at/site/kirche/sl/kircheinoesterreich/statistik publiziert die Kirche ihre Statistiken] zum Vorjahr bzw. Vorvorjahr. Die Anzahl der Austritte und die Anzahl der &amp;quot;Katholiken&amp;quot; per Ende des Vorjahres werden bereits Ende Jänner bekanntgegeben. Alle anderen neu bekanntgegebenen Zahlen beziehen sich aufs Jahr davor, also z. B. im Jahr 2022 auf 2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgangsrate setzt sich großteils aus den Austritten und zu einem kleineren Teil aus dem Trend von Todesfällen einerseits und Taufen andererseits zusammen. Die Rate ist seit 2013 jedes Jahr mindestens 1 % der vormaligen Mitglieder, in den letzten Jahren deutlich darüber. Das sind 50.000 bis 95.000 Menschen, die die katholische Kirche jedes Jahr verliert, und der Anteil, sogar die Anzahl steigen kontinuierlich. Spätestens 2025 werden die von der römisch-katholischen Kirche ausgewiesenen &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit stellen, möglicherweise schon 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in der katholischen Kirche Säuglinge und Kleinkinder ohne eigene Willensbekundung getauft werden und die Kirche diese auch als Mitglieder zählt, ist eine realistischere Zählweise von &amp;quot;Bekenntnissen zum katholischen Glauben&amp;quot; angebracht. Die Anzahl der Kindertaufen ist bekannt, von der Gesamtzahl können also die noch nicht religionsmündigen, aber getauften Kinder, die sich nicht für ein Bekenntnis aussprechen konnten, abgezogen werden. [https://avoesterreich.at/religion/katholiken-sind-nicht-mehr-die-mehrheit-in-oesterreich/ Das ergibt] einen freiwillig katholischen Bevölkerungsanteil von etwa 46 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochrechnungen während des Jahres werden so erstellt, dass ein gewichteter Mittelwert der Abgänge der letzten drei Jahre berechnet und auf die vergangenen Monate aufgeteilt wird. Das ist zulässig, weil nach den [https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/religion/index.html besten verfügbaren Informationen] in den ersten Monaten des Jahres etwas mehr Austritte passieren als später, man überschätzt so also die Abgänge während des Jahres nicht - eine gewisse Unterschätzung kann gegeben sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formel für die gewichteten Abgänge: &amp;#039;&amp;#039;(3 * Vorjahr + 2 * Vorvorjahr + Vorvorvorjahr) / 6&amp;#039;&amp;#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evangelische Kirchen in Österreich ===&lt;br /&gt;
Die evangelischen Kirchen publizieren im Frühjahr [https://evang.at/kirche/zahlen-fakten/ die Zahlen fürs Vorjahr]. Bei diesen Kirchen ist die Austrittsrate seit 2016 mehr als 1,5 %, und seit 2019 (Verlust des Karfreitagsprivilegs) um oder über 2 %. Auch hier gibt es weniger Taufen als Todesfälle, die Abgangsrate ist in den letzten Jahren 2,2 bis 2,5 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orthodoxe Kirchen ===&lt;br /&gt;
Diese Kirchen heben keine Kirchenbeiträge ein, zählen somit ihre &amp;quot;Mitglieder&amp;quot; nicht. Es gibt also nur Schätzungen über ihre Anzahl. Es ist plausibel anzunehmen, dass auch sie, wie die anderen großen christlichen Kirchen, jährlich 1-2 % ihrer Mitglieder oder Sympathisanten verlieren. Allerdings gibt es auch Zuzug aus Ländern mit vielen orthodoxen Menschen, es ist also ohne Zahlenbasis schwer, eine Entwicklung festzustellen oder zu prognostizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statistik Austria weist in ihrer Erhebung 436.700 orthodoxe Menschen aus. Es gibt Schätzungen bis 750.000, die Grundlage dafür ist unklar. Beim ORF gibt es ohne Quellenangabe für 2023 die Zahl von [https://religion.orf.at/stories/3218330 500.000 Mitgliedern]. Wir nehmen hier 450.000 als wahrscheinliche Obergrenze an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muslimische und alevitische Menschen, Schiiten, Sunniten, Jeziden, ... ===&lt;br /&gt;
Manchmal wird in Umfragen oder Erhebungen zwischen muslimisch und alevitisch unterschieden, manchmal nicht. &amp;quot;Muslimisch&amp;quot; ist aber auch keine homogene Gruppe, so wie &amp;quot;Christen&amp;quot; keine sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen, nur Schätzungen. Die meisten Schätzungen sind um 700.000 - 800.000 Menschen und 8-9 % Bevölkerungsanteil. Wir arbeiten hier mit 750.000, die Schätzungen aus 2016 (ein Jahr mit starken Fluchtbewegungen aus islamischen Ländern) geben 700.000 an, die Statistik Austria kam 2021 auf 745.600 Menschen. Der ORF nennt ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218317 575.400 Mitglieder] der islamischen Glaubensgemeinschaft und [https://religion.orf.at/stories/3218188 27.000 AlevitInnen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Problem der Zuordnung ist, dass häufig angenommen wird, dass die Geflüchteten automatisch die &amp;quot;offizielle&amp;quot; Religion des Herkunftslandes haben. Viele &amp;quot;islamische&amp;quot; Staaten geben Zahlen wie 99 oder 100 % Moslems an - wir wissen aber, dass gerade religiöse Minderheiten und noch stärker nicht gläubige Menschen vor der Unterdrückung flüchten. Die Zahl 750.000 hier ist also eher am oberen Ende geschätzt. Dies könnte sich in Zeiten mit größeren Flucht-Aktivitäten aus islamischen Ländern ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat hat sich immer gewünscht, einen gemeinsamen Ansprechpartner für die &amp;quot;islamische&amp;quot; Religionsgemeinschaft zu haben. Und das, obwohl blutige Gewalt zwischen den einzelnen Zweigen (z. B. Schiiten und Sunniten) im Ausland auf der Tagesordnung ist, und die Aleviten vor Gericht erkämpfen mussten, dass sie als separate Religionsgesellschaft geführt werden. Mittlerweile gibt eine anerkannte Alevitische Religionsgesellschaft und zwei Bekenntnisgemeinschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere christliche Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Altkatholische_Kirche_%C3%96sterreichs Altkatholiken] (historisch anerkannt): Meldungen aus 2023 zufolge 8.400 bis 9.000 Menschen, 0,1 % in der Erhebung der Statistik Austria. Laut Kultusamt 9.500 Menschen. In der Volkszählung 2001 noch 14.621 Mitglieder.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Freikirchen_in_%C3%96sterreich Freikirchen] (anerkannt seit 2013): Sie hatten bei ihrer Anerkennung 2013 Schwierigkeiten, die damals geforderte Zahl von 17.000 Mitgliedern (0,2 % der Bevölkerung) zusammenzubekommen. Mit dem Trick, nicht getaufte Kinder und Jugendliche (entgegen ihren Grundsätzen vom freiwilligen, informierten Bekenntnis) als Mitglieder zu zählen, kamen sie auf eine als ausreichend geschätzte Zahl. Sie geben 20.000 Mitglieder an, das Kultusamt 18.500, der ORF ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218329 17.000 Mitglieder]. Weiters gibt es einige freichristliche Gemeinden, die nicht im Verband der Freikirchen organisiert sind, zu diesen gehören in Summe vielleicht noch einige tausend Menschen.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Jehovas#Zeugen_Jehovas_in_%C3%96sterreich Zeugen Jehovas] (anerkannt seit 2009): Sie geben selbst mit November 2021 [https://www.jehovas-zeugen.at/fileadmin/user_upload/01-Wer-wir-sind/02-Struktur-link-file/Verk%C3%BCndigerzahlen_Nov_01.pdf 22.052 Angehörige] in Österreich an, das Kultusamt 22.000.&lt;br /&gt;
* Mormonen (&amp;quot;Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage&amp;quot;, anerkannt seit 1955): Sie geben für 2020 [https://presse-de.kirchejesuchristi.org/zahlen-und-fakten/land/%C3%B6sterreich 4.662 Mitglieder] in Österreich an, das Kultusamt 4.700.&lt;br /&gt;
* Siebenten-Tage-Adventisten: Sie sind weit unter der für die Anerkennung benötigte Grenze und geben für 2020 &amp;quot;[https://www.adventisten.at/ueber-uns/geschichte/ knapp 4.300 Mitglieder]&amp;quot; an.&lt;br /&gt;
* Neuapostolische Kirche (anerkannt seit 1975): [https://nak.at/publikationen 5.155 Mitglieder] Ende 2020.&lt;br /&gt;
*[http://www.vpkoe.at/ Vereinigte Pfingstkirche]: Nur mit sich selbst vereinigt, weil andere Pfingstkirchen im Bund der Pfingstkirchen innerhalb der Freikirchen anerkannt sind. Ähnliches gilt für die &amp;quot;[http://www.vereinigungskirche.at Vereinigungskirche]&amp;quot;, die nicht einmal Standorte für Gottesdienste angibt. Von solchen Mini-Gemeinschaften gibt es keine Mitgliederzahlen, sie können aber auch nicht groß sein.&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Anerkannte_Religionsgemeinschaften_in_%C3%96sterreich#Staatlich_eingetragene_religi%C3%B6se_Bekenntnisgemeinschaften Wikipedia listet weitere Bekenntnisgemeinschaften], die wegen ihrer deutlich geringeren Mitgliederzahlen nicht für die staatliche Anerkennung in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ergibt knapp über 65.000 Mitglieder von Gemeinschaften, die Zahlen publizieren, und einige weitere Gruppen, die höchstens auf einige Tausend Angehörige kommen dürften. So ist die Schätzung von 100.000 &amp;quot;anderen christlichen&amp;quot; Menschen in Österreich als Obergrenze plausibel, wahrscheinlich etwas überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Gruppe ist auch das Phänomen der Doppelzählung mit Katholiken vorhanden. Die freieren christlichen Gemeinschaften üben keinen großen Druck aus, dass die Mitglieder formell aus der (in vielen Fällen) katholischen Kirche austreten. Insbesondere dort, wo der Austritt größere soziale Konsequenzen hätte, unterbleibt er länger, man ist ja irgendwie christlich. So kommt es vor, dass Menschen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und von der Freikirche als eigenes Mitglied gezählt werden, auch noch seitens der katholischen Kirche als Mitglied angegeben sind. Die Anzahl ist nicht bezifferbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Religionen bzw. Bekenntnisse ===&lt;br /&gt;
Von folgenden wissen wir:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Israelitische Kultusgemeinde (anerkannt seit 1890): Die [https://www.ikg-wien.at/die-ikg-wien IKG Wien nennt] 8.000 Mitglieder, nochmal so viele seien &amp;quot;halachisch&amp;quot;, also nach mündlich überlieferten internen Gesetzen jüdisch. Dies ist bei weitem die größte Gemeinde in Österreich und auch für Steiermark, Kärnten und das Burgenland zuständig. Die IKG Innsbruck [http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ nennt] &amp;quot;über 160&amp;quot; Mitglieder in Tirol und Vorarlberg. Die Volkszählung 2001 ergab 8.100 jüdische Menschen, die Statistik-Austria-Erhebung für 2021 5.400 Menschen. Das Kultusamt gibt 8.000 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
* Buddhisten (anerkannt seit 1983): In der Volkszählung 2001 10.402 Menschen; [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Buddhistische_Religionsgesellschaft spätere Angaben] sind &amp;quot;mehr als 3.000&amp;quot;. Laut Kultusamt ca. 4.500 Mitglieder, laut Statistik Austria 2021 10.902. Der ORF nennt 2023 ohne Quellenangabe [https://religion.orf.at/stories/3218166 35.000 Mitglieder].&lt;br /&gt;
* Hinduismus: Laut Volkszählung 2001 3.629 bekennende Hindus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus_in_%C3%96sterreich Schätzung auf Wikipedia]: &amp;quot;Mehrere tausend&amp;quot;. &lt;br /&gt;
* Sikh-Glaubensgemeinschaft: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Bahá&amp;#039;í: Keine Informationen&lt;br /&gt;
* Pastafari: Laut [https://pastafari.at/ Homepage] 1.030 Mitglieder. In [https://www.derstandard.at/story/2000136147182/welcher-religion-gehoeren-sie-an informellen Umfragen] scheint sich ein höherer Prozentsatz dazu zu bekennen.&lt;br /&gt;
* Atheistische Religionsgesellschaft: Laut [https://atheistisch.at/ Homepage] &amp;quot;über 370&amp;quot; Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier dürfte eine Schätzung von 100.000 Menschen, die sich zu anderen, nicht christlichen Religionen bekennen, die Obergrenze zu sein, vermutlich sogar stark überhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konfessionsfreie ==&lt;br /&gt;
Durch das Abziehen der Anzahl der Menschen mit religiöser Bekenntnis von der Bevölkerungszahl erhalten wir die Anzahl der Bekenntnisfreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei werden, wenn möglich, die offiziellen Zahlen der Religionsgemeinschaften verwendet. Dieses Vorgehen ist konsistent mit den Gesetzen und der Vorgehensweise des Kultusamtes. Die jährlich erscheinenden Daten ermöglichen auch unterjährige Berechnungen und Aktualisierungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ergibt aktuell etwa 2,78 Mio. Menschen, etwas über 30 % der Gesamtbevölkerung. Ihr Anteil und ihre Anzahl haben sich seit der Volkszählung 2001 mehr als verdoppelt.&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konfessionsfreie]]&lt;br /&gt;
__INDEXIEREN__&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Balázs</name></author>
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